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Karl-Valentin-Orden für GabalierPeter Kraus: "Meine Güte, das ist doch nur ein Faschingsorden!"

Seit Tagen herrscht Aufregung darüber, dass Andreas Gabalier den Karl-Valentin-Orden verliehen bekommt. Laudator Peter Kraus versteht den Wirbel überhaupt nicht.

Peter Kraus und Andreas Gabalier
Gabalier hielt 2014 die Laudatio für Peter Kraus, als dieser das Ehrenkreuz in Wien bekam, heute ist Kraus der Laudator für Gabalier beim umstrittenen Valentin-Orden © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Heute wird Andreas Gabalier in München den Karl-Valentin-Orden verliehen bekommen. Darüber herrscht seit Tagen eine heftige öffentliche Erregung. Der Volks-Rock-'n'-Roller sei dieser Auszeichnung nicht würdig, weil in seinen Texten immer wieder frauen- und fremdenfeindliche Passagen auftauchen würden, meinen die Kritiker. Sie sind der Laudator bei der Preisverleihung. Was sagen Sie zur Aufregung?

Peter KRAUS: Ach, wir leben in einer aufgeregten Zeit! Ich habe den Eindruck, dass sich die Menschen heutzutage über jede Kleinigkeit maßlos empören können und auch wollen. Also, in erster Linie ist Andreas Gabalier für mich ein guter Kollege und toller Musiker. Vor vier Jahren, als ich das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst in Wien verliehen bekam, hielt er für mich eine nette Laudatio - und jetzt halte ich eben die Laudatio für ihn. So einfach ist das.

Peter Kraus, Andreas Gabalier - Starnacht am Woerthersee
Gemeinsamer Auftritt der beiden Rock'n'Roller bei der Starnacht am Wörthersee 2012 Foto © ORF

Viele sehen das nicht so einfach und den Namen Gabalier in Verbindung mit Karl Valentin nahezu als Todsünde.

Lassen wir bitte die Kirche im Dorf. Das Ganze ist doch eine wahnsinnige Übertreibung. Der Verein „Narrhalla“, der diesen Orden verleiht, hat in erster Linie darauf geschaut, einen möglichst prominenten Preisträger zu finden, damit zum Ball möglichst viele Besucher kommen. Ich glaube, dass bei diesen Überlegungen der Name Karl Valentin gar keine so große Rolle spielt. Das war, wie gesagt, eher eine kommerzielle Entscheidung. Meine Güte, das ist doch nur ein Faschingsorden, den zum Beispiel auch der Heino schon verliehen bekam. Ich bin seit meiner Kindheit ein großer Bewunderer von Karl Valentin. Aber dieser Orden hat in Wahrheit recht wenig mit ihm zu tun.

Zwei verschiedene Valentin-Preise

Bei der Auszeichnung, von der im aktuellen Fall die Rede ist, handelt es sich um den Karl-Valentin-Orden. Das ist ein Faschingsorden, den der Münchner Verein „Narrhalla“ seit 1973 jährlich verleiht. Zu den bisherigen Preisträgern zählen so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Franz Josef Strauß (1977), Joseph Kardinal Ratzinger (1989), Horst Seehofer (2014) oder Philipp Lahm (2018).

Im Gegensatz dazu gibt es den Großen Karl-Valentin-Preis, der in unregelmäßigen Abständen vergeben wird. Mit ihm sollen „in der Nachfolge Karl Valentins herausragende künstlerische Leistungen“ ausgezeichnet werden. Erstmals wurde dieser Preis 2007 an Gerhard Polt und die Biermösl Blosn verliehen. Weitere Preisträger sind Fredl Fesl (2010) oder Helge Schneider (2012).

Was sagen Sie zu den Vorwürfen der Frauen- und Fremdenfeindlichkeit?

Frauenfeindlich? Davon habe ich bei Andreas Gabalier noch nichts bemerkt, eher im Gegenteil. Ich kenne ihn als netten, angenehmen Menschen, der sich das, was er erreicht hat, selbst hart erarbeitet hat.

Fremdenfeindlich, homophob?

Das kann und will ich nicht beurteilen. Ich bin Unterhaltungskünstler, kein Politiker oder Kommentator. Schauen Sie, Andreas Gabalier hat hauptsächlich deshalb so großen Erfolg, weil er gute Lieder schreibt und frech ist. Er traut sich etwas. Mein Bier wäre das nicht, aber es ist sein Weg. Und den respektiere ich.

Narhalla mit Andreas Gabalier und dem Karl-Valentin-Orden
Volks-Rock'n'Roller Andreas Gabalier für Karl Valentin Orden 2019 nominiert. Das Narrhalla Präsidium mit Andreas Gabalier von links nach rechts: Matthias Stolz, Werner Trollmann, Andreas Gabalier, Günter Malescha, Günther Grauer, Manuel Di Nardo Foto © Narrhalla

Bereuen Sie inzwischen Ihre Entscheidung, diese Laudatio zu halten?

Fragen Sie mich das, wenn die Veranstaltung vorbei ist. Ein wenig Bauchweh habe ich ehrlich gesagt schon. Ich bin überhaupt kein Freund von solchen Skandalisierungen.

Werden Sie in Ihrer Laudatio auch auf die aktuelle Diskussion eingehen?

Nein, sicher nicht. Ich habe den Song „Sugar Baby“ für ihn umgetextet. Und diese Version werde ich bei der Ordensverleihung a cappella singen. Das war's dann.

Kommentare (8)

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duerni
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das sind wahrlich verzichtbare Diskussionen, denn ...

.... ob Herr Gabalier einen Orden verdient - wurscht welchen - oder nicht, sollen seine Anhänger sagen. Dass besagter Herr es aber geschafft hat in der umkämpften Musik Szene "vorne mitzumischen", kann ihm niemand absprechen. Marcel Hirscher macht es mit Leistungssport, besagter Herr mit "hulala ...". ... die Definition für "Leistung" ist heute "etwas eigenartig"!

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diss
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So ein Theater

um diesen Kasperl!

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Sol lucet omnibus
11
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Faschingsorden...

das passt! Keiner nimmt ihn ernst...

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Reipsi
6
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Vielleicht sollte man die

die das stört, diesen Faschingsorden verleihen, passat genau zu diesen Leuten.

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marioschierl
8
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Wichtig ist

dass es immer genügend Themen gibt, über die man sich aufregen und empören kann...

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illuminati
16
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Semperopernball

Wieder eine Demonstration eines bodenständigen österreichischen Superstar der sich nicht verbiegen lässt. Bei hulapalu ging sogar ein gerry keszler euphorisch aus sich heraus.

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Lodengrün
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Erwarten wir ehrlich

das Kraus seinem Spezi, siehe Foto, ein „Ei“ legt? Nur so viel. Das Werk Valentins ist mit der Arbeit von Gabalier nicht zu vergleichen. Will man nun einen Preis für das Schaffen im Sinne von Valentin vergeben so ist der Musikus der falsche Mann. Habe nichts gegen Gabalier möchte ich hinzufügen.

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H260345H
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Peter Kraus hat recht,

es ist ja nur ein Faschingsscherz!
Aber auch seine eigenen Auftritte fallen längst in diese Kategorie, denn er hat übersehen, dass auch er mit seinen "Darbietungen" nicht mehr ernst genommen werden kann!

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