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Ausstellung in WienWim Wenders: "Amerikaner sind das uninformierteste Volk"

Mit Wim Wenders wird einer der großen Magier des Bildes nun in Wien mit einer großen Retrospektive geehrt. Der Amerika-Kenner äußerte sich auch kritisch über die USA.

WIEN: AUSSTELLUNG ´WIM WENDERS - FR�HE PHOTOGRAPHIEN. 60ER-80ER JAHRE´ IM METRO KINOKULTURHAUS
Wim Wenders zeigt in Wien Fotografien © (c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)
 

Wim Wenders ist als Filmemacher ein ausgewiesener USA-Kenner, der mit zahlreichen seiner Werke die Seele der Amerikaner durchleuchtet hat. Dennoch zeigte sich der 73-jährige Deutsche am Donnerstag in Wien erschreckt über die Entwicklungen des Landes unter Präsident Donald Trump: "Das ist kein politisches Geschehen, es ist Unfug."

"Alle vernünftigen Menschen stehen da und fragen sich, wie das kommen konnte", so Wenders am Rande einer Retrospektive zu seinem Werk. Für ihn sei ein Teil der Antwort jedoch klar: "Die Amerikaner sind das uninformierteste Volk, das jemals auf diesem Planeten gelebt hat." Bis auf die Küsten gelte leider: "Die wissen nichts von der Welt. Wenn man durch dieses Land reist, ist man entsetzt."

Dennoch bleibe er unverbesserlicher Optimist: "Ich hoffe, dass sich das Ganze in etwas Positives wendet." So beobachte er, dass in den USA eine neue Generation politisierter Menschen entstehe, die nicht zuletzt von starken Frauen geprägt werde: "Die notwendige Revolution in Amerika wird ganz bestimmt mit der Frauenbewegung entstehen."

WIEN: AUSSTELLUNG ´WIM WENDERS - FR�HE PHOTOGRAPHIEN. 60ER-80ER JAHRE´ IM METRO KINOKULTURHAUS
Blick in die Ausstellung Foto © (c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Filmarchiv zeigt große Retrospektive

Mit Wim Wenders wird einer der großen Magier des Bildes nun in Wien mit einer großen Retrospektive geehrt - im Hinblick auf das filmische Oeuvre wie auch die frühen Arbeiten als Fotograf. So zeigt das Filmarchiv im Metro Kinokulturhaus bis Ende Februar das cineastische Gesamtwerk des 73-jährigen Regisseurs und eine Schau mit Fotos aus den 60ern bis 80ern.

"Das sind die Fotografien, die ich gemacht habe, bevor ich dachte, ich bin Fotograf", umriss Wenders am Donnerstag den Charakter der gezeigten 70 Arbeiten, die sich zum nicht geringen Teil aus 3.000 Polaroids rekrutieren, die erst vor wenigen Jahren in alten Zigarrenkisten wiedergefunden wurden. "Fotografie gehörte zu meinem Leben wie Atmen, Kaffeetrinken oder Musikhören", unterstrich Wenders, dass er damals noch nicht an eine Veröffentlichung gedacht habe, sondern das Fotografieren als persönliche Handlung begriffen habe: "Der Akt des Fotografierens war für mich eine Verstärkung des Erinnerungsvermögens."

Aus Lichtschutzgründen sind in Wien nun nicht die Originale ausgestellt, sondern Drucke, die teils massiv vergrößert wurden. So changieren die Formate zwischen Polaroid und Quadratmeterpanorama. Der Alterungsprozess der Instantfotos lässt diese dabei bisweilen wie Alte Meister mit gebrochener Firnis erscheinen, bisweilen an Instantfotoästhetik denken.

 

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