Frauentag am 8. MärzEtliche Spezialführungen und Veranstaltungen

Am 8. März wird der Internationale Frauentag gefeiert. In Österreich steht er diesmal im Zeichen des Gedenkjahres und des Frauenwahlrechts, dessen Beschluss sich im Herbst das 100. Mal jährt. Auch zahlreiche Institutionen aus dem Kulturbereich nähern sich den beiden Themen und bieten rund um den Donnerstag zahlreiche Spezialführungen und Veranstaltungen an.

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Unter dem Titel "Frauen wählet!" bietet etwa die Nationalbibliothek im Literaturmuseum bei freiem Eintritt Spezialführungen zu "Frauenliteraturgeschichten" an: "Im Fokus stehen sowohl bekannte wie vergessene Autorinnen, darunter Caroline Pichler mit der ersten von einer Frau verfassten Autobiografie, die Reiseschriftstellerin Ida Pfeiffer, die Journalistin und Pädagogin Eugenie Schwarzwald und Mela Hartwig, deren Roman 'Das Weib ist ein Nichts' 1929 einen Skandal auslöste", heißt es dazu in der Ankündigung. Abends lädt man zur Podiumsdiskussion "100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich": Auf der Bühne versammeln sich die Historikerin Brigitta Bader-Zaar, die Publizistin Eva Geber und die Autorin Nadine Kegele. Die Moderation übernimmt die Journalistin und Autorin Angelika Hager (Infos unter ).

Die Wienbibliothek im Rathaus unternimmt um 15.30 Uhr einen Streifzug durch die Sammlung zum Thema "Frauenbiografien", um 16 und 17 Uhr stehen Führungen zur aktuellen Schau "Wir wissen, dass diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird" auf dem Programm. Um 19 Uhr wird das Buch "Frauenkollektiv RitClique: Zündende Funken. Wiener Feministinnen der 80er-Jahre" präsentiert. Die Singer-Songwriterin Clara Luzia gastiert ab 18.15 Uhr im Festsaal des Rathauses. Im Stadtsenatssitzungssaal finden Workshops zu Themen wie "Sicherheit im öffentlichen Raum oder Digitalisierung statt. Jeweils um 16.15 Uhr und um 17.30 Uh wird die Führung "Wege der Frauen durchs Rathaus" angeboten. Die Ausstellung "Wien. Stadt der Großen Töchter" rückt außergewöhnliche Frauen und Töchter Wiens in den Mittelpunkt (Infos unter bzw. ).

Zwei Tage nach dem Frauentag - am 10. März - gibt es im Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) Sonderführungen zugunsten der Hilfsorganisation CARE. Im Zentrum stehen ausgewählte Werke der Sammlungen, die "Zeugnis von den vielfältigen Rollen von Frauen in ihrer Zeit" geben. "Bei den Themenführungen wird heuer anhand von Darstellungen der Frau als Siegerin, Strategin, Göttin, Meisterin oder Heilerin der Fokus auf die Rolle der 'starken Frau' gelegt", so Generaldirektorin Sabine Haag ().

Ein bereits 2016 gegründetes Netzwerk widmet sich den Frauen in der heimischen Musikindustrie: Auf Facebook folgen dem "Netzwerk Music Woman Austria" bereits über 300 Personen. Bei regelmäßig organisierten Round-Tables bekommen Musikerinnen die Möglichkeit, sich auszutauschen. Ein weiteres Ziel des von der Musikerin Zarah Lii gegründeten Projekts ist die verstärkte Sichtbarmachung von Diskriminierung: Im Gespräch mit der APA kritisierte sie etwa den geringen Frauenanteil bei Festivals wie dem "Frequency" oder "Nova Rock". Als Reaktion auf den niedrigen Frauenanteil bei den Nominierungen zu den "Amadeus Austrian Music Awards" (26. April), der sich im Durchschnitt auf rund 20 Prozent beläuft, hat sie eine eigene Spotify-Playlist mit Musik von Künstlerinnen aus Österreich veröffentlicht. Lediglich FM4 setze bei den Amadeus-Nominierungen auf weibliche Acts, in anderen Kategorien wie "Album des Jahres" oder "Songwriter des Jahres" kämen Frauen in diesem Jahr überhaupt nicht vor. Um die #MeToo-Debatte auch im heimischen Musikmarkt zu thematisieren, ruft Zarah Lii dazu auf, bei der Preisverleihung schwarz zu tragen (Infos unter ).

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