Polit-InternÜberraschung: Hearing für Grazer Amtsleiter vorerst abgesagt

Die Stadt Graz sucht einen neuen Kulturamtsleiter. Ein Umstand, der zum Politikum wurde - dazu passt nun, dass der Termin für das Hearing vorerst abgesagt werden musste.

Im Grazer Rathaus ist wieder für Gesprächsstoff gesorgt
Im Grazer Rathaus ist wieder für Gesprächsstoff gesorgt © Jürgen Fuchs
 

Dieser Tage hätte es eigentlich stattfinden sollen, das von vielen mit Spannung erwartete Hearing für die neue Kulturamtsleitung in der Stadt Graz. Die Suche nach dem Nachfolger von Peter Grabensberger, der mit Ende 2017 in Pension geht, hat sich ja längst zum Politikum entwickelt.

Dazu passt auch die überraschende Nachricht, dass diese „mündliche Prüfung“ nun vorerst abgesagt wurde – von Vizebürgermeister und Personalreferent Mario Eustacchio. Man habe wegen eines Formalfehlers reagieren müssen, hieß es gestern aus seinem Büro: Denn die Auswahl der Hearing-Kandidaten sei nicht von allen, sondern nur der Hälfte der zuständigen Kommissionsmitglieder getroffen worden.

Sagte Hearing-Termin wegen eines Formalfehlers ab: Eustacchio
Sagte Hearing-Termin wegen eines Formalfehlers ab: Eustacchio Foto © Jürgen Fuchs

Der Personalamtsleiter sei nun von Eustacchio beauftragt worden, nach einer ordnungsgemäßen Auswahl einen neuen Termin zu finden. Das Hearing selbst wird dann wohl vor der Oktober-Sitzung des Grazer Gemeinderates über die Bühne gehen.

Die ganze Ausschreibung war ja von Beginn an und von Amts wegen ein ziemlicher Aufreger: In guter alter Tradition arten viele derartige Neubesetzungen zu einem Politikum aus - in diesem Fall aber erreichten Nervosität und bloß prophylaktische Sorge ein bühnenreifes Ausmaß. Teils gefüttert mit einem Gruß aus der Gerüchteküche.

Dazu habe auch die Nennung seines Namens gehört, betont Ernst Brandl: „Ich habe mich nicht für diesen Posten beworben“, erklärte der Sprecher von Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ) gegenüber der Kleinen Zeitung. Brandl, auch für die umstrittene Zeitschrift „Der Uhrturm“ verantwortlich, ist ja seit Kurzem im Aufsichtsrat des steirischen herbsts.

Der frühere SPÖ-Klubchef Michael Grossmann
Der frühere SPÖ-Klubchef Michael Grossmann Foto © KLZ/HOFFMANN

Dem Vernehmen nach gab es mehr als 30 Bewerber. Unter ihnen, wie er vorab öffentlich verriet, auch Michael Grossmann. Der frühere Klubchef der Grazer SPÖ hatte ja für einen Paukenschlag gesorgt, als er mitten im Gemeinderatswahlkampf ÖVP-Chef Siegfried Nagl seine Unterstützung zusicherte. Nicht unter vier Augen, sondern bei einer Pressekonferenz, bei der Nagl selbst vermeintlich für Paukenschlag Nummer zwei sorgte: Die damalige Kulturreferentin Lisa Rücker sprach von „Postenschacher der übelsten Sorte“, habe doch Nagl die „freihändige Besetzung“ der Kulturamtsleitung angekündigt.

Was Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics entschieden dementierte: Sein Chef habe bloß auf eine Wortmeldung hin gemeint, „dass Grossmann für vieles geeignet wäre, dass es aber in diesem Moment nicht darum geht“. Darum ging es aber in den vielen Momenten danach offenbar auch nicht: Laut Grossmann gab es seither keinerlei Gespräch mit der ÖVP über eine Zusammenarbeit.

Nun heißt es also weiterhin warten. Zumindest bis Oktober.

 

Kommentare (1)

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1
Lesenswert?

ist doch sicher schon vergeben....

die Hearings unter Nagl sind doch nur eine Farce um das Bild in der Öffentlichkeit zu wahren.
Der / die KulturamtleiterIn steht schon längst fest und muss nur noch entsprechend auf das Hearing vorbereitet werden.

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