Todesfall

Harry Jeschofnig gestorben

Er war Rauchfangkehrermeister, vor allem aber brannte er für seine Kunst: Harry Jeschofnig, bekannt für seine aus Autostoßstangen geschaffenen Skulpturen, ist 83-jährig nach kurzer Krankheit gestorben.

Ausstellung Harry Jeschofnig Dahliengarten Europapark Klagenfurt November 2014
Harry Jeschofnig (1933 bis 2017) © (c) Markus Traussnig
 

Er war Rauchfangkehrermeister in Klagenfurt, vor allem aber brannte er für seine Kunst: Harald "Harry" Jeschofnig, bekannt für seine aus Autostoßstangen geschaffenen Skulpturen, ist 83-jährig nach kurzer Krankheit gestorben.

Seine Skulpturen trugen Titel  wie "Bananenpflücker", "Gottesanbeterin" oder "Engel" und setzten markante Zeichen im öffentlichen Raum. Er schweißte aber auch riesige Türme aus Kotflügeln zusammen. 1997 wurde Jeschofnig bei der Biennale inernazionale dell´Arte contemporanea in Florenz für eine seiner Autoblechskulpturen mit der Goldmedaille für Bildhauerei ausgezeichnet. Zuletzt zeigte er im Jahr 2014 13 seiner charakteristischen Arbeiten im Europapark in Klagenfurt.

Ausstellung Harry Jeschofnig Dahliengarten Europapark Klagenfurt November 2014
Ausstellung im Europapark 2014 Foto © (c) Markus Traussnig

Im Jahre 1998 schuf Harry Jeschofnig sein eigenes Museum in Knappenberg und gestaltete mit seiner Gattin Cindy einen 10.000 Quadratmeter großen Skulpturenpark. Außerdem war er stolze 20 Jahre lang Präsident der Berufsvereinigung bildender Künstler (zwischenzeitlich sogar Bundespräsident der BV Österreich mit Sitz Schloss Schönbrunn) und rief 2002 die erste Internationale Biennale Austria im Kärntner Landesausstellungszentrum Heft in Hüttenberg
ins Leben, einem architektonischen Meisterwerk von Günter Domenig.

Sogar in einen Roman von Alois Brandstetter fand seine Kunst Eingang: In "Ein Vandale ist kein Hunne" schrieb der Autor, "Jeschofnig war übrigens im Hauptberuf in seiner aktiven Zeit Rauchfangkehrer, was vielleicht seine künstlerische Neigung und Obsession für das Glänzende, Verchromte und Silbrige, das Reine und Polierte erklären könnte - als Gegenpol zu seiner pech- und rußschwarzen Arbeitswelt."

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