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Medienpreise

Vorhofer- und Hochner-Preis an Barbara Tóth und Susanne Schnabl

Österreichs wichtigste Medienpreise gehen erstmals an zwei Frauen: Die Wienerin Barbara Tóth und die Kärntnerin Susanne Schnabl wurden geehrt.

VERLEIHUNG KURT-VORHOFER-PREIS UND ROBERT-HOCHNER-PREIS: KERN/SCHNABL-WUNDERLICH/TOTH/FISCHER
Preisträgerinnen: Susanne Schnabl und Barbara Tóth, fklankiert von Bundeskanzler Christian Kern und Bundespräsident Heinz Fischer © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Barbara Tóth und Susanne Schnabl-Wunderlich sind am Montag mit zwei der renommiertesten heimischen Journalismuspreise ausgezeichnet worden. "Falter"-Redakteurin Tóth erhielt den Kurt-Vorhofer-Preis für Printjournalismus, ORF-"Report"-Moderatorin Schnabl den Robert-Hochner-Preis für Fernsehen bzw. Radio.

Tóth erhielt die Auszeichnung laut Jury-Begründung für das Setzen "journalistischer Glanzpunkte" bei wichtigen politischen Themen wie etwa der Migration. "Hintergründige Analyse, gepaart mit sprachlicher Brillanz, die soziale Verantwortung immer im Blickfeld, zeichnen die Arbeiten aus. In einer oft hysterisch aufgeheizten Debatte war sie eine wohltuende Stimme journalistischer Vernunft.", so die Jury über Tóth.

Schnabl habe mit ihrem Fachwissen, ihrer Konsequenz, Unaufgeregtheit, Umsicht und Souveränität einen wesentlichen Beitrag für Glaubwürdigkeit und Stellenwert des Qualitätsjournalismus in Österreich geleistet. Aufwendige Vorbereitung auf Interviews und sorgfältiger Umgang mit der Sprache zählten laut Jury zu den journalistischen Tugenden der "Report"-Moderatorin.

Kurt-Vorhofer- sowie Robert-Hochner-Preis werden von der Journalistengewerkschaft in Kooperation mit der Kleinen Zeitung und dem Energiekonzern Verbund für Printmedien bzw. elektronische Medien vergeben. Beide Auszeichnungen heben herausragende publizistische Leistungen im Bereich der politischen Berichterstattung hervor und sind jeweils mit 7.500 Euro dotiert.

Der Vorhofer-Preis wird im Andenken an den langjährigen Leiter der Wien-Redaktion der Kleinen Zeitung vergeben, der Hochner-Preis ist nach dem 2001 verstorbenen ORF-Anchorman benannt.

Dringender Appell

Franz C. Bauer, Chef der Journalistengewerkschaft, appellierte bei der Preisverleihung in der Präsidentschaftskanzlei der Wiener Hofburg an Journalisten und Medien, Gräben nicht weiter aufzureißen und eine Spaltung im Land zu provozieren.

Journalismus lebe von der Zuspitzung und eine differenzierte Berichterstattung erreiche sicher nicht die Breite wie Boulevardmedien. "Wenn es um das politische Klima geht, ist das aber höchst gefährlich", so Bauer. "Wir berichten nicht nur über Stimmungen, wir machen diese auch", erklärte der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft. "Wir sollten Sprache dazu benutzen, zu berichten und nicht zu richten." Zugleich sei es Aufgabe der Medien, für das "klare Wort" zu sorgen. Politische Sprechblasen müssten ebenso demaskiert werden wie politische Demagogen.

Bundespräsident Heinz Fischer betonte in seiner Begrüßung, dass er den Vorhofer-Preis seit 21 Jahren aus "großer innerer Überzeugung" begleitet habe, zunächst als Nationalratspräsident, danach als Bundespräsident. Medien könnten zwar nicht politische Linien zeichnen, sie könnten aber politische Tendenzen enorm stärken. "Daher ist guter Journalismus so wichtig", meinte Fischer.

Neben dem Bundespräsidenten nahm mit dem neuen SPÖ-Chef Christian Kern erstmals auch der Bundeskanzler an der Preisverleihung teil. Journalistengewerkschafter Bauer nutzte die Gelegenheit und bat den neuen Kanzler bei der Reform der Presseförderung vor allem die Journalistenausbildung im Auge zu haben, die wirtschaftlich gehörig unter Druck geraten sei.

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