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Kunstmesse

viennacontemporary in der Marx Halle

Die Graffiti stimmen nicht: "Meyer Kainer ignoriert mich, Ropac sowieso, Hilger auch", ist auf die Backsteinmauer der Marx Halle gemalt. Doch alle genannten Galerien sind auf der ersten "viennacontemporary" vertreten.

© APA
 

"Diese in der Nacht angebrachten Graffiti zeigen, wie hoch das Interesse bereits vor Messebeginn ist", sagte Messe-Vorstandsvorsitzender Dmitry Aksenov am Mittwoch bei der Pressekonferenz.

Die denkmalgeschützten ehemaligen Rinderhallen in Wien-Erdberg sind zum ersten Mal Schauplatz einer internationalen Kunstmesse. Doch die Messe-Betreiber betonen Kontinuität: "Unser Team ist nun im vierten Jahr, wir freuen uns auf die neuen Räume", sagte Christina Steinbrecher-Pfandt, Künstlerische Leiterin der Messe, die in den vergangenen Jahren als "Viennafair" die Messe Wien bespielte. Nach Termin-Streitigkeiten mit dem Messeveranstalter Reed ist das alte Team nun unter neuem Namen tätig und richtet die Messe nun zum gewünschten September-Termin an einer neuen Location aus, während die "Viennafair" (8. bis 11. Oktober in der Messe Wien) einen neuen Ausrichter hat.

Die "viennacontemporary" wird heute, Mittwoch, Abend eröffnet und dauert bis Sonntag (27.9.). Mit 99 teilnehmenden Galerien liegt man exakt auf der Anzahl des Vorjahres. Die Galerien kommen zu je einem Drittel aus Österreich, dem CEE-Raum und dem Rest der Welt - aus insgesamt 25 Ländern. Dazu kommen neun nationale und internationale Kunstinstitutionen. 25 Galerien sind das erste Mal vertreten.

Ein erster Rundgang zeigt, dass sich die nüchternen weißen Messekojen hervorragend in die historische Hallen-Landschaft einfügen. Zu den Besonderheiten zählen die "Zone1" mit Einzelpositionen junger Künstler, "Reflections" mit 37 kuratierten Positionen, ein "Focus Bulgarien" und das mit Unterstützung des Bundeskanzleramts realisierte neue Format "Cinema", für das Kurator Olaf Stüber einen Open Call gemacht und dann Filme und Videos von 27 durch die Messe-Galerien vertretenen Künstlern ausgewählt hat. Es gibt auch Gesprächsreihen über "Keys to Contemporary Art" und "Contemporary Collecting" sowie eine Sonderedition von illy-Kaffeedosen, für die die Künstlerin Dasha Zaichanka ausgewählt wurde. "Es hat Spaß gemacht", versicherte Steinbrecher-Pfandt, die in der Jury saß.

Auch eine andere Jury hat bereits entschieden. viennacontemporary-Geschäftsführer Renger van den Heuvel freute sich, dass unter den vielen Partnern, die der Messe an den neuen Standort gefolgt seien, auch die Wirtschaftskammer Wien sei, die seit 2003 Galeriepreise für die besten Stände der "Viennafair" vergeben hatte. Die mit 5.000 Euro dotierten Preise gehen heuer an zwei Standgestaltungen der "viennacontemporary", wie Horst Szaal, Kunsthandel-Gremialobmann der Wirtschaftskammer Wien, bekannt gab.

Die Martin Asbaeck Galerie aus Kopenhagen, die einzige dänische Galerie der Messe, erhält den International Gallery Prize, die vor eineinhalb Jahren gegründete und von Barbara Pretterhofer geleitete Wiener Galerie "unttld contemporary" am ehemaligen "Alphaville"-Standort in der Schleifmühlgasse erhält den Austrian Gallery Prize. "Für uns ist das eine große Überraschung und eine große Freude", sagte Galerie-Eigentümer Rudolf Kratochwill im Gespräch mit der APA. Auch die 5.000 Euro Preisgeld seien durchaus "eine relevante und hilfreiche Summe". Wer in Kunst investieren möchte, kann dies bei unttld contemporary zu Preisen zwischen 800 Euro (für eine Arbeit von Lukas Janitsch) und 8.200 Euro (für ein Ölbild von Daniel Domig) tun.

Die zehnte "Viennafair" bilanzierte im Vorjahr mit 25.274 Besuchern, eine Richtschnur auch für die erste viennacontemporary. Für heuer erwartet man sich - auch dank eines umfangreichen VIP-Programms - zumindest bei den internationalen Gäste einen Zuwachs von 20 Prozent.

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