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Satire-Portal

Vorsatz der "Tagespresse": Immer gegen die da oben

Egal ob Bundeskanzler Werner Faymann oder FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache - der "Tagespresse" entkommt kein österreichischer Politiker. Warum das Satireportal so erfolgreich ist. Von Julia Schafferhofer

Satire-Artikel über Strache, Faymann & Co. sind Quotenbringer © Screenshot/dietagespresse.com
 

Morgens, zehn Uhr in Österreich: Täglich weckt das Satireportal „Tagespresse“ um diese Zeit seine User – mit Schlagzeilen wie „Nach Ibiza-Urlaub: Flughafenpolizei hält Strache irrtümlich für illegalen Einwanderer.“ Oder: „Staatsbesuch: Faymann will Beziehungen zu Legoland stärken.“

Ein ehrgeiziges Ziel:

Posted by Die Tagespresse on Dienstag, 8. September 2015

Tausendfach geteilt

Satire-Artikel wie diese werden seit mehr als zwei Jahren tausendfach in den sozialen Medien geteilt. Mehr als 218.000 Menschen gefällt die Seite auf Facebook. „70 Prozent aller Klicks werden über Facebook lukriert“, sagt der Gründer Fritz Jergitsch (24). Die Zugriffe auf manche Artikel im Netz machen Verantwortliche klassischer Nachrichtenportale neidisch. Im Juli zählte die „Tagespresse“ laut Österreichischer Webanalyse mehr als 1,3 Millionen Besucher.

Auch Die Tagespresse gratuliert sehr herzlich:

Posted by Die Tagespresse on Mittwoch, 17. September 2014


Satire im Netz boomt – auch unter den Jungen. „Gute Satire kritisiert pointiert“, betont Jergitsch. „Ich sehe unsere Verantwortung als Satiriker darin, zu kritisieren und Aufmerksamkeit für bestimmte Themen zu erregen.“ Der Vorsatz: „Wir schreiben nicht gegen die da unten, sondern stets gegen die da oben.“ Die Hauptmotivation, ein österreichisches Satireportal nach dem Vorbild von „Der Postillon“ zu gründen, benennt Jergitsch mit einem Wort: „Frust“ – über die politische Situation.

Ausgezeichnet

Soeben wurden er und seine zwei Mitarbeiter Jürgen Marschal (auch Gagschreiber für „Willkommen Österreich“) und Sebastian Huber mit dem Österreichischen Kabarettpreis (Sonderpreis) ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es, User könnten sich „nie sicher sein, was komischer ist: Realität oder Satire.“ Die Reaktion auf der Facebook-Seite folgte prompt: „Wir, die Redaktion, sind empört über diesen Schmähpreis für unser seriöses Medium.“

Wohnst du noch, oder leidest du schon?

Posted by Die Tagespresse on Mittwoch, 18. Februar 2015


Und während anfangs noch viele Menschen auf die Satire hereingefallen sind, kommt das nur noch selten vor. Jergitsch kann mittlerweile vom Portal leben. Auch dank Werbung. Bezahlte und gekennzeichnete Artikel kommen wie die Satire-Storys daher. Bald gibt es die Tagespresse auch als App. Dann werden User per Push-Nachricht informiert, morgens um zehn Uhr.

 

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