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Auftritt in Graz

Udo Jürgens: Der perfekte Entertainer

Udo Jürgens live in Graz. In der bis auf den letzten Platz besetzten Stadthalle begeisterte der Entertainer Mittwoch Abend sein Grazer Publikum. Von Ute Baumhackl.

Udo Jürgens live in Graz
Udo Jürgens live in Graz © Gernot Eder
 

Der Abend ist perfekt gebaut. Zum Auftakt führt auf dem fast saalhohen Videoscreen hinter der Bühne eine Weltreise im Sternenflug von Klagenfurt über Berlin, Moskau, Peking Sidney, New York, Paris nach Graz. Stationen eines Künstlerlebens, aber auch ein Motto für den Abend: "Die Welt braucht Lieder". Die von Udo Jürgens nämlich, der zu den satten Klängen das gut 20köpfigen Pepe-Lienhart-Orchester auf die Bühne sprintet. Gut zwei Jahre ist es her, dass er das letzte Mal in Graz zu hören war.

In diesem Herbst ist er 80 Jahre alt geworden. Das merkt man Jürgens nicht an. Der wahrscheinlich vielseitigste Entertainer, Chansonnier, Musiker und Komponist des deutschsprachigen Raums hat die Lieder seines jüngsten Albums "Mitten im Leben" im Gepäck. Und dazu eine Botschaft, von der sein Publikum nicht genug kriegen kann: dass jedermann seine Kräfte freilegen kann und seinen Sehnsüchten nachgehen soll. Dass Besitz Ballast und Zeit kostbar ist. Dass die Liebe vergänglich ist und Größenwahn und Gier des Menschen den Planeten zerstören. "Lasst den Jungen ihren Spaß und den Alten ihre Würde" singt Jürgens. "Der gläserne Mensch" geißelt die Überwachungsnetze unserer Zeit, "Die Krone der Schöpfung" die Maßlosigkeit und Selbstüberschätzung des sogenannten Homo sapiens.

Stimmlich ist der Entertainer glänzend disponiert, souverän bis in die Höhen (und wo es not tut auch in ihrer Vermeidung). Das Orchester sorgt für satten Sound, der jeden Gusto bedient: Swing, Balladen, Groove. Pathos für die einen, E-Gitarrensoli für die anderen. Exquisite Instrumental- und Gesangssolisten dürfen glitzern. Auch den Grazern und ihrer Stadt werden zwischendurch reichlich Rosen gestreut. Jürgens lobt die alte Jazzmetropole und ihre Altstadt, "die ist nördlich von Italien einzigartig in Europa".

Die Grazer danken es dem Star mit Standing Ovations bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und derer gibt es viele. Speziell nach der Pause, wenn speziell die Fans bedient werden, die mit seinem jüngeren Oeuvre weniger vertraut sind. Dramaturgisch perfekt lässt Jürgens nun, einen nach dem anderen, die Kracher seines umfangreichen Evergreen-Repertoires vom Stapel: "Ich würd' es wieder tun" und "Der Mann ist das Problem", "Tausend Jahre sind ein Tag" und "Griechischer Wein".

Weil er explizit darum gebeten hat, sind seine Fans bis dahin brav sitzen geblieben. Danach: Stampede Richtung Bühnenrand, und Hits von "Ich war noch niemals in New York" (Mit einem gelungenen Ausflug zu Sinatras "How About You" und "New York, New York") bis "Aber bitte mit Sahne", "17 Jahr'", "Merci, Cherie", "Liebe ohne Leiden" und - Überraschung! - CCRs "Cottonfields".

Schluss ist erst nach drei Stunden. Mit Zugaben erst im unvermeidlichen Bademantel, danach in Jeans: Der allerletzte Song "10 nach 11" erzählt vom Alleinsein nach der Show. Da ist es tatsächlich schon fast 11, also auch wirklich Zeit zum Nachhausegehen.

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  • Kommentare (6)

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    d794bda829c183796b5a2cfcb3be6093
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    Bitte was ist eine

    "Nachtkritik" ..... ich kenne mich in dem Genre Hr. Jürgens nicht so gut aus.

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    UBaumhackl
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    Begriffsklärung

    Lieber Ferrando,
    eine Nachtkritik ist eine Rezension, die noch in der Nacht nach dem Ereignis verfasst wird. LG, ub

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    minerva
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    ob ers jetzt kapiert hat???

    ...der Ferrando!!!

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    Meine lieben Freunde, UBaumhackl und minerva ......

    das ist eine NACHTKRITIK, wie folgt:
    "Nachtkritik.de" veröffentlicht Rezensionen zu THEATERPREMIEREN in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz am Morgen nach der Premiere. In einer ergänzenden Presseschau werden an den Folgetagen repräsentative überregionale und lokale Kritiken zu der betreffenden Aufführung zusammengefasst.
    Dem Udo sein "Gesangerl" ist für mich keine Theaterpremiere liebe Fr. Ute Baumhackl. :-)))
    Schon möglich, dass der Udo irgendwann vielleicht den Theaterdirektor in Faust1, 2. Kapitel spielt und sagt ..... "Der Worte sind genug gewechselt, wir wollen Taten sehen, ....". Trotzdem freut mich, dass sie das Wort Nachtkritik aus ihrem Beitrag herausgenommen haben.
    Ganz für "deppert" dürft ihr mich nicht halten, meine Lieben von der Redaktion. :-))

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    d794bda829c183796b5a2cfcb3be6093
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    Jetzt frage ich nochmals .....

    ist eine "NACHTKRITIK" wie im Beitrag angeführt ..... eine KRITIK für die NACHT ..... was soll das diese Roteinfärbung, das ist ein ganz legale Frage.

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    boyle
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    es ist die kritik

    an umNACHTeten schlagerstars.

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