Dreharbeiten

Cornelia Froboess zeigt ihr "Pokerface"

Die Schauspielerin über ihren neuen TV-Film: In der Komödie "Pokerface" spielt sie eine brave Hausfrau, die in die zwielichtige Welt der illegalen Spielhöllen eintaucht.

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Filmpartner: Cornelia Froboess und Karl Fischer während der Dreharbeiten zu "Pokerface" in Graz © ORF
 

Sie zählt  zu den größten Schauspielerinnen auf deutschsprachigen Bühnen. Schon als Kind war sie ein Schlagerstar. Über "Pack die Badehose ein" und Filme wie "Mariandl" und "Conny und Peter machen Musik" fand sie ihren Weg ins ernste Fach, spielte an der Burg und im Münchener Residenztheater. Nun dreht sie in Graz mit Karl Fischer den TV-Film "Pokerface", eine Komödie mit Tiefgang. Erhard Riedlsperger ("Die Spielerin", "SOKO Donau") führt Regie, das Buch stammt von Uli Brée ("Brüder", "Live is Life").

Cornelia Froboess über ihre Rolle:

"Rosa ist ein Hausmütterchen, das von ihrer Familie nicht sehr gut behandelt wird. Als sie merkt, dass ihr Schwiegersohn spielsüchtig ist, wird sie detektivisch aktiv. Das erste Mal in ihrem Leben ergreift sie die Initiative und wächst mit ihren Aufgaben. Tatsächlich bringt sie so einiges ins Lot, nabelt sich dabei aber auch von ihrer Familie ab. Das hat mich interessiert: eine unscheinbare ältere Frau zu spielen, die plötzlich Mut zeigt und sich in der Milieu der Spielhöllen wagt. Es ist viel reizvoller, eine Frau zu zeigen, die Kräfte entwickelt, die jahrelang in ihr geschlummert haben und dann zum Ausbruch kommen, als eine, die von Anfang an tough ist. "

Über das Komödienfach:

"Auf dem Drehbuch steht ,Komödie', aber mit dem Begriff tu ich mir schwer. Und die Geschichte geht wesentlich tiefer, das Thema ist ja nicht unbedingt lustig. Es gibt aber auch ulkige Szenen zwischen den Kollegen und mir. Dass ohne Humor nichts zu machen ist, wissen wir ja auch in ernsten Lebenslagen."

Über die Rollen, die sie reizen:

"Wenn ein Stoff zu seicht wird, bringt mir das nix. Aber manchmal gibt's Figuren, mit denen man sich identifizieren lassen kann. Das können ruhig auch böse Menschen sein. Ich werde ja sowieso immer für die Frustrierten, für die schwerwiegenden Fälle geholt. Auch am Theater, da spiele ich jetzt in David Mamets "Die Anarchistin" bei Peymann am Berliner Ensemble."

Über Rollen für ältere Frauen:

"Das Angebot hat sich im Vergleich zu vor ein paar Jahren schwer verbessert. Nur irgendeine blöde Oma spielen interessiert mich nicht, das diskriminiert ja jede Großmutter. Schräge Charaktere: von mir aus, aber es braucht eine gewisse Tiefenwirkung. So wie in dem Film "Almuth und Rita", den ich im Vorjahr mit Senta Berger gemacht habe: Diese Frau war nicht nur komisch, sie hat sich aus existenziellen Gründen in die Komik gerettet. So was verstehe ich und das interessiert mich auch."

Über ihre Wiederentdeckung des Mediums Fernsehen:

"Ich habe jahrelang sehr viel Theater gespielt und keine Zeit fürs Fernsehen gehabt. Das spricht sich natürlich herum. Dann macht man ein, zwei Sachen fürs TV, wie zuletzt "Ostwind" mit Regisseurin Katja von Garnier, und auch das spricht sich herum."

Über Österreich:

"Ich drehe das erste Mal in Graz, aber in Österreich zu arbeiten ist eine Art Sentimental Journey für mich. Ich habe ja fast meine ganze Jugend hier verbracht, in den Filmstudios in Sievering und Schönbrunn, ich habe einen Österreicher geheiratet (Theatermacher Hellmuth Mathiasek, Anm.) und bin auch österreichisches Staatsbürgerin. Natürlich wähle ich hier auch. Meistens per Briefwahl."

Über ihren Bekanntheitsgrad:

"Bei Drehs in der Öffentlichkeit sind die Leute an sich sehr liebenswert. Heute grapschen sie einen nicht mehr so an wie früher, aber ich höre oft: Als Sie damals das und das Lied gesungen haben, habe ich mir ein Kleid wie das Ihre machen lassen. Oder: Damals im Kino in Ihrem Film habe ich meinen Mann kennen gelernt."

Über ihre Vergangenheit als Schlager- und Unterhaltungsstar:

"Ich habe meine Frieden damit gemacht und bin da absolut eins mit mir. Man hat versucht, mir einzureden, dass ich damit nichts mehr zu tun haben will. Das ist vollkommener Blödsinn. Manche Sachen waren schön, manche weniger. mMn steht dazu. Sisi-Syndrom habe ich deswegen keines. Wär' ja auch traurig, wenn man das hätte nach so langer Zeit."

Über ihre Freundschaft zu Peter Kraus:

"Ich könnte nicht mehr machen, was ich damals mit ihm gemacht habe, da käme ich mir vor wie meine eigene Parodie. Aber Peter macht seinen Rock'n'Roll auf eine Art, die ich ganz erstaunlich und ganz toll finde: voll Selbstironie. Er nimmt sich selber auf die Schippe und ist dabei ganz ungekünstelt ein Lausbub geblieben. Ich glaube, das macht auch seinen Erfolg aus. Er macht sein Ding mit diesem gewissen Augenzwinkern, und dadurch ist es auch überhaupt nicht peinlich, sondern ein entzückender Rückblick. Kürzlich ist er in München aufgetreten, da wollte ich ihn treffen. Aber dann kam mir "Pokerface" dazwischen."

Über etwaige Wunschrollen:

"Ich habe keine. Ich will gewünscht werden."

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