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Kärntens helle KöpfeWeltweit erfolgreich als Wissenschaftler, Erfinder und Schriftstellerin

Eine ordentliche Portion Einfallsreichtum und Mut zum visionären Denken, das beweisen Kärntner im Laufe der Jahrhunderte. Die Kleine Zeitung hat sechs von ihnen exemplarisch vor den Vorhang geholt.

Obere Zeile von links: Carl Auer von Welsbach, Ingeborg Bachmann und Alfred Warmuth; untere Zeile von links: Fritz Kuchler, Paul Watzlawick und Emanuel Herrmann
Obere Zeile von links: Carl Auer von Welsbach, Ingeborg Bachmann und Alfred Warmuth; untere Zeile von links: Fritz Kuchler, Paul Watzlawick und Emanuel Herrmann © Archiv Auer von Welsbach-Museum, APA (2), Freds Swim Academy, KK, Just
 

Chemiker

Carl Auer von Welsbach war österreichischer Chemiker und Unternehmer. Er gilt als der Entdecker der vier chemischen Elemente Neodym, Praseodym, Ytterbium und Lutetium. Zudem ist Auer von Welsbach der Erfinder des Glühstrumpfs im Gaslicht – dem Auerlicht –, der Metallfadenlampe und des Zündsteins – dem Auermetall – im Feuerzeug. Als gebürtiger Wiener gründete der vierfache Vater 1898 die Treibacher Industrie AG als Treibacher Chemische Werke in Kärnten und schuf die Marke Osram. Auer von Welsbach verstarb am 4. August 1929 in Mölbling, wo er zu Lebzeiten das Schloss Welsbach errichten ließ.

Schriftstellerin

Ingeborg Bachmann gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Die Lyrikerin und Prosaschriftstellerin wurde 1926 in Klagenfurt geboren. Zu ihren wichtigsten Werken zählen die Gedichte „Die gestundete Zeit“ und „Anrufung des Großen Bären“, der Roman „Malina“, die Erzählungen „Das dreißigste Jahr“ und „Simultan“ sowie das Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“. Nachdem sie in Rom 1973 verstorben war, wurde sie auf dem Friedhof Klagenfurt-Annabichl beigesetzt. Zu ihren Ehren wird seit 1977 jährlich der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen.

Querdenker

Alfred Warmuths Erfindung unterstützt in 50 Ländern Kinder beim Schwimmenlernen. Der ausgebildete Tennistrainer, Ski- und Schwimmlehrer machte sich zu Lebzeiten Gedanken, wie Kinder am besten das Schwimmen erlernen können. Für ihn waren Schwimmflügel und Schwimmring nicht die beste Lösung, da die Kinder mit ihren Beinen nach unten hängen. Jahrelang tüftelte der Villacher an einer Lösung. Diese war schlussendlich mit dem Swimtrainer geboren. Es handelt sich dabei um eine Schwimmhilfe, mit der Kinder im Wasser liegen. Heute führt seine Tochter Michaela Warmuth-Rüd das Unternehmen ihres Vaters, die Freds Swim Academy, weiter.

Revolutionär

Fritz Kuchler baute mit seiner Vision eine Weltmarke auf. In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts brachte der Klagenfurter die erste elektronisch gesteuerte Lebensmittelschneidemaschine auf den Markt. Er revolutionierte damit die Arbeit für Fleischhauer und Feinkostabteilungen in Supermärkten. Bis heute entwickelt und vertreibt die Kuchler-Gruppe mit Sitz in Klagenfurt weltweit Lebensmittelschneidemaschinen. Im vergangenen Jahr ist Kuchler im Alter von 79 Jahren verstorben. Im Laufe seines Lebens hat Kuchler über 500 Patente angemeldet.

Philosoph

Paul Watzlawicks Feststellung „Man kann nicht nicht kommunizieren“ zählt zum wohl weltweit bekanntesten Zitat zur Kommunikation. Der gebürtige Villacher war Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Philosoph und Autor. Seine Arbeiten beeinflussten die Psycho- und Familientherapie. Im deutschsprachigen Raum war der Kosmopolit besonders wegen seiner Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie und über den radikalen Konstruktivismus bekannt. Watzlawick lebte, arbeitete und verstarb 2007 in seiner Wahlheimat Palo Alto in Kalifornien.

Initiator

Emanuel Herrmann, gebürtiger Klagenfurter, gilt als der Initiator der Postkarte. Vor mehr als 150 Jahren schlug der Professor der Nationalökonomie in einem Artikel für die „Neue Freie Presse“ die Einführung der Korrespondenzkarte vor. Die österreichische Post befand die Idee Herrmanns als gut und schien weniger Sorge vor dem Austausch privater Nachrichten zu haben als die preußische Post, die einige Jahre zuvor Herrmanns Vordenker hatte abblitzen lassen. Innerhalb kurzer Zeit wurden drei Millionen Karten verschickt. Ein finanzieller Erfolg, der Herrmann zum Schloss Seefels am Wörthersee verhalf.

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