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Forschung aus Kärnten - FHAufbruch in die digitale Versorgung

Die Pflege und Gesundheit älterer Menschen wird zunehmend herausfordernd. Forscher suchen nach digitalen Lösungen.

Ferndiagnose mittels medizinischer Daten: Digitale Technologien könnten den Landärztemangel lindern und Senioren das Leben erleichtern
Ferndiagnose mittels medizinischer Daten: Digitale Technologien könnten den Landärztemangel lindern und Senioren das Leben erleichtern © Elnur - stock.adobe.com
 

Ein nicht so fernes Zukunftsszenario: Das Blutdruckmessgerät ist mit dem Internet verbunden. Die täglichen Messwerte werden an eine Datenbank gesendet, der behandelnde Arzt ist ständig über die aktuellen Werte informiert. Der wöchentliche Besuch in der Ordination zum Blutdruckmessen wird hinfällig. Telemedizin nennt sich diese digitale Entwicklung – sie verspricht gerade älteren Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, Erleichterung.

Diese Generation steht im Mittelpunkt des Projekts „Coop4Healthcare“, das von der FH Kärnten federführend in Angriff genommen wurde. Ziel ist es, den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung entgegenzutreten: „Die demografische Entwicklung verlangt mehr Pflege und Gesundheitsversorgung, gleichzeitig beobachten wir die Ausdünnung der ländlichen Infrastruktur, Abwanderung und einen Landärztemangel“, sagt die Informationstechnikerin Sandra Lattacher. Als Projektverantwortliche der FH hat sie selbst zu digitalen Assistenzsystemen für ältere Menschen geforscht und koordiniert nun grenzüberschreitende Forschungsprojekte. Indem Wissen von Experten aus ganz Europa vernetzt wird, will man neue Ideen für aktuelle Herausforderungen finden.

„Wir wollen internationale wissenschaftliche Kooperation ermöglichen, auch über den Projektraum Österreich und Slowenien hinaus. Im nächsten Schritt möchten wir den Start von insgesamt 42 Pilotprojekten zum Thema Gesundheitsversorgung anstoßen“, sagt Lattacher. Sechs weitere Partnerinstitutionen kooperieren mit der FH bei dem Vorhaben.

Mitreden sollen aber auch die Betroffenen selbst können: Alle Projekte finden im „Living Lab“ statt, sollen also unter Einbeziehung der Öffentlichkeit vonstattengehen. „Wir wollen, dass die künftigen Nutzer der digitalen Technologien Anteil an der Entwicklung haben. Patienten, Verwandte, Ärzte – wir wollen allen eine Stimme geben“, sagt Lattacher. Nur so könne das Vorhaben gelingen.

Projektinfos

Coop4Health ist ein Kooperationsprojekt koordiniert von der FH Kärnten mit Institutionen und Firmen aus Österreich und Slowenien. Es ermöglicht Wissenstransfer und Pilotprojekte für innovative Gesundheitslösungen. Die EU fördert das Vorhaben im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg mit einem Gesamt-Projektbudget von über 950.000 Euro.

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