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Forschung aus Kärnten - FHTausche Hörsaal gegen Kegelbahn

Studierende der FH setzen Entwürfe in die Praxis um: Die Revitalisierung eines Leerstandsobjekts birgt großes Potenzial.

Im Hintergrund erkennbar: ein Raumteiler, der die Kegelbahn nutzbar macht
Im Hintergrund erkennbar: ein Raumteiler, der die Kegelbahn nutzbar macht © KK
 

Am Anfang: tiefe Stirnfalten, skeptische Blicke, besorgte Gesichter. „Als wir die alte Kegelbahn das erste Mal besichtigten, waren die Studierenden alles andere als zuversichtlich, dass man daraus noch was machen könnte. Jetzt, nach Projektabschluss, sind die Zweifel wie weggewischt“, sagt Alexander Hagner. Der Professor für Soziales Bauen an der FH Kärnten konnte eine steile Lernkurve seiner Studierenden mitverfolgen – nicht zuletzt dank dem Motto „Why not!“

„Warum nicht?“, fragte man sich beim gleichnamigen Projekt des Studiengangs für Architektur: Ausgangspunkt war ein verlassenes Grundstück in Klagenfurt, das einst eine Asylwerberunterkunft, ein Gasthaus und eben eine Kegelbahn beheimatete. Die Vereine Der.Raum – Brückenbauer zwischen den Kulturen und VOBIS – offene Begegnung und Integration durch Sprache kamen auf die FH zu und baten um Hilfe bei der Revitalisierung der Leerstandsobjekte. Aus der Anfrage entwickelte sich ein Semesterprojekt, das jahrgangsübergreifend konzipiert wurde: „Wir haben jüngere Studierende mit älteren zusammengetan, damit sie voneinander lernen können. Im Laufe des Projekts stellten wir fest, dass hier ein Potenzial für ein neues Stadtteilzentrum schlummert“, sagt Hagner.

Die Studierenden beschäftigen sich aber zunächst mit den unmittelbaren Herausforderungen: Was stellt man mit einer alten, desolaten Kegelbahn an, die durch ihren lang gezogenen Grundriss kaum Verwendungsmöglichkeiten bietet? Die Antwort: Werkstätten, ein Café oder einen Modeshowlaufsteg.

Raumteiler auf Rollen sollten dieses Kunststück der Wandlungsfähigkeit möglich machen. Die Studierenden legten dabei selbst Hand an und setzten ihre Entwürfe in die Praxis um. „Das Ergebnis ist ein flexibel nutzbarer Raum, dessen Potenzial zu 95 Prozent ausgeschöpft wird“, freut sich Hagner. Auch die Projektpartner waren begeistert – und wollen die Revitalisierung weiter voranbringen.

Info

Waidmannsdorf in Klagenfurt ist der Schauplatz des Projekts „Why not!“. Ziel ist es, eine leer stehende, scheinbar wertlose Immobilie zu einem Ort der Begegnung, des Austausches, des gemeinsamen Arbeitens oder der Weiterbildung zu machen. Seit Juli 2018 arbeiten Vereine, Private und zehn FH-Studierende an der Umsetzung. Die Initiative ist auf Spenden angewiesen. Mehr Informationen auf: blog.fh-kaernten.at/fresh

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