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Forschung aus Kärnten - PHBernhard Schmölzer: „Staunen kann nur der Anfang sein“

Das NAWImix der PH Kärnten erhält großes internationales Lob. Leiter Bernhard Schmölzer erklärt, warum Schüler dort nachhaltiger Wissen erwerben.

Forschendes Lernen: Gerade Naturwissenschaften profitieren davon
Forschendes Lernen: Gerade Naturwissenschaften profitieren davon © Fotolia/Robert Kneschke
 

Herr Schmölzer, seit 2012 betreibt die PH Kärnten mit dem NAWImix eine Experimentierwerkstatt, in der Besucher mittels forschendem Lernen auf die Naturwissenschaften hingeführt werden. Wie schaut die bisherige Bilanz aus?
BERNHARD SCHMÖLZER: Wir haben zwei Publikationen in Arbeit, die sich mit der statistischen Auswertung der Rückmeldungen all jener beschäftigt, die bisher durchs NAWImix gegangen sind, sowohl Schüler als auch Lehrer. Die ersten Daten liegen am Tisch, und sie zeigen zwei hoch signifikante Ergebnisse: Zum einen steigt mit dem forschenden Lernen die Akzeptanz, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen, und zum Zweiten erhöht die aktive Auseinandersetzung in Form von Experimenten auch das Interesse bei den Schülern und Lehrern.

Selbst ausprobieren ist also sinnvoller als Frontalunterricht?
Ich zitiere da gerne den englischen Naturforscher Michael Faraday: „Der einfachste Versuch, den man selbst durchführt, ist besser als das schönste Experiment, bei dem man nur zuschaut“. Nachhaltiger Wissenserwerb funktioniert nur dann, wenn wir vom herkömmlichen Lernen weggehen und Häuser des Lernens gestalten – eben solche wie das NAWImix, wo Lehrer auf vorbereitete Materialien zugreifen können und die Schüler ins Staunen geraten.

Reicht staunen schon aus, um Wissen nachhaltig zu erwerben?
Das kann nur der Anfang sein. Wie beim sportlichen Training müssen immer wieder Reize gesetzt werden, die zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Intensität das Interesse wecken. Wir wissen aus der Entwicklungspsychologie, dass Lernen einen sehr hohen emotionalen Anteil besitzt. Diese Emotionen bei den Lernenden zu wecken, damit kann man gar nicht früh genug anfangen.

Nun gibt es bereits gar nicht wenige „Häuser des Lernens“, nur nennen wir sie Schulen. Müssen die bestehenden Konzepte von Lernorten vollständig niedergerissen werden?
Der Großteil unserer Schulen sind bereits Häuser des Lernens, in einem Sinn, dass sie von den Lernenden mitgestaltet wurden. Ganz besonders gut funktioniert das dann, wenn schon beim Bau eines Schulgebäudes die künftigen Nutzer miteingebunden werden. Rund um den Bodensee kann man das gut beobachten: Da durften Schüler, Eltern und Lehrer bei Neubauten mitgestalten. Das Ergebnis sind Häuser, die mit den uns bekannten Schulen nur mehr wenig gemeinsam haben.

Auch das NAWImix erinnert nicht unbedingt an das klassische Klassenzimmer. Eben erst wurde Ihr Konzept mit dem Preis der internationalen Vereinigung der Wissenschaftsparks (IASP) ausgezeichnet. Überraschend?
Sehr, zumal wir die erste und einzige Bildungseinrichtung sind, die jemals diesen Preis erhalten hat. Wir verdanken das kongenialen Partnern aus der Wirtschaft und einem Team aus fachwissenschaftlichen Profis.

Internationale Auszeichnung

Das NAWImix der PH Kärnten hat in einer weltweiten Ausschreibung des Ideenwettbewerbs „Inspiring Solutions“ für Entwicklungen in Technologie- und Wissenschaftsparks hinter Litauen und China den 3. Platz errungen. Die PH Kärnten ist die einzige Bildungseinrichtung, die bislang mit diesem Preis ausgezeichnet wurde.

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