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Forschung aus Kärnten - PHIm Dschungel der Sprachen des Unterrichts

Jedes Fach hat seine eigene Sprache – und das bereitet Schülern Probleme. Die PH Kärnten hat eine Lösung: sprachbewusster Unterricht.

Ein Schultag mit fünf verschiedenen Fächern konfrontiert Lehrer wie Schüler mit fünf verschiedenen Sprachen – eine Herausforderung
Ein Schultag mit fünf verschiedenen Fächern konfrontiert Lehrer wie Schüler mit fünf verschiedenen Sprachen – eine Herausforderung © Fotolia/Robert Kneschke
 

Montagmorgen in der Schule: Zur ersten Stunde grüßt die Hypotenuse, im nächsten Fach der Anapäst, nach der Pause die Thermodynamik. Schüler sind über den Tag mit einer Vielzahl von verschiedenen Fachvokabeln konfrontiert, die Stunde für Stunde wechseln. Aber nicht nur die Begriffe, die jedem Unterrichtsfach von Mathematik bis Musik zu eigen sind, variieren, sondern auch die Sprache, die Lehrer verwenden. Und das bereitet Schülern Probleme.

„Jedes Fach hat nicht nur ein eigenes Vokabular, sondern auch eine eigene Syntax und Grammatik, die sich von der Alltagssprache stark unterscheiden. Die Fachsprache, die Lehrer für die Vermittlung ihres Unterrichtsstoffes verwenden, ist wesentlich komplexer als die Umgangssprache“, sagt Edith Erlacher-Zeitlinger. Die Leiterin des Instituts für die Sekundarstufe an der PH Kärnten ist überzeugt, dass ein Lernerfolg nur dann möglich ist, wenn Schüler die jeweilige Sprache des Faches verstehen und die Sprache als Werkzeug benutzen können. Den stetigen Wechsel zwischen den verschiedenen Fachsprachen, dem Schüler pro Tag mehrmals ausgesetzt sind, bezeichnet Erlacher-Zeitlinger als „die Hauptschwierigkeit im Bildungsprozess“.

Das Mittel dagegen lautet „sprachbewusster Unterricht“. Diesen Schwerpunkt forciert die PH in ihrem Weiterbildungsangebot, um den Unterricht für alle Beteiligten zu erleichtern und zu optimieren. Basis dafür ist ein mehrstufiges Modell für schulinterne Fortbildungen, dass am Institut für Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Pädagogik der Sekundarstufe entwickelt wurde. „Kern dieser Fortbildung ist es, die Lehrenden für einen sprachbewussten Unterricht zu sensibilisieren und ihnen Methoden zu vermitteln, die es ermöglichen, den Prozess der Sprachbildung für alle Schüler weiter zu entwickeln“, sagt Erlacher-Zeitlinger.

Die Methoden umfassen Sprachförderung, Aufbau eines fachspezifischen Wortschatzes und Strategien zum Lesen und Verstehen von Fachtexten. Aktuell läuft an der Praxisschule der PH auch ein Forschungsprojekt, das den Einfluss von Aufgaben auf die Schreibkompetenz der Schüler untersucht.

Fachtagung

Tag des sprachbewussten Unterrichts lautet das Motto der Veranstaltung, zu der die PH Kärnten am 18. September von 10 bis 16.30 in Klagenfurt (Hubertusstraße 1) einlädt. Die Leiterin des österreichischen Sprachenkompetenzzentrums, Carla Carnevale, hält einen Vortrag zum Thema „Wie das Fach zur Sprache kommt“. In Workshops wird dieser Fragestellung näher auf den Grund gegangen. Infos und Anmeldung auf ph-kaernten.ac.at

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