Forschung aus Kärnten - FHDie Zukunft macht in Kärnten halt

Kärnten wird zur Pilotregion für die Erprobung neuer Technologien. Die FH sucht nach konkreten Anwendungen für autonomes Fahren und 5G-Funk.

Dieser Bus von Mercedes kann ohne Fahrer auf der Straße unterwegs sein. Noch fehlt die Zulassung, trotzdem kann er heute in Pörtschach besichtigt werden
Dieser Bus von Mercedes kann ohne Fahrer auf der Straße unterwegs sein. Noch fehlt die Zulassung, trotzdem kann er heute in Pörtschach besichtigt werden © KK/Mercedes-Benz
 

Österreich-Premiere: Zum ersten Mal rollt der Mercedes-Benz Future Bus über heimische Straßen und macht in Pörtschach Station. Der fahrerlose Bus lässt sich am Samstag noch bis 16 Uhr am Monte Carlo Platz bestaunen und besteigen – befahren allerdings nicht. Das autonome Fahrzeug ist seiner Zeit so weit voraus, dass es mangels Rückspiegel und anderer technischer Vorgaben keine Straßenzulassung erhalten darf. Die Gesetzeslage hinkt eben noch nach.

Davon lassen sich die Pioniere der Digitalisierung und Mobilität allerdings nicht aufhalten – die Leistungsschau in Pörtschach ist erst der Auftakt zum Großprojekt SURAAA, das neue Maßstäbe in der Erforschung und Umsetzung von Zukunftstechnologien aufstellen will. Acht Millionen Euro investieren Land, Bund und Technologieunternehmen, um herauszufinden, wie neue technische Entwicklungen bestmöglich genutzt werden können.

Forschungspartner mit Federführung in diesem Unternehmen ist die FH Kärnten, die vor allem der Frage nachgeht, wie konkreter Nutzen mit den neuen Technologien gestiftet werden kann. „Es hat wenig Sinn, wenn man eine neue Hightech-Infrastruktur zur Verfügung stellt, die dann keiner nutzt. Hier ist es die Aufgabe der FH, Anwendungen zu generieren, die für den Alltagsgebrauch relevant sind“, sagt Peter Granig. Der FH-Rektor koordiniert die wissenschaftlichen Anstrengungen, die seine Kollegen in den verschiedenen Fachbereichen verfolgen. Im Studienbereich für Wirtschaft und Management etwa sucht man nach neuen Geschäftsmodellen, die Abteilung für Engineering und IT erforscht unter anderem das Potenzial von Digitalisierung und Robotik in der Landwirtschaft. Auch der „smarte Tourismus“ steht auf der Agenda der Forscher – und findet in Pörtschach gleich eine ideale Umgebung für ein „Living Lab“, also eine Umgebung, in der Technologien in Alltagssituationen einem Praxistest unterzogen werden können.

„In diesem Living Lab sollen für Bürger und Unternehmen die neuen Technologien spürbar und erlebbar gemacht werden. Wir sind schon sehr gespannt darauf, welche Inputs von den Nutzern eingebracht werden“, sagt Granig. SURAAA soll vom Austausch und offener Kommunikation mit den Nutzern profitieren. Spannend ist dieses Projekt nicht zuletzt auch für die Studierenden der FH, die in die Erprobung des neuen Mobilfunkstandards 5G und autonomer Mobilität aktiv teilnehmen – und vielleicht eine zündende Idee für ein vielversprechendes Start-up einbringen.

Projektinfo

SURAAA steht für „Smart Urban Region Austria Alps Adriatic“. Das Projekt erforscht bis 2023 das Potenzial von 5G-Technologie, autonomen Fahren, smartem Tourismus und Digitalisierung. Die Projektleitung liegt beim Land Kärnten.

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