LehreWas macht ein E-Commerce-Kaufmann?

Der Onlinehandel geht durch die Decke. Monika Bachinger und Thomas Spörk haben die Lehre zum E-Commerce-Kaufmann abgeschlossen. Sie gewähren einen Blick hinter die Kulissen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© tadamichi - stock.adobe.com
 

Onlineshopping: Für die einen ist es in dieser Zeit ein sicherer Weg, Weihnachtsgeschenke zu besorgen, für die anderen ist es ein heiß diskutiertes Thema und für wiederum andere ist es Berufsalltag und Zukunfts-Chance. So wie für Thomas Spörk und Monika Bachinger, die sich beide für die Lehre zum E-Commerce-Kaufmann entschieden und vor Kurzem abgeschlossen haben. Da Spörk sowie Bachinger bereits absolvierte Ausbildungen angerechnet wurden, gehören sie zu den Ersten, die diese Lehre, die 2018 im Rahmen des Lehrberufspakets eingeführt wurde und drei Jahre dauert, in der Tasche haben. Hier gewähren die E-Commerce-Experten einen Blick hinter die digitalen Kulissen eines Onlineshops und verraten, wie ihr Arbeitsalltag aussieht.

Thomas Spörk, E-Commercekaufmann
Thomas Spörk, E-Commercekaufmann Foto © Juergen Fuchs
Er habe immer schon ein Händchen für Computer gehabt, erklärt Thomas Spörk in standesgemäßer Programmiererwäsche. Im Oktober hat der 24-Jährige aus Kleinsemmering seine Lehrabschlussprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. „Es war echt toll, weil man sich in so vielen verschiedenen Bereichen einfach ausprobieren kann“, lässt er die Zeit Revue passieren. Nun arbeitet er als „Business Owner E-Commerce“ bei der Bademoden- und Dessousmarke Lascana und ist der Hahn im Korb des sechsköpfigen Teams. „Ich bin vor allem für die Shopweiterentwicklung und Technik im Einsatz. Ein gutes Beispiel ist die Filteroption. Der Kunde soll schnell und sehr genau finden, wonach er sucht. Dass er das tut, ist mein Job.“

Beruf der Zukunft

Thomas Spörk schätzt seinen Beruf als absoluten Zukunftsberuf ein und entkräftet damit auch die am häufigsten geäußerte Kritik am Onlinegeschäft. „Ich diskutiere auch mit vielen meiner Freunde wegen des Onlineshoppens und was es mit dem stationären Handel macht. Es wird in Zukunft nicht um Entweder-oder gehen. Ich denke, dass es zukünftig so aussehen wird, dass es eine Kombination aus stationär und online braucht. Dann haben beide Seiten gute Chancen.“

Zur Ausbildung

Der Lehrberuf des E-Commercekaufmanns
wurde im Jahr 2018 im Rahmen des Lehrberufpakets geschaffen. Die Lehre dauert drei Jahre.
Mögliche Einsatzfelder sind unter anderem: Webshopbetreuung, Webshopverkauf, Webshop-Contentmanager und E-Commerce-Manager.
Qualifikationen: Pflichtschulabschluss/Matura, gute Noten in Deutsch, Mathematik, Englisch, technisches Verständnis (EDV), Kenntnisse über
Microsoft-Office-Anwendungen, Interesse an
E-Commerce und Social Media, kaufmännisches Interesse. Weitere Informationen: www.wko.at

Doch worauf kommt es in seinem Arbeitsalltag an? Einerseits müsse er sich in die Kunden hineinversetzen, andererseits aber auch auf kulturelle Unterschiede im User-Verhalten Rücksicht nehmen. „Ich arbeite zum Beispiel gerade an der Seite für die französische Schweiz. Da merkt man schon, dass die Leute beim Log-in freigiebiger mit den Daten sind als die Österreicher.“ Aber auch die Konzeption eines BH-Größenrechners gehört zum Joballtag des E-Commerce-Kaufmanns. „Es geht darum, den Kunden den Einkauf so angenehm wie möglich zu machen.“
Monika Bachinger, E-Commercekauffrau Foto ©
Auch Monika Bachinger ist seit Kurzem offiziell E-Commerce-Kauffrau und im Salzburger Standort des Versandhändlers Unito tätig, zu dem die Marken Otto, Universal, Quelle, Ackermann und eben auch Lascana zählen. Ihr Einsatzgebiet ist das Newsletter-Marketing. Bachinger hatte zwar schon eine Lehre als Bürokauffrau in der Tasche, hat sich aber immer schon für Mediendesign und Produktmanagement interessiert. Deswegen hat sie 2018, als sie vom neu geschaffenen Lehrberuf erfuhr, nicht lange gezögert. „Am besten hat mir gefallen, dass die Ausbildung wirklich sehr abwechslungsreich und vielfältig ist“, erklärt sie. Einerseits könne man seine Zahlenaffinität ausleben und auf der anderen Seite durchaus auch kreativ sein. „Es beginnt schon bei der Ausbildung. Bei Unito durchläuft man verschiedene Stationen – Sortimentsmarketing, E-Mail-Marketing, Onlinemarketing oder Suchmaschinenoptimierung“, so Bachinger, die in ihrer Lehrzeit wegen der Coronapandemie von zu Hause aus gearbeitet hat. „Ich habe mich trotzdem immer gut betreut gefühlt, weil immer nachgefragt wurde, wie das Distance-Learning mit der Berufsschule funktioniert, und fand es sehr positiv, dass man mir als Lehrling so viel zugetraut hat.“


Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.