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ÖBB-Chefin Technische Services"Ein Chef fördert und fordert wertschätzend"

Sandra Gott-Karlbauer, Geschäftsführerin bei ÖBB Technische Services über ihren Umgang als Führungskraft mit der Coronakrise, kindliche Berufswünsche und was gute Chefs ausmacht.

© (c) Marek Knopp Marek Knopp
 

Wie gehen Sie als Führungskraft mit der Coronakrise um?
Die Kunst ist es, aktuell in der sehr bewegten Zeit, in der laufend neue Informationen und Erkenntnisse entstehen, das Relevante herauszufiltern und klare und einfache Botschaften an alle MitarbeiterInnen zu senden. Hilfreich ist sicher, dass wir uns in der ÖBB gemeinsam klare Regeln geben und Orientierung bieten.

Wie schafft man es, Mitarbeiter in unsicheren Zeiten zu motivieren?
Das wichtigste ist, dass alle Mitarbeiter merken, dass ihre Sicherheit und die unserer Fahrgäste an erster Stelle stehen. Zusätzlich halten wir über tagesaktuelle Änderungen mit allen Kontakt und versuchen sehr zeitnah auf Probleme vor Ort zu reagieren. Wir haben auch ÖBB-weit eine Mitarbeiterumfrage gestartet und auf Basis der Erkenntnisse entwickeln wir uns ebenfalls weiter. Die Sicherheit und Gesundheit aller steht hier an erster Stelle.

Von welchem Beruf haben Sie als Kind geträumt?

Ich wollte früher erst Privatdetektivin und später Geheimagentin werden. Daher habe ich immer Yps und alle Detektivromane gelesen. Das hat mich so fasziniert, dass ich mit Freunden bei uns zu Hause Banden organisiert und „Fälle gelöst“ habe. Auch meine Barbies waren alle Geheimagentinnen.

Wer hat Sie am meisten gefördert?
Als Kind definitiv mein Vater. Er hat mich lange alleine großgezogen. Durch ihn habe ich ein gutes Selbstvertrauen. Denn er gab mir immer das Gefühl, alles schaffen zu können und legte damit eine wichtige Grundlage für mein späteres Leben und meine berufliche Laufbahn.

Wo haben Sie das Führen gelernt?
Als Kind bei den Pfadfindern und später als Schwimmlehrerin mit Kinder- und Jugendgruppen.

Zur Person

Sandra Gott-Karlbauer ist
Geschäftsführerin der ÖBB Technische Services GmbH.
Laufbahn: Gott-Karlbauer hat in Wien Psychologie und Internationale Betriebswirtschaft studiert. Danach war sie ab 2005 bei Siemens – unter anderem als CEO der Business Unit Urban Transport tätig.
2018 wechselte die Kärntnerin zur ÖBB.


Was zeichnet gute Chefs aus?
Für mich ist ein guter Chef eine Person, die Menschen wirklich mag und Mitarbeiter sowohl fördert als auch wertschätzend fordert. Außerdem sollte sie sich als Person nicht zu wichtig nehmen und die Sache selbst sowie das Kollektiv in den Vordergrund stellen.

Was schätzen Sie an Mitarbeitern?
Eine eigene Meinung, Einsatz, Loyalität, Empathie Durch welchen Misserfolg sind Sie gereift?
Durch meine Scheidung. Seitdem lege ich mehr Wert auf eine bessere Vereinbarkeit zwischen Privat- und Berufsleben – auch bei meinen Mitarbeitern.

Worauf achten Sie bei einer Bewerbung?
Auf einen individuellen, persönlichen Mix. Dazu gehören emotionale Intelligenz und ob der Bewerber aufgrund seiner Persönlichkeit oder fachlichen Kompetenz die Diversität des Teams bereichert.

Sind Sie für die Frauenquote in Chefetagen?
Ich bin eindeutig für Frauen in Führungspositionen. Die Frauenquote ist dafür eine Möglichkeit. Im ÖBB-Konzern, der naturgemäß sehr techniklastig ist, haben wir zum Beispiel das Ziel, den allgemeinen Anteil von Frauen bis 2023 auf über 16 Prozent zu heben.
Was erzürnt Sie als Staatsbürgerin?
Als ein großes Umwelt- und gesellschaftspolitisches Thema die Ungleichbehandlung zwischen Straße, Luftfahrt und Schiene. Ich bin der Meinung, dass es mehr Kostenwahrheit im Verkehr braucht, um den Anteil des Schienenverkehrs am Modal Split weiter zu steigern.

Was ist Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit?
Im Zuge meiner Tätigkeit bei den ÖBB trage ich jeden Tag zur nachhaltigen Mobilität und zur sozialen Nachhaltigkeit der Arbeitsplätze bei. Es ist mir auch wichtig, dass ich mit meiner Tätigkeit einen positiven Impact auf die Gesellschaft und die Umwelt habe.

Welches Auto fahren Sie?
Ich fahre, wann immer es möglich ist öffentlich. Ansonsten habe ich einen Kombi.

Worauf kommt es an im Leben?
Das ist sehr subjektiv und abhängig vom eigenen Werteverständnis. Wenn ich es bei ein paar Menschen schaffe dazu beizutragen, ihr Leben zu verbessern und ihnen Liebe zu geben, dann gibt mir das innere Zufriedenheit.

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