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Interview

Aexattack schaffte es vom Keller auf die große Bühne

Axl Truschner (24) spricht über den langen Weg der einstigen Kellerband "Aexattack" aus Völkermarkt in die FM4-Charts und auf die Bühne mit Wanda. Aber auch über sein Streben nach Freiheit.

Das sind Aexattack: Axl Truschner, Moritz Rauter, Christoph Lieber, Wolfgang Kanduth und Helmut Schwab (von links)
Das sind Aexattack: Axl Truschner, Moritz Rauter, Christoph Lieber, Wolfgang Kanduth und Helmut Schwab (von links) © Philip Lichtenegger
 

Mit "Stay Young" hat „Aexattack“ heuer sein Debütalbum herausgebracht, das auf Platz zwei der Austrian Indie Charts landete, die gleichnamige Single erreichte Platz zehn bei den FM4-Charts. Jetzt steht ihr mit Wanda auf der Bühne. Wie ist das gekommen?
AXL TRUSCHNER: Die Band "Aexattack" haben wir 2007 in der Schulzeit gegründet. Anfangs war es nur Spaß. Wir haben zwar Konzerte gespielt, aber es war nie der Plan, dass unsere Musik im Radio rennt. Nachdem wir schon so viele eigene Songs hatten, wollten wir aber ein Album machen. Dass es sich so entwickelt, war nicht geplant. Es ist einfach passiert. Es war aber sehr wichtig für uns, dass wir uns von der Hobbykellerband weiterentwickelt haben. Wir arbeiten jetzt ganz anders an unserer Musik.


Wie beschreibt ihr die Musik, die auf eurem Debütalbum "Stay Young" zu hören ist?
TRUSCHNER: Die Musik ist ehrlich. Die Songs wurden nicht extra für das Album geschrieben, sondern haben sich über Jahre entwickelt. Man kann es als Noise Pop beschreiben, Popmusik mit lauten, verzerrten Gitarren. Wir sind happy damit, aber gerade in einer extremen Entwicklungsphase.

Eine musikalische Kostprobe:

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Das Album ist bei "SissiRecords" erschienen, ein Label, dass ihr selbst gegründet habt.
TRUSCHNER: Das Interesse, zu einem Label zu gehen, war nie da. Uns ist Unabhängigkeit sehr wichtig. Die erste Platte war ein Selbstfindungstrip. Wir wollten bewusst bestimmen, was wir tun. Wir sind komplett frei.

Wer schreibt die Songs und woher kommt die Inspiration?
TRUSCHNER: Wir schreiben unsere Lieder gemeinsam. Einer kommt mit einer Idee in den Proberaum und wir arbeiten dann daran. Musikalisch werden wir tagtäglich inspiriert – und sei es von einer Autotüre, die quietscht.

Der Titel des Albums "Stay Young" wurde durch ein Tattoo
auf Ihrer Brust verewigt. Wollen Sie für immer jung bleiben?
TRUSCHNER: Generell geht es im Album ums Rebellieren und Jungsein. Den naiven Zugang nicht zu verlieren und das unbeschwerte Leben, das man als Jugendlicher führt, nie zu vergessen. Mir persönlich geht es nicht ums Jungbleiben. Wenn man älter wird, wird man auch reifer und entwickelt sich weiter. Was ich aber nie möchte ist, das Finanzielle so in den Vordergrund zu stellen, dass ich mein Leben vergesse. Der Spaß am Leben hat für mich Priorität.

Das Cover, Truschner ließ sich den Titel tätowieren
Das Cover, Truschner ließ sich den Titel tätowieren Foto © Privat

Weil Sie das Finanzielle ansprechen: Würden Sie es auch ohne Ihren Brotberuf Tontechniker schaffen?
TRUSCHNER: Es würde schon gehen, aber dann würde ich wahrscheinlich wieder da leben, wo wir gerade das Interview führen: bei meinen Eltern (lacht). Natürlich kann man in Österreich von der Musik leben, aber das ist halt ein sehr harter Weg.


Wie war das Gefühl, als ihr das erste Mal einen eurer Songs im Radio gehört habt?
TRUSCHNER: Wir haben die FM4-Charts gehört und gehofft, dass unser Song kommt. Wir waren schon total frustriert, weil der Song einfach nicht kam und haben eine Zigarette nach der anderen geraucht. Dass der Song bei Platz zwölf einstieg und dann auf den zehnten Platz hochwanderte, damit haben wir nicht gerechnet. Das Gefühl, dass etwas funktioniert, was du machst und es Menschen anspricht, kann man mit der ersten großen Liebe vergleichen. Das sind Emotionen, die kann man nicht beschreiben.


Was waren die Höhepunkte in diesem Jahr?
TRUSCHNER: Die Release-Show im WUK in Wien, der Auftritt am Donauinselfest und der Gürtel Nightwalk. Es ist unglaublich, wenn das Publikum deinen Song mitsingt.

Am 20. November steht ihr in der ausverkauften Messehalle Klagenfurt mit Wanda, der derzeit erfolgreichsten österreichischen Band, auf der Bühne. Kennt ihr die Musiker?
TRUSCHNER: In der österreichischen Musikszene kennt man sich. Ich habe Wanda auch einmal tontechnisch betreut. Bei uns arbeiten die Musiker miteinander und nicht gegeneinander.


Vor Kurzem waren zehn Bands aus Österreich auf den ersten zehn Plätzen auf FM4. Wie würden Sie die momentane Stimmung in der österreichischen Musikszene beschreiben?
TRUSCHNER: Ich bin froh, dass es Vorreiter wie Bilderbuch oder Wanda gibt, wodurch Radiosender und Labels mehr auf heimische Nachwuchsacts achten. Das motiviert die jungen Bands. Das Tabu, dass man als österreichische Band es eh nicht schafft, ist weg.

Der Song "Starlight":

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Wie sind Sie eigentlich zur Musik gekommen?
TRUSCHNER: Wenn man in Kärnten aufwächst, dann stürzt man sich entweder in die Musik oder in den Sport. Da die Kulturlandschaft hier uninteressant ist, bin ich so früh wie möglich nach Wien gezogen. Zur Musik gebracht hat mich unter anderem mein Opa Franz Verhounig. Er war Kapellmeister in Griffen und als ich klein war, habe ich ihm gerne beim Dirigieren zugeschaut. Er legte den Grundstein dafür, dass ich Musiker geworden bin.


Was wollen Sie als Musiker erreichen?
TRUSCHNER: Ich will mit mir und dem was ich mache, zufrieden sein. Ohne Zweifel geht es nicht, denn sonst würde man nicht weiterkommen, aber ich will das Leben um die Musik herum gestalten. Im Idealfall könnte die Musik mein Leben gestalten. Als nächster Schritt ist aber definitiv ein zweites Album geplant.

INTERVIEW: DANIELA GRÖSSING

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