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St. KanzianDas Wappen der Gemeinde St. Kanzian: Backware ohne Ablaufdatum

Aus unserer Serie zu den Wappen in Kärnten: Die Striezel am Wappen St. Kanzians haben zwar Jahrhunderte am Buckel, sind aber nicht aus der Mode.

Striezelwerfen Stein Jaunatl 2019
Das Striezelwerfen in Stein geht auf die Heilige Hildegard zurück © Weichselbraun
 

Von der längst ausgestorbenen Sippe der Aribonen ist im kulturellen Gedächtnis nicht viel übergeblieben. Dabei waren sie von 850 bis 1100 in Bayern und heutigen österreichischen Gebieten von Bedeutung und hinterließen als Stifter von Millstatt Spuren. Ein Abkömmling der Sippe prägt sogar noch heute das Gemeindeleben in St. Kanzian: die Heilige Hildegard von Stein.
Diese historisch bezeugte Adelige galt als große Wohltäterin der Armen und hinterließ Stiftungen mit dem Zweck der Armenspeisung – und das im 10. Jahrhundert. An jedem Jahrestag ihres Todes, dem 5. Feber 995, zogen Bettler in Scharen nach St. Kanzian. Noch heute wird am ersten Sonntag im Feber der Heiligen Hildegard gedacht – beim Striezelwerfen.
Bei diesem Brauch werden geweihte „Hildegardslaibeln“ von einem Nebengebäude der Kirche in Stein unters Volks geworfen. Drei dieser Striezel haben es auf das Wappen von St. Kanzian geschafft – in einer Darstellung, wie sie auch im „großen Hildegardstock“ aus dem Jahr 1717 am Fuße des Kirchenhügels vorkommt.

Daten & Fakten

St. Kanzian am Klopeiner See/Škocjan v Podjuni ist eine zweisprachige Gemeinde im Bezirk
Völkermarkt.
Katasterfläche: 41,01 km²
Einwohner: 4480
Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde:
29. Mai 1970 durch LH Hans Sima
Wappenentwurf: Karl Dinklage, Alexander Exax
Beschreibung: Im Wellenschnitt geteilter Schild. Oben in Grün drei einmal eingeschnittene Semmeln (Hildegardislaibeln) in natürlicher Farbe, 1:2 geteilt; unten fünfmal von Silberund Blau im Wellenschnitt geteilt.
QUELLE: Wilhelm Deuer, die Kärntner. Gemeindewappen


In der Kirche liegt Hildegards Grab. Die Wellen unter den Striezeln symbolisieren ein natürliches Erbe der Gemeinde: den Klopeiner See. Ihm ist zu verdanken, dass St. Kanzian bereits in den 1950er-Jahren zu einer der führenden Fremdenverkehrsgemeinden des Landes aufsteigen konnte. Der Klopeiner See ist aber nicht das einzige Gewässer auf dem Gemeindegebiet: Zu St. Kanzian gehört auch der Turnersee.

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