AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

VölkermarktZeitloses Spiel um große Emotionen beim Theater auf der Heunburg

„Der Weibsteufel“ von Karl Schönherr erlebte auf der Heunburg eine etwas spannungsarme Premiere. Das Premierenpublikum war jedoch restlos begeistert und spendete tosenden Applaus.

Weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Sie erhalten Zugriff auf:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Smartphone App
Martin Mak, Amrei Baumgartl, Radu Vulpe (von links) © KK/Heunburg
 

Die Protagonisten bleiben namenlos und betreten lediglich als Weib, Mann und Jäger die Bühne in Karl Schönherrs 1915 uraufgeführtem Schauspiel „Der Weibsteufel“. Für das Theater auf der Heunburg hat Regisseur Andreas Ickelsheimer das Stück maßgeblich gekürzt, wobei so manches subtile Detail auf der Strecke geblieben ist. Er lässt das Drama in fünf Akten als Serie einzelner Szenen ablaufen.
„Der Weibsteufel“ ist ein zeitloses Stück um große Emotionen, Liebe und Hass, um Verführung und Verführbarkeit, Wünsche und Sehnsüchte, Sinn und Sinnlichkeit, um Macht und Ohnmacht. Der Mann, der sein Weib zum Flirt mit dem Jäger anstachelt, um vom eigenen illegalen Tun abzulenken, wird von Martin Mak dargestellt. In die Rolle des Weibes schlüpft Amrei Baumgartl, der die permanente Bühnenpräsenz wohl am meisten an Ausdauer und Können abverlangt. Radu Vulpe spielt den Grenzjäger, der auf eine Beförderung spekuliert und sich letztlich im Gewirr der Gefühle verirrt. Am Ende sind die Männer in diesem Spiel, das sie nur scheinbar lenken, die Verlierer. Der eine ist tot, der andere zum Mörder geworden. Das Weib kann triumphieren. Ob sie wirklich das ersehnte Glück gefunden hat, bleibt offen.
Der Inszenierung auf der Heunburg lässt den Spannungsbogen vermissen, wirkt etwas farblos und lauwarm und kann die Ambivalenz der Charaktere in dieser „Ich lieb dich-Ich lieb dich nicht“-Geschichte nur andeutungsweise transportieren. Die prickelnde Erotik, die vor allem den Schluss beherrscht, die all diese Gefühle hochtreibt, welche in der Tragödie enden, wirkt unterkühlt.
Den Darstellern darf man großes Engagement nicht absprechen. Und das Premierenpublikum spendete tosenden Applaus. Was braucht es also mehr?

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren