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TainachGefahr am Schulweg: Zu wenig Platz und kein Zebrastreifen

Eltern sind besorgt, wenn sie ihre Kinder in Tainach und Dürrenmoos auf den Schulweg schicken. Für einen möglichen Schutzweg gibt es allerdings zu wenig Frequenz.

Täglich überqueren Schüler die Tainacher Landesstraße, zu wenige aber für einen Schutzweg © Privat
 

"Es muss erst etwas passieren, bevor etwas passiert“, heißt ein Sprichwort und meint, dass Gefahrenstellen oft erst entschärft werden, wenn ein Unfall geschieht oder sich brenzlige Situationen häufen. So ist etwa eine besorgte Mutter dem Aufruf der Kleinen Zeitung gefolgt. Sie weist auf den Schulweg ihrer beiden Söhne (6 und 8) in der Ortschaft von Tainach im Gemeindegebiet von Völkermarkt hin. „Wir wohnen nicht weit entfernt von der Volksschule Tainach, aber trotzdem müssen meine beiden Söhne auf ihrem Schulweg die Landesstraße überqueren“, so die Mutter.

Die Tainacher Landesstraße L 116 führt durch die Ortschaft, Zebrastreifen gibt es keinen, aber genau so einen würde sich die Mutter wünschen. Sie erinnert sich daran, dass es in ihrer Kindheit einen gegeben hätte. „Leider geht das nicht“, sagt Völkermarkts Bürgermeister Valentin Blaschitz. „Wir haben wegen eines Schutzwegs bereits nachgefragt, aber leider ist die Straße nicht genug frequentiert.“

Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Ortsgebiet liegt bei 50 km/h. „Aber es ist eine gerade Straße und die verleitet Autolenker natürlich auch zum Schnellfahren“, so die Mutter aus Tainach. Blaschitz: „Wir haben bereits um eine 30er-Zone angefragt, die haben wir aber nicht genehmigt bekommen. Im Moment wurden optische Maßnahmen wie Schilder gesetzt und man will das weiter beobachten und dann gegebenenfalls etwas ändern.“

Zu wenig Platz

An der Stelle – gegenüber der Raika – befindet sich ebenso eine Bushaltestelle. Laut der Mutter gäbe es hier auch viel zu wenig Platz für die wartenden Kinder. „Die Bank steht fast auf der Straße, Häuschen gibt es keines.“ Dieses Problem war dem Bürgermeister neu. „Aber ich werde nächste Woche hinfahren, um es mir anzusehen“, verspricht er.
Eine weitere Zuschrift kam von Sabine Kent, denn auch auf dem Schulweg ihrer achtjährigen Tochter gäbe es Missstände.

Die kleine Bucht bei der Haltestelle in Richtung St. Peter/Wallersberg Foto © Privat

„Die Bushaltestelle in Dürrenmoos, von welcher der Bus in Richtung St. Peter am Wallersberg geht, ist für Volksschulkinder eine Zumutung. Direkt neben der viel befahrenen Hauptstraße warten die Sechs- bis Zehnjährigen auf einem kleinen, schmalen Gehsteig auf den Bus.“ Oft seien das zehn bis 12 Kinder. Selbst Buschauffeure hätten ihr bestätigt, dass es eine gefährliche Haltestelle sei.

Blaschitz sieht das Problem eher in den unglücklichen Umstiegszeiten, da die Kinder 20 Minuten auf den nächsten Bus warten müssten. „Das Problem ist uns bekannt, wir haben auch hier schon versucht, ob daran etwas geändert werden könnte, aber das würde einen Rattenschwanz mit sich ziehen“, so der Bürgermeister. „Ich verstehe aber den Zorn der Eltern.“

Verkehrsunfälle mit Kindern

Das Schuljahr 2018/19 hat in Kärnten Anfang der Woche begonnen und eine potenzielle Gefahrenquelle für Kinder ist der Schulweg – speziell dann, wenn diese nicht richtig darauf vorbereitet und von den Eltern geschult werden.
Und trotzdem: „Die Verkehrssicherheit auf den Schulwegen ist dank zahlreicher Maßnahmen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht worden. Großen Aufholbedarf gibt es bei den Wegen, die Kinder in ihrer Freizeit zurücklegen“, sagte Experte Markus Gansterer, Experte des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ).

Drei Todesopfer und 658 verletzte Kinder gab es im Vorjahr im Straßenverkehr in Österreich allein im Juli und August. Denn 81 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern passieren nicht am Schulweg, sondern in der Freizeit. Darauf hat der VCÖ anhand von Daten der Statistik Austria hingewiesen. Im Jahr 2017 gab es demnach im Juli und August pro Tag um 40 Prozent mehr Verkehrsunfälle mit Kindern als im Schnitt der anderen Monate.

Im Bezirk Völkermarkt gab es im ganzen Jahr 2017 laut Statistik Austria nur einen Unfall mit einem Kind auf dem Schulweg. Das Kind wurde dabei verletzt.

Kommentare (1)

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wjs13
0
1
Lesenswert?

Auch in Klagenfurt, wo die Grünen

die Busbuchten eliminierten müssen sich dessen bewusst sein, dass dieses paranoide Einbremsen der Autofahrer, die Sicherheit auf den Schulwegen für unsere Kinder und die alter Leute extrem negativ beeinträchtigt.
Das Argument der zu geringen Frequenz gegen Zebrastreifen ist mehr als zynisch.

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