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Bad EisenkappelDer "Vike" dampft bald wieder durchs Land

Die bekannte Schmalspurbahn von Kühnsdorf nach Bad Eisenkappel soll als Modell eine Renaissance erleben. Das angesuchte Leader-Projekt dafür wurde genehmigt.

Michael Glinik will den „Vike“ zu neuem Leben erwecken
Michael Glinik will den „Vike“ zu neuem Leben erwecken © KLZ/Zdravko Haderlap
 

Kaum ein Fahrgast schenkt heute noch jener Schautafel im Bahnhof Völkermarkt-Kühnsdorf einen Blick, die – gegenüber vom Schalter angebracht – an den „Vike“ erinnert. Sie erzählt die bewegte Geschichte der legendären Schmalspurbahn, die von 1902 bis 1971 von hier aus über Sittersdorf und Miklauzhof bis nach Bad Eisenkappel dampfte. Jetzt soll der „Vike“ aber eine Renaissance erleben – und zwar als Modell in einem Verhältnis von 1:87. Der Verein „Vellachtalbahn“ mit Modellbauer Michael Glinik aus Sittersdorf an der Spitze bereitet sich seit Längerem darauf vor, den „Vike“ maßstabsgetreu und zeitgeschichtlich korrekt nachzubauen. Aber nicht nur Lokomotiven oder Waggons werden als Modelle rekonstruiert, sondern auch die damaligen Bahnhöfe und Wartehäuschen. Im Rahmen eines Leader-Projektes, das jetzt genehmigt wurde, soll der Traum der Vereinsmitglieder nun endlich Wirklichkeit werden.

Der „Vike“ bei seiner letzten Ausfahrt aus dem Heizhaus. 1971 wurde auch der Güterverkehr zwischen Kühnsdorf und Bad Eisenkappel eingestellt
Der „Vike“ bei seiner letzten Ausfahrt aus dem Heizhaus. 1971 wurde auch der Güterverkehr zwischen Kühnsdorf und Bad Eisenkappel eingestellt Foto © Repro/Weichselbraun

Der „Vike“ gehört zum Unterland wie die bunten Eier zu Ostern. Vor allem Ältere erinnern sich noch an die Bahn, Jüngere kennen sie zumindest aus Erzählungen von Eltern oder Großeltern. Bereits 1971 hat sich Alfred Niel in seinem Buch „Der Vike fährt durchs Kärntner Unterland“ liebevoll und eindringlich mit der Chronik auseinandergesetzt.
Was dort zu lesen ist, ist ein spannendes Kapitel der Kärntner Bahngeschichte. Die Idee, eine Schmalspurbahn zu errichten, die Bad Eisenkappel und somit das Vellachtal mit Kühnsdorf verbindet, datiert ins Ende des 19. Jahrhunderts. Eduard Engländer gründete damals in Rechberg eine Zellulosefabrik zur Papier- und Zellstofferzeugung. Der Anstoß kam von Graf Douglas Thurn-Valsassina. Spross einer Adelsfamilie, um das reiche Holzvorkommen in der Gegend zu nutzen. Als günstigstes Transportmittel kam nur eine Eisenbahn infrage.

Es dauerte nach langem Auf und Ab mit vielen Fragen der Finanzierung und Gegnern der Bahn bis zum 5. Oktober 1902, bis der „Vike“ offiziell von Bad Eisenkappel nach Kühnsdorf dampfte. Seine 25 km/h erscheinen heute nur mehr wie ein Schneckentempo. Kurze Zeit später, am 1. November 1902, fuhr die letzte Pferdepost. Der „Vike“ hatte die Postzustellung übernommen. Bis 16. Jänner 1965 beförderte die Lokalbahn auch Menschen, danach nur mehr Güter. 1966 wurde der Güterverkehr zwischen Bad Eisenkappel und Rechberg eingestellt, am 22. Mai 1971 dann auch der Güterverkehr zwischen Rechberg und Völkermarkt-Kühnsdorf.

Mit Volldampf – und 25 km/h
Mit Volldampf – und 25 km/h Foto © Repro/Weichselbraun
„Vike“ war natürlich nie die offizielle Bezeichnung der Lokalbahn. Möglicherweise erinnert der Name an den ersten Lokführer, der Viktor geheißen haben soll. Eine andere Version besagt, dass es eine Inschrift „V.K.E“ (Völkermarkt-Kühnsdorf-Eisenkappel) auf den Grenzsteinen entlang der Bahn gab, aus welcher der „Vike“ wurde. Wie auch immer: Noch heute spricht man vom „Vike“.

Der „Vike“ als Modell

Der Plan. Anlässlich des Jubiläums zu 750 Jahre Markterhebung Eisenkappel soll auch der „Vike“ als Modell im Verhältnis von 1:87 wieder erstehen. Verantwortlich ist der Verein „Vellachtalbahn“ mit Obmann Michael Glinik. Gebaut werden aber nicht nur Lokomotiven und Waggons, sondern auch damalige Bahnhöfe und Wartehäuschen.

Die Streckenführung des „Vike“
Die Streckenführung des „Vike“ Foto ©

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