Im Februar 2021 wurde Lazarus in der Steiermark geworfen. Damals wusste noch niemand, was aus dem strammen Bock einmal werden würde. Ansonsten wäre er wohl in seiner Heimat geblieben. "Er hat ein sehr ruhiges Wesen", sagt Christian Sulzer (40) aus Windisch-Grutschen, seit dem heurigen Sommer sein Besitzer. Aber Lazarus ist nicht nur ruhig, er wurde kürzlich bei der Bundesschau der Gebirgsziegenrassen in Maishofen in Salzburg zum schönsten Bock Österreichs gekürt. "Er hat eine perfekte Blässe und einen sehr schönen Rücken. Er ist in den Hinterläufen auch sehr muskulös, was schon eine Seltenheit ist", schwärmt Sulzer von seinem steirischen Scheckenziegenbock.

Umgarnt wird Lazarus von sechs Damen, ebenfalls Scheckenziegen. Eine männliche Konkurrenz gibt es für ihn nicht, weshalb er sehr gelassen wirkt. "Er kümmert sich um jede Dame selbst und ständig. Keine kommt zu kurz", sagt Sulzer. Er freut sich, dass Lazarus so gute Gene besitzt. Im Jänner sollten jedenfalls alle Damen zeitgleich gebären. "65 Prozent der DNA stammen vom Bock", weiß Sulzer. Die Zicklein werden dann verkauft, "aber nicht zum Schlachten hergegeben". "Die steirischen Scheckenziegen sind vom Aussterben bedroht. Wir wollen unseren Beitrag leisten, um diese wunderschöne Rasse zu erhalten", sagt Sulzer, der erstmals mit einem Tier an einem Bewerb teilgenommen hat. "Es waren um die 100 Züchter. Zum Glück geht Lazarus gut an der Leine."

Lazarus mit seinen Damen
© Simone Dragy

Lazarus' Schönheitspflege fällt ansonsten recht kurz aus. "Er wird einmal in der Woche gestriegelt, ansonsten ist er sehr sauber", sagt Sulzer. Am wichtigsten sei die Klauenpflege. Da der Hof aber in einem steilen Gelände liegt, putzen sich diese fast von selbst ab. "Unsere Ziegen haben einen freien Weidezugang", sagt Sulzer.

Ziegen und Lamas

Der gelernte Schriftenmaler macht gerade eine Ausbildung zum Sozialpädagogen und lebt von Geburt an am Hof in Windisch-Grutschen. Zusätzlich zur Ziegenzucht sollen noch Lamas am Hof gezüchtet werden. Drei befinden sich schon im Besitz von Sulzer, der bei seiner täglichen Stallarbeit von seiner 40-jährigen Lebensgefährtin und seinen zwei Stiefsöhnen unterstützt wird. Ein wachsames Auge wirft auf alle auch die Baronesse, Sulzers zwei Jahre alte Hündin.