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Angela Piskernik und ihr Kochbuch aus dem KZ

Die gebürtige Eisenkapplerin sammelte im KZ Ravensbrück Kochrezepte von mitinhaftierten Frauen und schrieb sie nieder. Das Slowenische Fernsehen TV Slovenija produzierte eine Doku.

 

Im Kulturzentrum Ha?ek in Klagenfurt wurde der 50-minütige TV-Dokumentarfilm "Kuharska knjiga dr. Angele Piskernik" (Das Kochbuch der Dr. Angela Piskernik) mit deutschen Untertiteln vorgestellt. Der Titel des vom Slowenischen Fernsehen produzierten Dokumentarfilmes geht aus der Tatsache hervor, dass die in Eisenkappel geborene Wissenschaftlerin Angela Piskernik (1886-1967) aus dem Konzentrationslager Ravensbrück eine Sammlung von Kochrezepten mitbrachte, die von Insassinnen stammen.

"Angela Piskernik war die erste slowenische Frau mit einem Doktortitel der Naturwissenschaften", erzählt Biograf Janez Stergar. "Ihr Leben war romantisch, dramatisch und voller Ausnahmegeschichten." Sie war anerkannte Botanikerin, Sachbuchautorin, Verfasserin von Deutschbüchern für die Mittelschule, Umweltschützerin, Frauenrechtlerin, Ethnologin und Direktorin des Naturhistorischen Museums in Ljubljana/Laibach.

KZ Ravensbrück

Piskernik war von 1943 bis 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück interniert, von wo sie eine ungewöhnliche Sammlung von Kochrezepten mitbrachte. "Angetrieben vom naturwissenschaftlichen Geist hat sie im Lager Rezepte von hungernden inhaftierten Frauen gesammelt", so Stergar. Sie hatten, um sich über den Hunger im KZ hinwegzutrösten, gegenseitig Kochrezepte erzählt.

Gerade diese Rezepte hat der bekannte Regisseur Amir Muratovi´c zur Grundlage für seinen Dokumentarfilm, der im slowenischen Fernsehen bereits gezeigt wurde, genommen. "Das Kochbuch gilt als einzigartig auf der Welt", sagt der Biograf. Angela Piskernik hat jedes Rezept mit Namen und Wohnort der Frauen versehen. Ihre Aufgabe im Konzentrationslager bestand darin, einen Hügel, der mit Asche aus dem Krematorium angefüllt wurde, zu ebnen.

1914 Doktorat in Wien

Geboren wurde Angela Piskernik in Lobnik bei Bad Eisenkappel in eine wohlhabende Bauernfamilie als Neuntes von elf Kindern. Ihr Doktorat erwarb sie 1914 an der Universität Wien. "Weil sie sich schon damals für die Rechte der Kärntner Slowenen einsetzte, verweigerte man ihr in Kärnten eine Anstellung", weiß Stergar zu berichten.

Bevor sie nach Ljubljana/Laibach auswanderte, wurde sie vom wohlhabenden Janko Brejc aus Hirt als Hauslehrerin angestellt. Danach erhielt sie eine Anstellung im Nationalmuseum in Ljubljana/Laibach. Auf Einladung zahlreicher Universitäten hielt sie fortan naturwissenschaftliche Vorträge und wurde Mitglied des Deutschen Botanischen Vereines Berlin.

Einen Namen machte sich Angela Piskernik auch mit der Bestimmung von 2222 Pflanzen sowie als Professorin für Physik und Mathematik. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1967 wurde die Wissenschaftlerin in Bonn mit dem internationalen Van-Tienhoven- Preis für Naturschutz ausgezeichnet.

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