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Lokalaugenschein Villach

Dieser Grund soll das Quartier bei der Henselkaserne abwenden

Das Alternativ-Grundstück für die Flüchtlingsunterbringung in Langauen wirft zahlreiche Fragen auf. Hells-Angels-Lokal und Isolation als Kritikpunkte. FPÖ als einzige Partei dagegen.

Auf diesem Grundstücken zwischen Drau und Straße soll das Quartier entstehen © Helmuth Weichselbraun
 

Schwere Rauchschwaden hängen in der Luft. Sie sind teils noch vom Vortag, teils von den ersten Kunden, die schon am Morgen im Cafè „Otherside“ eingekehrt sind. Das Lokal an der Bundesstraße nach Weißenstein kennen viele nur vom Vorbeifahren. Und von dem Gerücht, das um das Lokal herrscht: „Es ist der Treffpunkt der Motorrad-Gang ,Hells Angels‘ in Villach“, bestätigen Insider der Kleinen Zeitung. Jetzt ist das Lokal neuerlich in den öffentlichen Blick gerückt. Es könnte der unmittelbare Anrainer eines Flüchtlingsquartiers werden.

„Hier fahren die Leute ja sehr schnell mit dem Auto und einen Gehsteig gibt es nicht. Da kann man die Minuten stoppen, bis etwas passiert.“ 

Eine Villacherin

Wie berichtet, bot die Stadt Villach den Grund zwischen der Drau und der Straße dem Innenministerium als Alternativ-Standort zur Henselkaserne an. Ein Landwirt aus der Fellach bietet seinen Besitz gratis an, um das Großquartier in dem 500-Einwohner-Dorf abzuwenden.

Breiter Zuspruch

„Ich glaube nicht, dass das kommen wird. Hier gibt es ja nur uns, einen Motorrad-Shop und die Diskont-Tankstelle“, winkt der Wirt in Langauen gleich ab. Und wenn die Flüchtlinge doch kommen? „Ich glaube nicht, dass die bei uns Kunden sein würden.“ Bei der angrenzenden Tankstelle wirkt ein junger Mann irritiert: „Flüchtlinge? Wo? Dort auf der anderen Drauseite in der Tourismusberufsschule vielleicht. Hier brauche ich die nicht.“ Viel mehr will er nicht sagen. Eine Kundin hingegen schon: „Verantwortungslos“, fände sie ein Flüchtlingsheim. „Hier fahren die Leute ja sehr schnell mit dem Auto und einen Gehsteig gibt es nicht. Da kann man die Minuten stoppen, bis etwas passiert.“ Auch in diversen Online-Foren wird diskutiert: „Der Grund ist völlig isoliert“, geben User zu bedenken.

Das Grundstück ist, so Bürgermeister Günther Albel (SPÖ), voll erschlossen. Alle weiteren anstehenden Kosten „wären Verhandlungssache.“ Im Rahmen eines Parteiengesprächs gab es am Mittwoch breiten Zuspruch für die 8000 Quadratmeter große Fläche. Nur die FPÖ bleibt trotz der bekannten Quotenvorgabe bei ihrer Meinung: „Wir dürfen keinen einzigen Flüchtling mehr aufnehmen“, sagt Stadtrat Erwin Baumann.

In der Fellach kämpfen die Einwohner weiter gegen das geplante Quartier im Dorf Foto © Helmuth Weichselbraun

In der Fellach hofft man weiter, das Containerdorf abwenden zu können. „Wir sind guter Dinge, dass der Langauen-Grund uns helfen wird“, sagt Einwohner Hans Liesinger. Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen.

EVA MARIA SCHARF, THOMAS CIK