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Spurensuche

Entdeckungsreise entlang der alten Römerstraße

Verein veranstaltet Wanderung mit Archäologen auf den Spuren der mehr als 2000 Jahre alten alten Römerstraße zwischen Kärnten und dem Kanaltal. Den Begleitschutz bilden Langobarden. Von Georg Lux

Die Gruppe "La Fara" aus Cividale verkörpert Langobarden
Die Gruppe "La Fara" aus Cividale verkörpert Langobarden © G. Lux
 

Die Hausbesitzerin war auf den seltsamen Besuch vorbereitet. Unbeeindruckt von den vier Gestalten in ihren wallenden Kleidern führt sie die Gruppe hinter das Gebäude in Coccau. Zwischen Griller, Geräteschuppen und Traktor stolpern wir über das gesuchte Zeitfenster. Es sind ein paar Quadratmeter Felsen mit deutlichen Spuren der 2000 Jahre alten Römerstraße, die das heutige Kärnten (damals Noricum) mit dem Kaiserreich verband.

Die vier Kostümierten stellen Menschen aus einer etwas späteren Zeit dar. Sie sind Mitglieder der Gruppe "La Fara" aus Cividale, die auf historischen Festen in ganz Europa als Langobarden auftreten. Bis hin zu den Holzschuhen der Frauen und den mitgeführten Waffen soll alles genau so sein wie im 6. Jahrhundert nach Christus. Damals war Cividale ein Zentrum des Herzogtums, das die Langobarden in Friaul errichtet hatten.

In Coccau, dem ersten Dorf auf italienischer Seite, wenn man von Kärnten nach Tarvis fährt, proben sie für eine außergewöhnliche Veranstaltung. Am 7. Juni organisiert der Verein "LandScapes", zu dem sich junge Kanaltaler Heimatforscher zusammengeschlossen haben, eine "Wanderung mit den Langobarden". Begleitet werden die Teilnehmer dabei von Archäologen, die Spuren der vergangenen 2000 Jahre auf Italienisch und Deutsch erläutern.

Reger Handel

"Die Römerstraße von Oberitalien nach Kärnten ist bis zur Habsburgerzeit befahren worden", erklärt die Archäologin Mirta Faleschini. Besonders viel Verkehr dürfte in der Zeit des römischen Kaiserreichs geherrscht haben. Man handelte mit "Ferrum Noricum", dem in Hüttenberg und im steirischen Eisenerz abgebauten Rohstoff für Waffen aus Stahl. Im Gegenzug wurden in den Norden zum Beispiel Fische, Muscheln und Schnecken aus der Adria geliefert.

Die Langobarden dürften die Straße vor allem zum Eintreiben von Steuern benutzt haben. Ihr Einflussbereich reichte bis nach Meclaria, einer Siedlung in der Nähe des heutigen Thörl-Maglern. Dorthin führt auch die Wanderung am 7. Juni. Auf der Kärntner Seite der Grenze sind ebenfalls noch Spuren der Römerstraße zu sehen. Im Unterschied zu Coccau, wo sich diese hinter einem Wohnhaus befinden, liegen sie direkt auf einem Forstweg. "Diese Römerstraße wird heute noch manchmal befahren", sagt "LandScapes"-Archäologin Anita Pinagli.

Die Überreste in Coccau lassen übrigens auf eine Abzweigung schließen, möglicherweise zu einer Art antiken Raststation. Für Grabungen fehlt allerdings das Geld. Gefunden hat man in der Vergangenheit vor allem Münzen. Das verbindet die Römerstraße mit der aktuellen Autobahn Richtung Süden. Maut wurde schon immer kassiert.

GEORG LUX

Kommentare (1)

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Momi60
1
3
Lesenswert?

Wir haben ein langes Stück "Römerstraße" und nahezu jedes Jahr "bewandern" wir einen Teil davon, meist mit Kindern die den Erzählungen über die Spuren und Rinnen gerne lauschen.

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