Wechsel nach TreffenGutes Zeugnis für die „neue“ Schule

Die Schüler der Expositur Einöde haben ihr erstes Schuljahr in der VS Treffen fast hinter sich. Altes Schulgebäude wird nicht verkauft.

Seit einem Jahr in Treffen: Vivien, Lena, Lea (vorne) sowie Moritz, Sarah, Barbara, Jamie und Lilli © Manfred Schusser
 

Im Jahr 2014 stellte das Land Kärnten sein neues Schulstandortkonzept vor. Regionale Bildungszentren wurden ausgebaut, über 20 Exposituren seitdem geschlossen. Auch die Expositur Einöde in der Gemeinde Treffen war betroffen, seit 7. Juli 2017 stehen die Klassen leer. Was anfangs mit Protestmärschen und Hinauszögern der Schließung begleitet war, hat nun ein gutes Ende gefunden. Die verbliebenen Kinder, zwölf an der Zahl, besuchen seit dem Schuljahr 2017/2018 die Volksschule Treffen, ein Kind wechselte in die Volksschule der Gemeinde Sattendorf.

Die Eingliederung war ein Erfolg, berichtet Direktor Gerald Wosatka: „Die Kinder haben sich bestens eingefunden, ich habe bislang kein negatives Wort gehört.“ Aktuell werden 121 Schüler unterrichtet, die acht Klassen werden von einem 20-köpfigen Lehrerkollegium betreut. Für Lili Krassnitzer (10) war der Wechsel natürlich eine Umstellung, wie Mutter Christina erzählt: „Lili hat die vierte Klasse nun in Treffen besucht. Obwohl wir für den Erhalt der Expositur gekämpft haben, war die Umstellung im Nachhinein gesehen positiv für die Kinder.“

Um die Eingliederung zu ermöglichen und ein Bildungszentrum zu realisieren, musste die Volksschule in Treffen großflächig umgebaut werden. Das Dachgeschoss wurde erneuert, die Barrierefreiheit mittels Lift gewährleistet, der Turnsaal und andere Räume saniert und erneuert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1,7 Millionen Euro, wovon 1,1 Millionen der Schulbaufond des Landes Kärnten finanzierte. Was die Nachnutzung des nun leerstehenden Schulgebäudes in der Einöde betrifft, dafür gibt es laut Treffens Bürgermeister Klaus Glanznig (SPÖ) bereits konkrete Pläne: „Die Gerüchte der letzten Monate kann ich widerlegen. Das Haus wird nicht verkauft und auch nicht für Wohnungen umgebaut, es soll weiterhin ein Haus der Begegnung für die örtlichen Vereine bleiben.“ Ideen, wie man die Räumlichkeiten optimal nutzen kann, wurden im Rahmen eines Projektworkshops im April unter Beteiligung des Architekten Georg Riesenhuber ausgearbeitet. Eine Kinderbetreuungsgruppe ist ebenfalls geplant.

Dorelies Rapotz-Mölzer, die ehemalige Lehrerin der Expositur Einöde, verschlug es nach der Schließung in die andere Richtung des Gegendtals. Sie wählte aus persönlichen Gründen nicht Treffen, sondern die Volksschule Arriach als neuen Arbeitsort, wo sie heuer ihre letzte Klasse unterrichtet, danach wartet die Pension. Mit den ehemaligen Schülern der Expositur Einöde hat sie nach wie vor Kontakt: „Die Kinder schenkten mir zum Abschied Zeit. Ich treffe somit jeden Monat ein ehemaliges Schulkind und seine Eltern zu gemeinsamen Unternehmungen.“ Auch sie kann bestätigen, dass die Eingliederung gut funktioniert hat: „Trotz des traurigen Umstandes der Schließung fühlen sich die Kinder in Treffen wohl.“

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