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KärntenWelche Sogwirkung die Milliarden-Investition von Infineon auslöst

Großinvestition von Infineon in Villach bringt Land, Stadt Villach und Umlandgemeinden in Positiv-Stress: Förderungen, Widmungen, neue Wohnungen, Straßen, Kindergartenplätze werden notwendig.

Eng vernetzt für den Infineon-Standort: Landeshauptmann Peter Kaiser, Vorstandsvorsitzende Sabine Herlitschka, Bürgermeister Günther Albel
Eng vernetzt für den Infineon-Standort: Landeshauptmann Peter Kaiser, Vorstandsvorsitzende Sabine Herlitschka, Bürgermeister Günther Albel © Bauer
 

Was haben Kindergartenplätze und eine Kläranlagen-Kapazitätserweiterung mit der „Jahrhundertinvestition“ von Infineon in Villach zu tun? Sehr viel. Denn Infineon investiert binnen sechs Jahren 1,6 Milliarden Euro am Standort Villach  das ist das Achtfache des Stadtbudgets. Neben der bestehenden Fertigung wird im nächsten Jahr eine neue 300-Millimeter-Chipfabrik gebaut. Bis zum Jahr 2021, wenn die Produktion startet, werden 400 Fachkräfte (vor allem IT-Experten, Systemtechniker und Prozess-Ingenieure) gesucht. 350 weitere Arbeitsplätze entstehen in den Bereichen Forschung und Entwicklung.

Die Sogwirkung des im Mai verkündeten Milliardenprojektes ist enorm. Neue Mitarbeiter aus dem In- und Ausland und deren Familien brauchen Wohnungen, Kindergarten- und Schulplätze (an öffentlichen wie an der internationalen Schule in Velden), Verkehrsanbindungen zum Werk.

Beim Umsetzen sind jetzt neben Infineon Viele gefordert: Bund und Land Kärnten punkto Förderungen und Genehmigungsverfahren, die Draustadt selbst sowie die Umlandgemeinden bezüglich Umwidmungen und Infrastrukturmaßnahmen, die Kelag wegen der Versorgungssicherheit mit Strom.

Eng vernetzt

Ein Positiv-Stress, wird allseits bekundet. Wie es läuft? „Infineon arbeitet intensiv und konstruktiv mit den Behörden der Stadt Villach und des Landes Kärnten zusammen“, betont Andreas Wittmann als Bauprojekt-Verantwortlicher bei Infineon, der auf eine gemeinsame Arbeitsgruppe verweist. Das eng vernetzte Kernteam bilden Petra Rodiga-Laßnig vom Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF), die Ansprechperson für Landesstellen ist, Magistratsjurist Alfred Winkler als Koordinator für Villach und Finanzvorstand Oliver Heinrich für Infineon. „Wir haben regelmäßige Abstimmungen, einen Zeitplan, was zu tun ist. Es läuft rund“, sagt Rodiga-Laßnig.

Zusätzlicher Wohnbedarf

„Bei den 221 Neuwohnungen, von privaten Bauträgern eingereicht, wird es nicht bleiben“, ist Villachs Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) mit Blick auf die zusätzlichen Infineon-Mitarbeiter überzeugt. Er geht auch von „Verdichtungen“ in der Innenstadt aus: Ausbauten von Dachgeschoßen und Gebäude-Aufstockungen. Das Parkhaus mit über 900 Stellplätzen, das Infineon bauen wird, hat bereits die Baubewilligung erhalten, so Albel. „Wir sind sehr schnell.“ Baubeginn für die zusätzliche Zufahrtsstraße zum Werkgelände ist im November, für die neuen Radwege sollen im Stadtbudget 2019 500.000 Euro statt der bisher üblichen 200.000 Euro im Jahr fixiert werden. Villach werde bis zum Jahr 2021 rund zehn Millionen Euro in Maßnahmen rund um den Infineon-Ausbau setzen.

Zusätzliche Kindergartenplätze

Für neue Kindergarten- und Schulplätze sind neben Villach auch die Umlandgemeinden wie private Betreiber gefordert. „Alle Landgemeinden sind sich bewusst, dass die Infineon-Erweiterung kein Thema für Villach-Stadt alleine, sondern für die gesamte Region ist“, betont Albel.

Landeshauptmann Peter Kaiser als Bildungsreferent und Albel saßen kürzlich mit Bürgermeistern des Bezirks Villach-Land zusammen. Es ging um Kindergärten und Prioritätensetzung in der Schulstandorte-Entwicklung. „Ich habe zwei bis drei Termine pro Woche, die im Zusammenhang mit dem Infineon-Ausbau stehen“, verweist Kaiser auf die Bedeutung des Milliardenprojektes. „Es ist nicht nur wichtig für Infineon, sondern für die Entwicklung des Landes.“ Er erwartet weitere Betriebsansiedlungen von Zulieferbetrieben.

Zuletzt gab es einen Termin mit Vertretern der Fachhochschule Kärnten. „Wir hätten gerne ein Exzellenzstudium in Englisch für diesen Fachbereich“, so Kaiser nach einem Gespräch mit Infineon-Chefin Sabine Herlitschka.

Zusätzliche Gemeindebürger

200 Leute, die in Arnoldstein wohnen bzw. hier ihre Häuser gebaut haben, arbeiten bei Infineon, sagt Erich Kessler, Bürgermeister der 7100 Einwohner zählenden Marktgemeinde. Jetzt rechnet er mit weiteren Zuzügen. Nach Arnoldstein profitieren Finkenstein und Wernberg am meisten von der Ansiedlung neuer Infineon-Mitarbeiter. Vor neun Jahren wurden in Arnoldstein Kindergarten und Volksschule ausgeweitet und in einem Kinderhaus zusammengelegt. „Nun stoßen wir wieder an Kapazitätsgrenzen, wir werden dazu bauen müssen“, so Kessler.

Kapazitätsgrenzen, die betreffen auch die Villacher Kläranlage, wenn Infineon künftig knapp 1000 Mitarbeiter mehr haben wird, weiß Albel. Bis zum Oktober sollen Experten geklärt haben, welche Erweiterungsmaßnahmen notwendig sind. Dann ist einmal mehr Villach am Zug.

Kommentare (3)

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GordonKelz
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WAS.....

....haben Verwaltungskosten und Totenbeschaugebühren im LKH Villach und Klgft. mit der Milliardeninvestition von Infineon zu tun ?
An sich nichts .....Nur beschämend für das Land und die Stadt trotz dieser Investitionen an einem Gesetz von 1798 !!!
( alle Bürgermeister Österreichs sind oberste Totenbeschauer ) und als einziges Bundesland ohne Leistung ,Kärnten eine Gebühr einhebt ?
Und die Friedhofsverwaltung Villach , als einziges Gemeinde Österreichs ,für eine Mitteilung der Friedhofsverwaltung eine reine Verwaltungsgebühr von € 55,- !!!!!!
verlangt . Würden mich schämen .
Gordon Kelz
gordon.kelz@a1.net

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walterkaernten
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infineon

Tolle erfolgsgeschichte der firma INFINEON

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gintonicmiteis
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wir können nur hoffen, dass die Stadt auch ihren Teil beiträgt

bereits jetzt ist z.B. die Maria-Gailer-Straße täglich hoffnungslos überfordert - selbst die zusätzliche Verbindungsstraße wird da nix bringen, wenn sich bei der Brücke erst wieder alles verengt...

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