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Villach

Romeo und Julia: Das Spiel der Geschlechter

Romeo und Julia vom Regen vertrieben. Sie treten am Dienstag vor das Standesamt. Die Bearbeitung der wohl berühmtesten Shakespeare-Liebestragödie war ein Auftragswerk der neuebuehnevillach.

© KK
 

Normalerweise sollte das Standesamt nicht unbedingt der Ort für eine bevorstehende Tragödie sein. Bei Katrin Ackerl Konstantin ist das ein bisschen anders. Denn die Regisseurin hat für das Stück "Romeo und Julia - love me queer" das Villacher Standesamt als Teil ihrer Inszenierung gewählt. "Es steht bei mir für die Norm, für die Gesellschaft und für das, was erwünscht oder erlaubt ist", sagt Ackerl Konstantin und denkt dabei etwa an die Großdemonstrationen gegen die Ehe von Homosexuellen in Paris.

Die Bearbeitung der wohl berühmtesten Shakespeare-Liebestragödie war ein Auftragswerk der neuebuehnevillach und hat die Regisseurin in mehreren Aspekten interessiert. "Für mich war es spannend zu hinterfragen, inwieweit wir übernommene Rollenklischees, die uns Kirche oder Staat vorsetzen, übernehmen, und wie die Gesellschaft darüber bestimmt, welche Liebe gelebt werden darf oder nicht." Konkret geht es um die Frage: Wer darf wann, wen, wie lieben.

Aus diesem Grund hat Ackerl Konstantin auf eine eindeutige Geschlechterzuordnung verzichtet, die Grenzen verschwimmen, Mann und Frau tauschen die Rollen und entdecken sich aus einer anderen Perspektive. "Mir war es wichtig, Rollenstereotypien zu hinterfragen und eine Neuinterpretation zu ermöglichen." Dabei hat sie textlich am bestehenden Material nichts verändert.

Für das Bühnenbild ist die Villacher Künstlerin Barbara Rapp zuständig, die darauf bedacht war, auch die Fassade des Standesamtes in das Geschehen mit einzubauen. "Als Symbol für die Verdrehung der Geschlechterrolle habe ich einen großen, weißen Schuh, der auf dem Kopf steht, entworfen, der auch als Spielort genutzt wird", sagt Rapp. Um auch Menschen, die nicht so gut Deutsch können, den Zugang zum Stück zu geben, wird der englische Originaltext auf die Fassade des Standesamtes projiziert.

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