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St. Veit

Wiener Autorin macht sich auf die Spuren einer Medizin-Legende

Der verstorbene St. Veiter Hermann Knaus entdeckte die fruchtbaren Tage bei Frauen und gilt als Entwickler der Knaus-Ogino-Methode. Jetzt entsteht die erste umfassende Biografie über den Mediziner.

Knaus war auch für den Nobelpreis nominiert © Archiv MUVS
 

Was er fand und wodurch er weltberühmt wurde, hatte er gar nicht gesucht.“ So beschreibt die Wiener Autorin Susanne Krejsa MacManus das Werk eines bedeutenden St. Veiters – Hermann Knaus. Der verstorbene Mediziner hat einst – analog zu seinem japanischen Berufskollegen Ogino Kyusaku – die Knaus-Ogino-Methode zur Empfängnisverhütung und Familienplanung entwickelt.
„Knaus hatte an der Physiologie des weiblichen Eies und an hormonellen Zusammenhängen geforscht, als er die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus einer Frau entdeckte“, sagte Krejsa MacManus, die derzeit an der ersten Biografie des gleichzeitig ersten Wappenring-Trägers der Stadt St. Veit arbeitet. Dafür ist sie noch auf der Suche nach Informationen und Erinnerungen.

Die Autorin

Susanne Krejsa MacManus. Die Wienerin ist selbstständige Journalistin, Autorin und Archivarin für (wirtschafts)historische,medizinhistorische und
medizinische Projekte
Hermann Knaus. Das Leben und Wirken des St. Veiter Mediziners (1892 - 1970) hat die Autorin
immer schon interessiert. Sie hat unter anderem bereis eine Abhandlung über dessen Prager Zeit verfasst
Spurensuche. Für ihr Buch ist die Autorin auf der Suche nach St. Veitern, die etwas über Knaus erzählen können – eigene Erinnerungen, Familienüberlieferungen, Fotos oder Briefe
Kontakt. Susanne Krejsa-MacManus ist erreichbar unter susanne@krejsa-macmanus.eu

Seit Jahren ist die Autorin von Knaus fasziniert. „Seinen Kritikern gegenüber konnte er unglaublich ausfällig werden, Freunden gegenüber war er irrsinnig liebenswürdig.“ Diese Mischung sowie dessen Gründlichkeit sind es auch, die die Autorin fesseln. Als Empfängnisverhütung habe seine Methode heute kaum mehr Relevanz, sehr wohl aber noch als „Instrument“ zur Familienplanung. Schon damals pilgerten ungewollt kinderlose Frauen zu Knaus, um sich helfen zu lassen. „Auch die Mutter des ehemaligen tschechischen Außenministers Karl Schwarzenberg war seine Patientin“, sagt Krejsa MacManus.

 

Privat
Die Autorin Susanne Krejsa MacManus © Privat

Ehre aus dem Vatikan

Anerkennung erfuhr Knaus nicht nur von seinen Patientinnen, sondern auch aus dem Vatikan. „Die Ogino-Knaus-Methode ist bis heute das einzige vom Vatikan akzeptierte Mittel zur Empfängnisverhütung“, sagt die Autorin. Ein Vertreter des Vatikans wohnte deshalb auch der Beerdigung von Knaus im August 1970 bei. Seine Forschung brachte ihm aber nicht nur Anerkennung und eine Nobelpreis-Nominierung, sondern auch Kritik anderer Ärzte ein, gegen die er seine Methode verteidigen musste. Nicht zuletzt deshalb druckte seine Familie folgendes Zitat auf seine Parte: „Neid mag das Schweigen deiner Zeitgenossen bestimmen; das Urteil der Nachwelt aber wird weder von Missgunst noch von Gefälligkeit geleitet sein.“

HANNES STEINMETZ

 

Die Biografie

Herkunft. Hermann Knaus Vorfahren stammten aus der ehemaligen deutschen Sprachinsel Gottschee/Kočevje in Slowenien und kamen vor 100 Jahren als Händler nach St. Veit an der Glan.

Familie. 1932 heiratete Knaus die Medizinstudentin Rosa (Ružica) Stankovič, 1934 kommt die Tochter Ingeborg zur Welt. Ružica starb 1951 an Nierenversagen und wurde in St. Veit beerdigt.

Privates. Seit seiner Jugend war Knaus Jäger und Bergsteiger. Das Dachsteinmassiv lockte ihn zu den wildesten und gefährlichsten Klettertouren. Unter anderem war er Erstbegeher des direkten Ausstieges der Torstein-Südwand.

Studium. Seine Studienwahl war „äußerst qualvoll“ - er schwankte zwischen dem Jus-, Elektrotrechnik- und dem militärischen Bereich, ehe er sich schließlich für Medizin entschied. Sein Medizinstudium in Graz musste er unmittelbar zu Beginn des Ersten Weltkrieges unterbrechen, um als Einjährigfreiwilliger-Mediziner zum Gebirgsschützenregiment Nr. 1 in Klagenfurt einzurücken.

Berufliche Laufbahn. Nach Abschluss seines Studiums in Graz blieb er an der dortigen Universitätsklinik, übernahm im Jahr 1934 als Chef die Frauenklinik der Deutschen Universität in Prag, die er bis 1945 leitete, und kehrte dann nach Österreich zurück. Von 1950 bis 1960 leitete der die gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung am Wiener Gemeindespital Lainz.

Lebensende. In der Nacht vom 22. August 1970 starb Knaus. Am 28. August fand das Begräbnis in St. Veit statt. Auch ein Vertreter des Vatikan nahm am Begräbnis teil.

 

Kommentare (1)

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fred4711
0
1
Lesenswert?

ich nehme an, die autorin weiss das längst...

ich war mit seiner Enkelin? zusammen in
der realschule in Klagenfurt.
diese Dame hiess damals friederun Pemberger, inzwischen friederun pleterski
und ist im Facebook zu finden.

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