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AMS Interview"Der Aufschwung ist in allen Branchen spürbar"

Günter Krassnig, Leiter des AMS St. Veit, über die starke Nachfrage nach Arbeitskräften und mehr offene Stellen im Bezirk St. Veit.

Den stärksten Zuwachs bei offenen Stellen gibt es im Elektro- und Metalbereich © Fotolia/industrieblick
 

Welche sind derzeit die beliebtesten Lehrberufe im Bezirk?
GÜNTER KRASSNIG: Kfz-, Metall-, Installations-, Gebäude- und Heizungstechniker bei den Burschen. Büro-, Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Kosmetikerin bei den Mädchen.

Wie viele Personen sind aktuell auf Lehrstellensuche?
Gesamt sind 27 Personen lehrstellensuchend. Das sind um sieben mehr als im Vorjahr. Vorwiegend sind dies Männer unter 19 Jahren.

Wie viele offene Lehrstellen gibt es im Bezirk?
Mit Ende November waren 15 offene Lehrstellen gemeldet.

Welche Arbeitsbereiche zeichnen sich durch eine positive Entwicklung aus?
Der Aufschwung ist in allen Branchen spürbar. Im Vergleich zu 2017 wurden im Bezirk um 52 Prozent mehr offene Stellen gemeldet. Den größten Zuwachs an offenen Stellen gibt es bei den Metall- und Elektroberufen, im Baubereich, im Handel und im Fremdenverkehr. In diesen Branchen fehlen auch die meisten Fachkräfte.

Was sehen Sie als Grund für diese positive Veränderung?
Der seit 2017 anhaltende starke Wirtschaftsaufschwung ergibt weiterhin eine starke Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitssuchenden ist daher signifikant gesunken.

Gibt es bestimmte Betriebe im Bezirk, die für diese Entwicklung mit verantwortlich sind?
Im Herbst 2017 und Frühjahr 2018 eröffneten mehrere bekannte Handelsketten zusätzliche Filialen in St. Veit. Anfang 2018 gingen durch die Schließung des Hobas Werkes für das Görtschitztal wichtige Industriearbeitsplätze verloren. Ein Großteil der Beschäftigten fand einen neuen Arbeitsplatz oder konnte in einer Arbeitsstiftung aufgefangen werden.

Markus Traussnig AMS Gebaeude St. Veit November 2018
Günter Krassnig © Markus Traussnig

Wie entwickelt sich der Tourismus?
Auch in diesem Bereich ist eine steigende Nachfrage an Fachkräften mit Berufserfahrung festzustellen. Im Rahmen der Berufsorientierung und Jobbörsen für Lehrstellensuchende versuchen wir bereits Jugendliche zu begeistern.

Ist die Vermittlung älterer Personen schwierig?
Von den positiven Entwicklungen konnte die Personengruppe über 50 am geringsten profitieren. Oft kommen zum Alter Faktoren wie gesundheitliche Probleme oder mangelnde Ausbildung hinzu, die eine rasche Vermittlung erschweren. Im November waren 557 Personen über 50 arbeitslos gemeldet.

Wie wird dem entgegengewirkt?
Im Rahmen der Aktion „20.000“ konnten 2018 im Bezirk 37 zusätzliche Arbeitsplätze für die Personengruppe über 50 geschaffen werden. Beschäftigungsprojekte bereiten Ältere und Langzeitarbeitslose auf den Wiedereinstieg vor.

Wie bereitet sich das AMS auf das kommende Jahr vor?
Der Focus wird noch stärker auf die Qualifizierung von Beschäftigten und Qualifikationsberatung von Betrieben gerichtet werden. Vermittelte Personen können nach Erstellung eines Ausbildungsplans beispielsweise den Lehrabschluss erlangen.

AMS im Zahlen

1637 Personen. So viele waren mit Ende November im Bezirk arbeitslos gemeldet. 257 Personen weniger als im Vorjahr.

27 Lehrstellensuchende. Ende November waren so viele Personen auf Lehrstellensuche. Sieben Personen mehr, als im Vorjahr.

15 offene Lehrstellen. Gegenüber der 27 Lehrstellensuchenden waren zur selben Zeit 15 offene Lehrstellen zu vergeben.

1954 Arbeitslos. Das ist die Anzahl jener Personen, die im Jahr 2017 insgesamt arbeitslos gemeldet waren.

708 Erwachsene. Jene Personen zwischen 24 und 44 Jahren waren mit November im Bezirk arbeitslos gemeldet.

557 Personen über 50. Das ist die Zahl der Personen über 50 Jahre, die mit November arbeitslos gemeldet waren.

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