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HüttenbergEr kam im Auftrag des Dalai Lama

Vor zehn Jahren nahm das Tibetzentrum in Knappenberg seinen Betrieb auf. Freundschaft zwischen dem Dalai Lama und Heinrich Harrer war Wegbereiter. Ein Blick hinter die Kulissen.

Lama Geshe Tenzin Darghye bei den Gebetsmühlen des Zentrums, das er seit zehn Jahren leitet © Markus Traussnig
 

Ruhe. Mehr braucht es nicht, um zu beschreiben, was man empfindet, wenn man beim Tibetzentrum aus dem Auto steigt. Über dem Eingang zeigt ein goldenes Emblem, dass es noch weit mehr zu bekommen gibt, hier heroben in Knappenberg. „Rigne“ steht in diesem Emblem geschrieben. „Das ist tibetisch und steht für die fünf traditionellen tibetischen Wissensgebiete“, erklärt Monika Eisenbeutel, Studienleiterin des Tibetzentrums: Philosophie, traditionell tibetische Medizin, Wissenschaft des Geistes, Sprache und Kunst.


Seit zehn Jahren sind zweijährige Diplomlehrgänge Programm – etwa in traditionell tibetischer Medizin. Aber auch Seminare und Vorträge, die einfach Hilfe bei der Bewältigung der Anforderungen des täglichen Lebens bieten. „Buddhisten wissen genau, wie das Bewusstsein funktioniert“, erklärt Eisenbeutel im Meditations-und Lehrsaal. „Und sie kennen die Techniken, den Geist zu trainieren. Für jede emotionale Haltung gibt es Namen. Es geht darum, Unheilsames zu verringern und Heilsames zu stärken. Die Meditation ist das Werkzeug dazu. Wir zeigen die Methoden, den Geist zu befrieden und ihn gesund zu halten.“ Neidgefühle, Zorn, Reaktionen auf Stress, Verletzungen seien mit der Kontrolle des Geistes besser zu bewältigen.

 

Studienleiterin Eisenbeutel Foto © Markus Traussnig

Direktor und Hauptlehrer des Tibetzentrums mit seinem fünfköpfigen Team ist Lama Geshe Tenzin Darghye. Seine Ausbildung in den tibetischen Wissenschaften ist eine hochgradige, schon im Kindesalter begann er mit seinen Studien. Der Begriff „Lama“ weist ihn als spirituellen Lehrer im tibetischen Buddhismus aus.

 

Das Bildungshaus in Knappenberg wurde im Oktober 2014 eröffnet Foto © Markus Traussnig

Der Dalai Lama beauftragte ihn, das Zentrum in Hüttenberg zu leiten. „Meine Eltern flüchteten aus Tibet nach Indien, dort wurde ich geboren. Mit neun kam ich in ein Kloster und wurde Mönch“, erzählt er. Seit 2004 ist Tenzin Darghye in Kärnten: „Für das Projekt Tibetzentrum“, sagt er. Mit den vergangenen zehn Jahren ist er sehr zufrieden, auch wenn sie nicht immer einfach waren. Für ein Tibetzentrum gab es wohl keinen passenderen Platz als Knappenberg. Hier trug Heinrich Harrer, prominentester Einwohner und geläutert durch einen jahrelangen Aufenthalt in Tibet, diese Geisteshaltung nach außen. „Ich war sehr willkommen hier“, sagt Darghye über seine ersten Momente im Ort. „Den Menschen war unsere Kultur vertraut. Sie kannten sie durch Heinrich Harrer“. So sei es möglich, besser mit der tibetischen Geisteshaltung zu den Menschen vorzudringen. Aber eines ist dem Lama wichtig. „Wir zeigen unsere Kultur, ohne das Bild der Religion.“


Bei anderen Zentren läge der Fokus stark auf der Religion. In Knappenberg nicht. Eisenbeutel: „Die Leute müssen nicht religiös sein, um hier lernen zu können.“ Die Lernenden kommen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, in der Mehrzahl sind sie keine Buddhisten.
An eines glaubt man mit der sanften, aber starken Willenskraft und der Zuversicht der tibetischen Ausgeglichenheit: Die tibetische, buddhistische Geisteshaltung in der Welt verbreiten zu können: Güte, friedliches Miteinander, Rücksicht auf den anderen, Friede. Und so sitzt Tenzin Darghye in seinem Büro im Zentrum und sagt mit ruhiger Stimme: „Diese Welt hat viele Probleme, Hass, Terrorismus.“ Zu wenig Geisteskontrolle sei die Ursache. „Wir haben hier ein Zentrum, in dem Menschen ihren Geist trainieren können, um diese Probleme zu lösen.“ Er sei stolz, einen Beitrag leisten zu können. Mehrere tausend Menschen haben schon Ausbildungen, Seminare durchlaufen. Deshalb sagt Tenzin Darghye angesichts des Jubiläums: „Die Früchte unserer Arbeit sind unsere Freuden.“

 

Einzigartig in Österreich

Das Tibetzentrum wurde 2008 vom Dalai Lama, Lama Gesche Tenzin Dhargye und dem Tibet Büro Genf in Zusammenarbeit mit der Kärntner Landesregierung gegründet. Der Standort befand sich in der Carinthischen Musikakademie in Knappenberg. Im Oktober 2014 öffnete das Bildungshaus, also der aktuelle Standort des Zentrums. Auf 400 Quadratmetern finden sich dort mehrere Büros, ein Besprechungsraum, ein Seminarraum sowie ein tibetischer Therapieraum. In Würdigung der Freundschaft des Dalai Lama mit Heinrich Harrer entstand so ein Bildungshaus, das in dieser Form in Österreich einzigartig ist. Die Basis der Bildungsmöglichkeiten ist die authentische tibetisch-buddhistischen Tradition. Das Jubiläumsfest des Zentrums findet am Samstag, dem 29. September statt.

Tibetzentrum feiert Jubiläum: Fotorundgang durch das Bildungshaus

Das Team des Tibetzentrums feiert im September das zehnjährige Bestehen des Hauses

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Lama Geshe Tenzin Darghye ist der Leiter des Zentrums

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Monika Eisenbeutel fungiert als Studienleiterin

Markus Traussnig

Das Tibetzentrum beherbergt auch zahlreiche Schätze der tibetischen Kultur

Markus Traussnig

Die Schriften zum Studium der tibetischen Lehren sind feinsäuberlich in Tüchern gewickelt

Markus Traussnig

Der Text befindet sich auf einzelnen Blättern, die beim Studium sorgsam wieder aufeinander gelegt werden

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Tenzin Darghye im Medidations- und Lehrsaal ...

Markus Traussnig

 ... und bei den Gebetsmühlen

Markus Traussnig

Über dem Eingang findet sich ein Emblem, das für die fünf tibetischen Wissenschaften steht

Markus Traussnig

Im Meditationsaal, der auch Lehrsaal ist, werden Meditationsmethoden zur "Befriedung des Geistes" gelehrt

Markus Traussnig

Bücher des Dalai Lama finden sich überall

Markus Traussnig
(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Symbolhafte Verzierung an der Fassade

Markus Traussnig

"Rigne", die Wissenschaften

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Worte des Dalai Lama anlässlich der Einweihung des Zentrums

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)
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