Wolfsberg, VölkermarktDer Wolf bleibt weiterhin ein großes Sorgenkind der Almbauern

Jäger und Almwirtschafter treten dafür ein, den Wolf in einer Schutz-Richtlinie neu einzustufen. Das wird schwierig, da es um EU-Recht geht. In ganz Österreich sind derzeit 15 Wolfsrudel nachgewiesen.

Diskussion um Lausitzer W�lfe
Der Wolf ist in weiten Teilen der EU streng geschützt © (c) dpa/Armin Weigel (Armin Weigel)
 

Der Wolf war Thema bei der jüngsten Vollversammlung des Kärntner Almwirtschaftsvereins. Auch in den Bezirken Wolfsberg und Völkermarkt sorgt Meister Isegrim für Diskussion, nicht zuletzt deshalb, weil ein gerissenes Pony in Twimberg Ende Jänner vermutlich einem Wolf zum Opfer gefallen ist. Christoph Habsburg-Lothringen, Vizepräsident des Almwirtschaftsvereins, spricht davon, dass auf Kärntner Seite eine Wölfin, auf steirischer Seite ein männliches Tier unterwegs sein sollen. „Die Folge wird eine baldige Rudelbildung sein“, sagt er und kündigt für April eine Info-Veranstaltung an.

„Von drei Rissen wurden DNA-Proben genommen, um festzustellen, ob sie einem Wolf zuzuordnen sind. Ein Ergebnis gibt es allerdings noch nicht“, sagt der Wolfsberger Bezirksjägermeister Walter Theuermann. Er befürchtet dennoch eine Zunahme an Wölfen und forciert – gleich wie Habsburg-Lothringen –, dass der Wolf vom Anhang 4 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH), einer Naturschutz-Richtline, in den Anhang 5 übernommen wird. „Jetzt ist er streng geschützt. Dann wäre er leichter regulierbar“, sagt Theuermann.

Christian Pichler, Wolfs-Experte des WWF, weist darauf hin, dass es sich bei der FFH-Richtlinie um europäisches Recht handelt. „In fast allen EU-Ländern ist der Wolf im Anhang 4 vermerkt. In Spanien haben wir 2500 Wölfe, in Italien rund 2000 Stück, in Rumänien knapp 4000 und in Deutschland 70 Rudel. In ganz Österreich gibt es derzeit 15 Rudel. Das wird wohl kaum ausreichen, ein EU-Gesetz zu kippen“, sagt er.
Pichler propagiert professionellen Herdenschutz und finanzielle Unterstützung der Landwirte. „Wir sind auch verpflichtet, für die Arterhaltung einzutreten.“

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