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HCB-Skandal

Bienen schwärmen als Detektive im Görtschitztal aus

Nach HCB-Skandal sollen Tiere weiteren Aufschluss über Umweltbelastungen liefern. Die Idee dazu kam vom Ferlacher Bienenzüchter Ingo Schwarz.

Ingo Schwarz beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Bienen © kk/privat
 

Fleißig sind sie ja angeblich, die Bienen. Jetzt ist aber auch ihr detektivischer Spürsinn gefragt. Im Görtschitztal sollen die fliegenden „Biodetektive“ bald ausschwärmen. Eineinhalb Jahre nach Bekanntwerden des HCB-Skandals ist geplant, dass die Tiere weiteren Aufschluss über die Umweltbelastung im Görtschitztal liefern.

Die Idee des sogenannten Bienen-Monitorings hat Ingo Schwarz (45) an das Land Kärnten, genauer gesagt an das Umweltreferat von Landesrat Rolf Holub (Grüne) herangetragen. Schwarz ist Grüner Gemeinderat in Ferlach und seit mehr als 30 Jahren haben er und seine Familie sich dem Leben und der Arbeit mit Bienen verschrieben. Der Honig ist dabei für Schwarz mittlerweile nur mehr ein Nebenprodukt. Sein Hauptinteresse gilt den sogenannten Monitoring-Völkern, die für Messungen eingesetzt werden.
Erstmals in Berührung gekommen ist er mit diesem Thema im Rahmen eines groß angelegten Interreg-Projektes mit Slowenien. Damals wurden in ausgewählten Naturschutzgebieten Bienen eingesetzt, um die invasiven Neophyten – das sind Pflanzen, die bei uns nicht heimisch sind – zu überwachen. „Dadurch hat sich meine Imkerei gewendet“, sagt Schwarz. Der große Vorteil des Bienen-Monitorings sei, dass man eine große Wirkungsfläche homogen, punkt- und zeitgenau analysieren könne, sagt Schwarz, der lange Jahre Geschäftsführer des Bienenzucht-Landesverbandes in Kärnten war. Ein Monitoring-Volk decke ein Gebiet von etwa zwei Quadratkilometern ab. Untersucht werden Pollen, Wachs und Nektar. Wobei im Görtschitztal vor allem die Testergebnisse von Pollen und Wachs interessant sein werden, da Hexachlorbenzol (HCB) eine fettlösliche Substanz ist. Im Honig, einer wässrigen Lösung, kann HCB nicht nachgewiesen werden.

Sensibler "Bio-Indikator"

Bei den fliegenden „Detektiven“, die im Görtschitztal angesiedelt werden sollen, handelt es sich nicht um gewöhnliche Bienenvölker. Sie unterliegen einem strengen Betreuungskonzept. Ihre Stöcke sind unter anderem mit einer Wetterstation technisch ausgestattet. Sie liefern so auch statistische Daten. „Die Biene gilt als sensibelster Bio-Indikator“, sagt Schwarz, der jedoch betont, dass das Bienen-Monitoring nur als Zusatz zu anderen Untersuchungsmethoden eingesetzt werden kann.

Vonseiten des Landes ist das Interesse daran jedenfalls groß. Wann die fliegenden „Detektive“ im Görtschitztal ausschwärmen sollen, könne man derzeit jedoch noch nicht sagen, heißt es aus dem Büro Holub. Auch wieviele Bienenstöcke aufgestellt werden sollen, sowie die Höhe der Kosten stehen derzeit noch nicht fest.

CHRISTIANE CANORI

Flughäfen fliegen auf Bienen

Kann man Honig aus einer Flughafenregion bedenkenlos genießen? In Deutschland ist das Bienen-Monitoring schon seit fast 20 Jahren ein Thema. Ein Pionier auf diesem Gebiet war Ingo Fehr, seit 30 Jahren Imker. Im Jahr 1999 beschäftigte er sich im Rahmen seiner Diplomarbeit im Fach Umwelttechnik mit der Filterung von Luftschadstoffen. In der Umweltabteilung des Flughafens Hamburg, in der Fehr arbeitet, entstand schlussendlich die Idee, Bienenvölker aufzustellen und den Honig auf Luftschadstoffe zu untersuchen. „Bienen durchfliegen ihr Fluggebiet sehr intensiv. Eine Biene macht pro Tag zirka 40 Flüge und besucht etwa 4000 Blüten“, erklärt Fehr, der mittlerweile den Spitznamen „Airport-Imker“ trägt. Jedes Jahr im April werden bis zu acht Bienenstöcke auf dem Hamburger Flughafengelände aufgestellt. „Es handelt sich dabei rein um eine ergänzende Untersuchung zu anderen Luftschadmessungen“, sagt Fehr. Denn nicht alle Schadstoffe seien in Honig nachweisbar. Den Tieren schade ihr Einsatz am Flughafen nicht. Auch ihr Honig sei bisher immer verkehrsfähig gewesen. Fehr: „Wir verschenken ihn an Geschäftskunden, nach dem Motto ,So schmeckt der Flughafen‘.“
Mittlerweile wurde, beziehungsweise wird die Methode auch an anderen Flughäfen im deutschsprachigen Raum angewandt. Und auch auf aufgelassenen Mülldeponien sind die fleißigen Tierchen bereits im Einsatz, unter anderem im deutschen Erfurt. Dort haben sie sogar das Interesse des amerikanischen Präsidenten Barack Obama geweckt. US-Wissenschaftler erforschten daraufhin die Erfurter Bienen.

 

Kommentare (1)

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larmit11
0
1
Lesenswert?

Netter Versuch,

...nur welches Gift sollen die Bienen finden, wenn keins da is! ?

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