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Die Tücken der Grenzwerte für Hexachlorbenzol

Das Lebensmittelgesetz regelt, wie viel HCB in Milch, Fleisch, Gemüse und Kürbiskernöl erlaubt ist. Gesetzliche Grenzwerte für Luft und Boden gibt es nicht.

Mit dem Verzehr von eingefrorenem Gemüse aus dem Hausgarten sollte man noch warten © D. Ott - Fotolia
 

1.Wie gefährlich ist es für Menschen, belastete Lebensmittel zu konsumieren?
Wer kurz in Kontakt mit mit Hexachlorbenzol (HCB) kontaminierten Lebensmitteln oder Luft kommt, für den ist das kein Problem, sagt Barbara Kohlweg, Umweltmedizinerin des Landes. Denn die akute Giftigkeit von HCB ist gering. „Problematisch wird es erst, wenn die Belastung in hoher Konzentration über mehrere Jahre hinweg andauert.“ Erste Wirkung kann eine Leberschädigung sein.

2.Dürfen Görtschitztaler heimische Milch und Gemüse konsumieren?
Milch, die in den Verkauf gelangt, ist unbedenklich. Mit dem Verzehr von eingefrorenem Gemüse soll man noch zuwarten, raten Kohlweg und Albert Kreiner, Jurist des Landes und Koordinator der Debatte um die HCB-Belastung im Görtschitztal. Aber in erster Linie aus Gründen der Vorsicht. Denn es fehlen einfach noch zu viele Untersuchungsergebnisse. Wie Landeshauptmann Peter Kaiser gestern bekannt gab, gibt es keine aktuelle Belastung von Wasser, Luft und Boden.

3.Welche Grenzwerte gelten fürs im Görtschitztal freigesetzte Hexachlorbenzol?
Die Grundlage für HCB-Grenzwerte bietet das Lebensmittelgesetz, erklärt Kreiner, Es regelt nur Grenzwerte für Lebensmittel. Für Rohmilch gilt zum Beispiel 0,01 Mikrogramm pro Liter, für Fleisch 0,02 Mikrogramm pro Kilo. (Ein Mikrogramm entspricht ein Tausendstel Milligramm oder ein millionstel Gramm.) Bei Rohmilch gab es, wie berichtet, Grenzüberschreitungen. Diese Milch gelangte aber nie in den Verkauf.

4.Warum hat Kürbiskernöl den (hohen) Grenzwert von 0,04 Mikrogramm?
Weil sich in fetthaltigen Produkten mehr Hexachlorbenzol ablagert, setzten die Steirer diesen höheren Grenzwert für Kürbisprodukte durch. Zumal auch die Menge eine Rolle spielt. Man konsumiert deutlich weniger Kernöl als Milch.

5.Gibt es auch Grenzwerte für die Belastung von Luft und Boden?
In Österreich nicht mehr, sagt Kreiner. Er verweist auf einen in Deutschland gängigen Wert. Der liegt im Bereich von Verbrennungsanlagen bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Auch für den Boden gibt es in Österreich keine gesetzlichen Grenzwerte mehr. Kreiner verweist wieder auf Deutschland. Dort gelten Referenzwerte für unterschiedliche Nutzungen. Am sensibelsten ist ein Kinderspielplatz. Dort liegt der Referenzwert bei vier Milligramm pro Kilogramm Erde. „Das ist um das Viertausendfache höher als Werte, die im Görtschitztal gemessen wurden.“

Kommentare (1)

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Momi60
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1
Lesenswert?

Grüß Gott ins schöne Görtschitztal

Grenzwerte was ist das? "Bis da hin und her erlaubte vergiftung" ! Aber bitte nicht auf dem Teller der Hier Verantwortlichen!!!
Und sie alle sollen es ja nicht versuchen mit einem Rücktritt da raus zu kommen, wo sie sich vorher so bemühten einen Platz "drinnen" zu besetzen.... Sie müssen das verantwor.... Hubs, musste husten ....

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