AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Hüttenberg

Causa Schratter: Der große Graben

An der "Causa Schratter" zerschellt der Dorffrieden Hüttenbergs. Nach vier Jahren (Rechts-)Streit sehen "Ofnerianer" Einigkeit, wo "Schratter-Anhänger" Rache und Angst verspüren. Eines aber eint sie: der Wunsch nach Ruhe im Dorf.

© KK
 

Josef Ofner: "Bevölkerung ist nicht geteilt"

"Zwischen mir und Rudolf Schratter wird es keine Freundschaft mehr geben!" Wer da so spricht, ist seit 15. März 2009 mit 55,32 Prozent der Stimmen Bürgermeister von Hüttenberg: Josef Ofner. Und trotz dieser Aussage, jahrelangem (Rechts-)Streit, der Suspendierung Schratters und Amtsleiter Gerhard Hebenstreit will er von zwei Lagern im Ort nichts wissen: "Die Bevölkerung ist nicht zweigeteilt. Das ist eine subjektive Wahrnehmung. Die objektive Wahrnehmung ist, dass die Leute miteinander können."

Daher will Ofner jetzt einen Schlussstrich ziehen: Den strafrechtlich freigesprochenen Schratter will er zivilrechtlich nicht mehr belangen. Ofner ist lieber stolz darauf, was in seiner Amtszeit realisiert worden ist: Jugendgästehaus, Sanierung der Klippitztörlstraße, Tibetzentrum. Einige im Ort schließen sich Ofners Meinung an: "Ich merke nichts von zwei Lagern", sagt ein Kaufmann. Und: Ruhe soll endlich einkehren.

Tibetzentrum

Jahrelang klammerte man sich an den Rettungsanker Tibetzentrum. Übrig blieb eine (umstrittene) Sparvariante mit Jugendgästehaus.

Rudolf Schratter: "Alle haben Angst!"

Fragt man in Hüttenberg nach der "Causa Schratter" wird es still. Im Gasthaus weicht man der Frage aus, eine Frau nickt, ein Mann sucht lieber das Weite. "Alle haben Angst!", sagt Horst-Peter Polzer, der in Knappenberg eine Töpferei betreibt; er hat keine: "Es gibt zwei Lager." Das bestätigt auch der ehemalige Bergwerker Hermann Seiser: "Ich nehme am öffentlichen Leben nicht mehr teil, ich habe mich zurückgezogen."

Nur wenige gehen in Hüttenberg mit ihrer Meinung hausieren, man betreibt Rückzug von der öffentlichen Meinung: "Man muss aufpassen, was man sagt", sagt einer. Auch Schratter erlebt das so: "Es wird 30 Jahre dauern bis die Gräben zugeschüttet sind." Er will sich aber nicht mehr damit beschäftigen: "Ich muss ja weiterleben." Schratter ist noch in Krankenstand, die Gräben bleiben gezogen: "Leiter des Harrer-Museums möchte ich wieder werden." Ende 2014 geht er in Pension: "An der Politik habe ich kein Interesse mehr."

Die "Causa Schratter" beginnt im Museum

2009 löst Josef Ofner Rudolf Schratter als Bürgermeister ab: Darauf Suspendierung Schratters als Harrer-Museums-Direktor, Anzeigenflut folgt. Ist-Stand: strafrechtlich ist Schratter freigesprochen, Diszi-Kommission spricht ihn in zwei Punkten schuldig. Vorwürfe: Bau eines zweiten Tagausganges für Schaubergwerk und Kauf eines Autos ohne Gemeinderatsbeschluss. Schratter beruft.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren