Schneller als das menschliche Auge schauen kann, werden Daten bereits heute übertragen. In Zukunft soll dies noch schneller, besser und effektiver funktionieren. Der neue Mobilfunkstandard 5G soll den Grundstein für viele zukünftige Innovationen legen.

Besonders ist wohl, dass es in dieser Branche keine Limits zu geben scheint. Alle paar Jahre erscheinen Werbungen für ein neues verbessertes Netz. Die Verbreitung des Mobilfunknetzes begann Mitte der 1990er Jahre unter dem Namen GSM oder auch 2G, für zweite Generation. Über die Jahre wurde diese Technik immer wieder weiterentwickelt und nun stehen wir nicht mehr allzu weit entfernt, von der Umsetzung des 5G-Netzes.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Generationen ist die Verwendung unterschiedlicher Frequenzbänder zur Übertragung von Informationen über Radiowellen. Hierbei ist zu beachten, dass die Verwendung einer hohen Frequenz eine große Datenrate bietet, was essenziell ist, um einen schnellen Internetzugang genießen zu können. Jedoch ist dadurch die mögliche Übertragungsstrecke kürzer als bei niedrigen Frequenzen, da sich die Wellenlänge mit zunehmender Frequenz verkleinert.


Dadurch befürchten viele einen Zuwachs an Antennen in den Städten und daraus resultierend eine Dauerbestrahlung mit Funkwellen. Dies stimmt jedoch nur bedingt, Christoph Uran von der FH Kärnten, tätig im Bereich Netzwerk- und Kommunikationstechnik erklärt: „Wenn man das Klagenfurter Netz von heute auf morgen ausschließlich auf 5G-Technologie umbauen würde, dann würde man sogar weniger Antennen benötigen, als momentan verwendet werden.“ Den tatsächlichen Grund für die Verwendung von mehr Funkmasten erläutert Helmut Wöllik, der ebenfalls im Bereich Netzwerk- und Kommunikationstechnik tätig ist, mit der Aussage: „Man wird immer mehr Antennen verwenden, um die Kapazität des Netzes zu erhöhen, auch bei älteren Technologien.“

Konkret bedeutet dies, dass die Auslastung der einzelnen Funkmasten dadurch besser aufgeteilt wird und es zu keinem „Datenstau“ kommt. Man kann sich diese Situation ungefähr so wie unser Straßennetz vorstellen. Würde es nur eine einzige Straße geben, um beispielsweise eine Großstadt zu erreichen, würde sich der Verkehr auf dieser Straße ständig stauen. Diese Situation kann umgangen werden, indem mehrere Straßen gebaut werden, die zum selben Ziel führen.

Ähnlich kann man sich die neue 5G-Technologie vorstellen. Das Hauptziel dieser Technologie im Vergleich zu 4G ist es nicht, die Straßen breiter zu machen, sondern den verfügbaren Platz effizienter zu nutzen. Uran beschreibt: „Es gibt eine Straße und auf diese wird darüber eine weitere gebaut, dies wird immer wieder wiederholt und es wird ermöglicht, Autos in mehreren Etagen fahren zu lassen. Dadurch können mehr Autos gleichzeitig fahren, ohne dabei mehr Landschaftsfläche zu verbrauchen.“ Wöllik zeigt auf, dass es aufgrund dieser Effizienz neue Anwendungsfälle geben wird. Ein Beispiel dafür sind Internet of Things-Anwendungen, bei denen Sensoren direkt eine Internetverbindung über Funk aufbauen sollen, ohne ein Zwischenmedium zu verwenden. 5G ist also ein Begriff, der uns in den nächsten Jahren sehr oft begegnen wird.