Kals

Skitage spezial: „Besondere“ Freiheit auf Skiern

Volksschule Matrei organisiert für Kinder mit Beeinträchtigung spezielle Skitage in Kals. Schüler machen beachtliche Fortschritte. Zukunft der Sonderschulklasse in Matrei ist ungewiss.

Die Schüler mit ihren Betreuern und den Skilehrern in Kals © Michael Egger
 

Es ist ein kühler Tag in Kals am Großglockner. Am Fuße der Gondelbahn, auf der Skipiste, herrscht dennoch eine herzliche Stimmung. Sechs Kinder mit Beeinträchtigung, fünf von der Volksschule Matrei und eines von der Volksschule Huben, haben gerade ihren Skikurs hinter sich. Ein Rennen ist der Abschluss des dreitägigen Projekts, das bereits das dritte Jahr in Folge stattfindet.
Und beim Rennen gibt es laut Skischul-Betreiber Lukas Resinger nur Gewinner.

DATEN UND FAKTEN

Projekt. Einige Kinder der Gruppe können nicht selbstständig gehen, teils haben sie sogar stark ausgeprägte spastische Lähmungen. Ein weiteres Kind ist stark autistisch. Zudem sind einige Kinder sehbehindert.
Unterstützer. Finanzielle Unterstützung für Ausrüstung, Bustransport und Skilehrer gibt es vom Kiwanis Club, dem Lions Club, dem Round Table und dem Alpin Kompetenzzentrum.

Freude und Emotionen

Sigrid Troger, Direktorin der Volksschule Matrei, bestätigt: „Es ist berührend, wenn man sieht, welche Freude die Kinder haben.“ Zum Projektstart vor drei Jahren holte man noch eine spezielle Behinderten-Skilehrerin aus Deutschland nach Osttirol. Jetzt arbeitet man mit Rebekka Egger, einer Osttirolerin, die ebenfalls die passende Ausbildung hat. Sie geht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder ein: „Jedes einzelne Kind braucht verschiedene Techniken und Materialien.“

Direktorin Troger mit einer Schülerin Foto © Michael Egger

Was für Egger aber besonders wichtig ist: „Die Kinder spüren den Wind im Gesicht – es geht vor allem um die Freiheit, sich im Schnee zu bewegen.“

Fortsetzung geplant

Dennoch machen die Kinder auch auf den Skiern Fortschritte. Skischul-Leiter Lukas Resinger fasst die Entwicklung so zusammen: „Vor zwei Jahren dauerte das Rennen noch eine halbe Stunde. Heuer war es nach fünf Minuten vorbei.“

Vor zwei Jahren dauerte das Rennen noch eine halbe Stunde. Heuer war es nach fünf Minuten vorbei. 

Lukas Resinger

Direktorin Sigrid Troger will das Skiprojekt weiterführen und zu einem jährlichen Fixpunkt machen. Sie hat aber Sorge, dass es die derzeitige Sonderschulklasse, die das Überbleibsel der ehemaligen Sonderschule ist, bereits im kommenden Jahr aufgrund sinkender Schülerzahlen nicht mehr geben wird. „Sollten wir nur mehr drei Kinder haben, schaut es schlecht aus“, sagt Troger. Die Kinder würden dann in die bestehenden Volksschulklassen integriert werden. Motorische Übungen, ein eigener Lehrplan samt selbstgekochtem Mittagessen würden dann wegfallen.

MICHAEL EGGER

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