Wahl Osttirol ist einziger Bezirk mit ÖVP-Verlusten

SPÖ legte in Osttirol zu, ÖVP verfehlte Wahlziel. Kuenz bangte um Mandat. FPÖ blieb unter Erwartungen.

Eigentlich haben Hermann Kuenz und Martin Mayerl von der ÖVP nichts zu lachen: Kein anderer Tiroler Bezirk außer Osttirol fuhr ÖVP-Verluste ein
Eigentlich haben Hermann Kuenz und Martin Mayerl von der ÖVP nichts zu lachen: Kein anderer Tiroler Bezirk außer Osttirol fuhr ÖVP-Verluste ein © KLZ/Ruggenthaler
 

Es war spannend und es gab Überraschungen – am Wahlsonntag in Osttirol. Schon nach Schließung der ersten Wahllokale sprach sich herum: Elisabeth Blanik, die Spitzenkandidatin der SPÖ, hat einen guten Lauf. Sie ist in einigen Gemeinden stärker als die FPÖ. Und was sich noch herumsprach: Die ÖVP verliert in einzelnen Kommunen. Als das Bezirksergebnis vorlag, bestätigte sich, was kolportiert wurde. Die SPÖ verzeichnete mit einem Plus von 7,65 Prozent den höchsten Zuwachs aller kandidierenden Parteien.

Besser kann man Freude und Erfolg nicht ausdrücken: Die SPÖ von Elisabeth Blanik legte im Bezirk beachtlich zu
Besser kann man Freude und Erfolg nicht ausdrücken: Die SPÖ von Elisabeth Blanik legte im Bezirk beachtlich zu Foto © APA/EXPA/JFK

In einer ersten Reaktion sagte Blanik: „Das Projekt ,neue SPÖ Tirol‘ ist gelungen, wir haben den zweiten Platz.“ Den hat sie ganz klar auch in Osttirol erreicht. In der Bevölkerung gab es den Eindruck, Blanik habe in Osttirol wenig wahlgekämpft. „Das stimmt nicht. Wenn ich meinen Kilometerzähler anschaue, dann waren wir in jedem Bezirk ungefähr gleich oft. Und es ist uns gelungen, überall das Vertrauen der Menschen zu erhalten“, konterte sie. Das sensationelle Abschneiden in Osttirol freut Blanik natürlich besonders: „In Osttirol kennen sie mich halt schon seit 15 Jahren und wissen, dass sie auf mich zählen können.“

Osttirol war der einzige Tiroler Bezirk, in den die ÖVP ein Minus einfuhr. Die teils starken Rückgänge in einzelnen Gemeinden haben sich letztlich im Bezirksergebnis niedergeschlagen. Das Wahlziel – einen Fünfer vor dem Ergebnis – wurde nicht erreicht.  Bezirksparteiobmann und Spitzenkandidat Martin Mayerl, dessen Mandat von vornherein fix war, analysierte: „Das ist auf die großen Verluste in Matrei, Virgen, Prägraten, Schlaiten oder Oberlienz zurückzuführen. Natura 2000 war hier das Thema. Die Wählermobilisierung ist im Gegensatz zu 2013 nicht ganz gelungen. Damals gab es das Duell Mayerl gegen Andreas Köll.“ Trotzdem ist er mit dem Resultat zufrieden: „Jede zweite Stimme in Osttirol war eine Stimme für die ÖVP.“

Hermann Kuenz, als Osttiroler auf Platz sieben der Landesliste aufgestellt, saß stundenlang auf Nadeln. Bis 20 Uhr bangte er um sein Mandat. Dann sagte er erleichtert: „Mein Sitz ist jetzt fix, ich bin in den nächsten fünf Jahren wieder im Landtag vertreten.“ Auch in der Bezirkszentrale der ÖVP machte man kein Hehl daraus: „Eindeutige Wahlsiegerin in Osttirol ist Elisabeth Blanik“, betonten Mayerl und Kuenz unisono.

Insgesamt unter den Erwartungen blieben die Freiheitlichen mit Spitzenkandidat Josef Blasisker. 2,38 Prozent war das Plus gegenüber den Landtagswahlen 2013. Nur mehr 1270 Osttiroler wählten die Grünen. Das ist ein Minus von 2,40 Prozent. Damit liegt die Ökopartei mit 5,54 Prozent im Bezirk wesentlich schlechter als tirolweit.

Kommentare (1)

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pink69
2
1
Lesenswert?

und

das gleiche wird am kommenden WE in Kärnten passieren..... Kärnten bleibt als einziges Bundesland stark rot mit leicht bläulicher Färbung..../ Kärnten der Rettunsganker des Herrn Kern...vorübergehend ?.... Insider behaupten, wäre Kern zurück getreten hätte Blank über 20% eingefahren...und die bevorstehende Wahlschlappe der SPÖ in Salzburg wohl abgefedert.

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