Landtagswahl TirolPlatter hat nach Wahlsieg freie Partnerwahl

Mehr als 44 Prozent für die ÖVP. SPÖ und FPÖ fast gleichauf, Grüne bleiben zweistellig. NEOS schaffen den Sprung in den Landtag.

Bundeskanzler Sebastian Kurz jubelte mit Landeshauptmann Günther Platter © APA/Hochmuth
 

Die Tiroler Landtagswahl ist geschlagen und sie kennt bei einer eher dürftigen Wahlbeteiligung von 60 Prozent fast nur Sieger, allen voran die ÖVP. Die Partei von Landeshauptmann Günther Platter legt auf mehr als 44 Prozent zu und kann nun den Koalitionspartner zwischen SPÖ, FPÖ und Grünen frei wählen.

Die Sozialdemokraten und die Freiheitlichen gewinnen deutlich, wobei die SPÖ etwas überraschend Platz 2 behaupten. Die Grünen lassen zwar leicht nach, bleiben aber zweistellig. Die Liste Fritz kann sich hauchdünn im Landtag halten, die NEOS dorthin erstmals einziehen. Beide schaffen es knapp über die Fünf-Prozent-Hürde.

ÖVP gewinnt Tiroler Landtagswahl, SPÖ vor FPÖ

Platters ÖVP legt rund fünf Prozentpunkte zu. Nicht wirklich überraschend, was sich schon daran zeigte, dass sich Bundesparteichef Sebastian Kurz beim gemeinsamen Jubeln mit ihm bei den ersten Hochrechnungen filmen ließ und von Rückenwind auch für die Bundespartei sprach. Platter sieht ein sensationelles Ergebnis. Potenziell kommen für ihn alle Parteien als Koalitionspartner infrage. Dies werde nach Inhalten und Personen entschieden.

Einen Schritt in Richtung möglicher Regierungsbeteiligung machte die SPÖ. Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik hatte ja einen entsprechenden Zugewinn als Voraussetzung für Koalitionsverhandlungen genannt, den gibt es nun mit gut drei Punkten. Entsprechend zeigte sich die Lienzer Bürgermeisterin glücklich, umso mehr, als man die FPÖ hinter sich lassen konnte.
Darf feiern: SPÖ-Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik Foto © APA/Expa
Der freiheitliche Spitzenkandidat Markus Abwerzger wollte sich das Plus von sechs Punkten auf rund 15 Prozent nicht schlecht reden lassen. Wörtlich sprach er von einem "sehr guten Ergebnis". Diese Einschätzung teilte auch Bundesparteichef Heinz-Christian Strache.

Mittelprächtig war die Stimmung bei den Grünen. Die kleine Regierungspartei büßte zwar knapp zwei Punkte ein, blieb aber mit knapp unter elf Prozent zweistellig. Immerhin habe man sich gegenüber dem Ergebnis der Nationalratswahl deutlich verbessert, tröstete sich Spitzenkandidatin Ingrid Felipe. Ob man wieder über eine Regierung verhandelt, liege nun am Landeshauptmann.

Liste-Fritz-Spitzenfrau Andrea Haselwanter-Schneider musste eingestehen, dass man das Wahlziel einer Verdoppelung der Mandate verpasst habe: "Zum dritten Mal in Folge in den Tiroler Landtag einzuziehen, ist aber eine tolle Leistung." Ziel erreicht: Das hieß es von NEOS-Spitzenkandidat Dominik Oberhofer. Tirol scheine ein guter Nährboden für die NEOS zu sein, meinte er angesichts des Landtagseinzugs.

Die ÖVP gewinnt ein Mandat dazu und hält damit künftig 17 der 36 Landtagssitze. Die SPÖ legt um einen Sitz zu und entsendet künftig sechs Mandatare. Die FPÖ wächst um zwei Abgeordneten auf sechs Mandate. Die Grünen verlieren eines und kommen auf vier Mandate.

Beim zweiten Urnengang auf Landesebene unter der schwarz-blauen Bundesregierung waren 537.273 Wahlberechtigte aufgerufen, über die Verteilung der 36 Mandate zu entscheiden.  Nach Niederösterreich war Tirol das zweite von vier Bundesländern, in denen der Landtag heuer neu gewählt wird. In einer Woche folgt Kärnten, ehe Salzburg am 22. April den Abschluss bei den heurigen Landtagswahlen macht.

Kommentare (42)

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max13
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Das denke ich nicht.

Der kurz und der sopotka haben ihn sicher gesagt,
Das nur die blauen die richtigen sind.

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Bond
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Schon wieder...

... ein Foto von Kurz in der Kleinen Zeitung. Gratuliere!

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checker43
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Und

der erste NR-Präsident schon wieder mit dabei. Was für ein Amtsverständnis.

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tomtitan
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Ein Wunder - ALLE PARTEIEN haben gewonnen!

Und daß die Blauen auch dazugewonnen haben wundert mich noch mehr....

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Kürassier
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Wahlbeteiligung: 60 Prozent!?

Langsam mache ich mir ernsthaft Sorgen. Was bringt 40 Prozent der Wahlberechtigten dazu, auf ihr Stimmrecht zu verzichten?

Diese Relationen muss man sich einmal vor Auge führen: Platter und seine ÖVP wurden von gerade einmal einem Viertel (26 Prozent) aller Tiroler gewählt - und tun so, als hätten sie gerade die Weltherrschaft errungen. Das "schwarze" Kernland Tirol - und nur noch jeder Vierte wählt ÖVP? Das reicht - fast - für eine Absolute. Aber, wie gesagt, die Gesamtbetrachtung muss sehr nachdenklich machen. Mit 40 Prozent wären die Nichtwähler die zweitstärkste Partei.

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kleinalm
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Interessant!

Dann hat ja die SPÖ gar nur mehr 10 Prozent. Liebe Gott, wo soll das nur hinführen.

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Kürassier
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Richtig erkannt.

Und die FPÖ auch nur etwa zehn Prozent. Und die Grünen, immerhin eine Regierungspartei in Tirol, hat, grob gerechnet, nur jeder 15. gewählt. Aber wenigstens wurden diese Parteien gewählt. Wie gesagt, was mich nachdenklich macht, ist der Umstand, dass 40 Prozent der Stimmberechtigen überhaupt nicht gewählt haben, demnach weder das Angebot irgendeiner der kandidierenden Parteien für erstrebenswert halten noch überhaupt in einer demokratischen Wahl etwas Sinnvolles sehen, an dem man sich beteiligt, und sei es mit der Wahl des subjektiv gesehen geringsten Übels. Das ist bedenklich. 40 Prozent der Tiroler lassen sich - warum auch immer - von den übrigen 60 Prozent politisch fremdbestimmen.

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Landbomeranze
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Wenn Grün den 4. Bundesrat verliert,

dann ist der Fraktionsstatus weg und damit 92.000 Euro. Nicht sonderlich lustig für die Chaostruppe.

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Landbomeranze
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Ergänzung

übrigens 92.000/Vierteljahr.

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altbayer
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Kärnten

.... und wie es aussieht, nimmt die SPÖ nächste Woche in Kärnten den Grünen auch noch die Stimmen weg.
Laut Prognosen ist der gleiche Trend, wie bei den Nationalratswahlen zu erwarten.

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Jodl
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Vielleicht

sollte man das Wahlrecht auf jene beschränken, die zuvor einen Intelligenztest bestehen.

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Kürassier
1
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Eine ähnliche Idee ...

... hatte schon Platon. Hat nicht wirklich funktioniert. Solche Ansichten haben allenfalls psychohygienische Wirkungen auf Menschen, die meinen, sie wüssten besser als andere, was richtig oder falsch ist, aber es bringt insgesamt relativ wenig, Wählergruppen pauschal als intelligent oder unintelligent abzuqualifizieren. Demokratie besteht darin, dass der - subjektiv gesehen - allergrößte Volltrottel die vollkommen gleichwertige Stimme hat wie der hyperintelligente, allescheckende Idealmensch. Und dass es zweifellos ziemlich viele Volltrottel gibt, ändert daran gar nichts, und das ist gut so.

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SafronSid
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Sehr gute Idee...

...gewinnen tun die, die den Test erstellen- oder die Lösungen an die Ihren verteilt haben...

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DavidgegenGoliath
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Die SPÖ ist eine Arbeiterpartei!

Sind ihrer Meinung nach nur Arbeiter intelligent?

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Landbomeranze
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Könnten möglicherweise

auch sie durchfallen. Schon einmal nachgedacht

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Jodl
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Nein, meine Liebe

Ich falle sicher nicht durch. Keine Sorge. Ich weiß zumindest, wie man "Pomeranze" schreibt. Und einiges mehr.

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Landbomeranze
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Na das ist ja schon etwas

Übrigens haben ganze Sätze, die mit einem Punkt abschließen auch ein Prädikat. Lediglich beim Dadaismus braucht es dieses nicht;-), wenn wir schon gscheit sein wollen.

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hakre
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!

können die schreiber das Ergebnis wirklich nicht zur Kenntnis nehmen? wo bleibt bei diesen menschen das demokratische Verständnis?

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Stefan0810
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Die Kirche im Dorf lassen

Wählen zu gehen ist wichtig, und den Andersdenkenden tolerieren.

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Kürassier
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Dem stimme ich gerne zu.

Was öffentlich verhandelt werden sollte: bewegt sich die FPÖ noch innerhalb dessen, was unter "andersdenkend" für eine liberale Demokratie als zulässig erachtet werden muss - oder nicht? Ich habe dazu eine klare Meinung. Ich verabscheue so ziemlich alles, was von der FPÖ kommt, aber: ja, gerade noch. Sie bewegt sich immer schon an der Grenze des Strafrechts und des Verfassungsbogens, erstaunlicherweise tut sie das mehr denn je, seit sie in der Regierung vertreten ist. Sehr wahrscheinlich wird das aber auch der Grund sein, warum sie sich selbst auf kurz - nein, kein Wortspiel - oder lang das Genick bricht.

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tinawolf
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Welche Schmutzkübelkampagnen sieht den der Strache

Etwa gegenüber seinen Burschenschaftsfreunden,
Etwa wegen der Kürzungen von Sozialleistungen
Etwa wegen dem gekippten Rauchverbot
Etwa wegen der Umfärbelung der Staatsbetriebe

Der Typ steht doch voll daneben und die Tiroler auch, Sie checken es offensichtlich nicht, wie peinlich....

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grazspotter
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Linke samma, jammern tamma

Auf diesem Level werden auch die kommenden Wahlen ein erfreuliches Ergebnis für Türkis-Blau bringen.
Nur weil einem das Wahlergebnis nicht passt, Andersdenkende und -wählende als Blöde hinzustellen ist typisch für die linken Poster.

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aral66
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Typisch

lieber Grazspotti ist ihr Kommentar für Blauwähler wie Sie es zu sein scheinen. Schöne, einfache Welt, in der Sie leben : links = dumm und an Allem Schuld, rechts = der (angebliche) Heilsbringer

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petrolhead
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?

Gehören Sie zu der Minderheit die noch immer der Meinung ist, dass das Wahlergebnis bei der NRW ein Gutes war?
Da ich in der glücklichen Lage bin nicht auf Sozialleistungen angewiesen zu sein, verliere ich persönlich nichts. Allerdings bin ich der Meinung man muss diejenigen die es nicht so leicht haben unterstützen.
Dafür muss man übrigens nicht “linker” sein. Nicht asozial reicht.

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SoundofThunder
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Die Tiroler lesen Kronen Zeitung

Anders ist das nicht zu erklären.

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tannenbaum
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Also

Die Tiroler haben den Intelligentstest eindeutig nicht bestanden! Da fährt die ÖVP mit der FPÖ im Bund ein Programm, das uns europaweit nur lächerlich macht, und dann haben diese Versager bei Landagswahlen noch Zugewinne! Unglaublich!

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