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AußervillgratenKunstwerk "Ikarus" musste abfliegen

Kunstwerk aus Metall ist in die Schweiz umgesiedelt. In der Gemeinde Außervillgraten stand die Skulptur teilweise „in Nachbars Garten“.

Galerist Hanns Bachlechner brachte die Skulptur in die Schweiz © KK/Joseph Pisani
 

Am Ortseingang von Außervillgraten stand er etliche Jahre – hob seine Flügel, so, als wolle er gerade in die Lüfte entschweben. Und jetzt ist er nicht mehr da, der Ikarus aus Metall, 7,4 Meter hoch. Anfang Oktober wurde die Skulptur abmontiert, auf Sattelzüge gehoben und abtransportiert. Jetzt „fliegt“ Ikarus in Bergdietikon in der Schweiz, im Kanton Aargau an der Peripherie von Zürich.

Dort lebt Hanns Bachlechner, gebürtiger Außervillgrater, und betreibt eine Kunstgalerie. 2006 hat er den Ikarus erworben. Geschaffen wurde er vor 14 Jahren von Hans Peter Profunser, Künstler aus Berg im Drautal. In Außervillgraten bekam das Kunstwerk einen besondern Platz – auf dem Anwesen von Bachlechner, beim Haus Felsenheim, einen Platz, wo ihn jeder sehen konnte, der durch den Ort fuhr. Dem „Abflug“ des Ikarus gingen einige Differenzen zwischen Bachlechner und dem angrenzenden Grundbesitzer Ingo Fürhapter voraus. Mehrmals machte Fürhapter den Galeristen darauf aufmerksam, dass ein Rondo und der Ikarus zum Teil auf seinem Grundstück stehen würden. Im heurigen Frühjahr spitzte sich der „Nachbarschaftsstreit“ zu.

Bachlechner wurde von einem Lienzer Anwalt aufgefordert, das Rondo und den Ikarus bis zum 5. Mai 2018 zu entfernen. Fürhapter: „Es ist Tatsache, dass Bachlechner eine Steinmauer und den Ikarus auf meinem Privatgrund hatte. Er ist damit nicht klargekommen, dass es nicht sein Grund ist. Bachlechner hat das aus eher künstlerischer Sicht gesehen und nicht sehr ernst genommen. Aber mein und dein muss man unterscheiden können“. Auf einen Rechtsstreit ließ sich der Galerist nicht ein. Im Dorf munkelte man, ein paar Quadratmeter von vielen Hektar Großbesitz sollte der Kunst nicht gegönnt sein.

Anfang Oktober machte sich Ikarus auf den Weg in die Schweiz. „Ikarus fliegt jetzt der Reppitsch entlang und genießt die Bewunderung vieler Kunstinteressierter“, sagt Bachlechner. Von seiner Heimatgemeinde ist er schwer enttäuscht. Das drückt er so aus: „Freigeister haben keinen Platz in einem von Neid, Hass, Missgunst und Intrigen geprägtem Tal“. Und ein Bewohner von Außervillgraten, der den Abtransport in Bildern festgehalten hat, schrieb auf Facebook: „Habe mir erlaubt, die Demontage der Skulpturen samt ihrer sprichwörtlichen Abfuhr bildlich und mit dem tiefen Gefühl des Bedauerns festzuhalten. Somit sind wir wieder allein in unserer engen kulturellen Ansicht und frönen dem Gehorsam“.

KK/Privat
Dieser Ikarus hebt jetzt in der Schweiz seine Flügel © KK/Privat

Kommentare (3)

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etdotimschte
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Ikarus und Hans sind abgereist juhu

Was will Herr Hans Bachlechner mit solchen Aussagen bewirken.Jedem daß seine, und wenn de Grund nicht mir ist dann ist es so.Ohne seine Frau oder Freundin wäre Hans ganz wo anders gelandet.Diese Frau weiß aber sicher auch nicht alles was Hans früher gemacht hat. Ein schönes Dorf wie Ausservillgraten so negativ zu beurteilen ist ein Blick in den wahren Hans. Wäre alles gut gelaufen dann wäre in Ausservillgraten für Hans alles cool.Er wurde ja in Gasthäusern in Ausservillgraten auch rausgeschmissen.Soviel zum Friedenspreis in der Schweiz................

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Dieter Koenig
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Was soll man dazu sagen?

Ich kenne weder den Kommentator noch den Kommentierten. Der Kommentar zum "Freigeister haben kein Platz..." spielt aber dem Abwanderer voll in die Karten. Genau das meint er ja wohl. Und der Kommentar ist bösartig und hat nur die Aufgabe zu verletzen. Übelste Sorte Herr/Frau etdotimsche. Alles, was ich lese ist bisher nur eine einzige Hetze.
Nachbarschaftsstreite à la "dein Apfel fällt auf meinen Weg" haben irgendwie immer auch eine Tendenz von Kleingeist. Das passt dann irgendwie nicht zum "Freigeist". Aber ehrlich gesagt, ich erlebe Vieles in Osttirol genau so. Wieder einer weniger, Osttirol steuert irgendwie auf die 45.000 Einwohner zu. Berge sind nicht alles.

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romagnolo
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Kommen Sie zu uns, wir haben nichts!

Das war doch mal der Werbespruch des Villgratentals. Wie treffend!

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