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OsttirolFacebook gefällt nur sieben Gemeinden

Sieben von 33 Gemeinden versorgen ihre Bürger in Mark Zuckerbergs Netzwerk mit Informationen. Stadt Lienz ist Vorreiter. Viele Rechte hat sich ein Unternehmen gesichert.

Die Sonnenstadt Lienz versorgt die Nutzer auf Facebook vor allem mit stimmigen Bildern © Michael Egger
 

Liebe Kalserinnen und Kalser, das ist die neue offizielle Facebook-Seite der Gemeinde Kals am Großglockner“: Mit diesen Worten hat die Gemeinde im Juni das sogenannte soziale Netzwerk betreten. Kals ist die jüngste Osttiroler Gemeinde, die mit Mark Zuckerbergs Plattform „befreundet“ ist.

In Kärnten haben einige Gemeinden ihren Facebook-Account in jüngster Vergangenheit abgedreht. Eine Empfehlung des Gemeindebundes war ausschlaggebend. „Aus derzeitiger datenschutzrechtlicher Sicht kann nur empfohlen werden, alle Social-Media-Profile sowie sonstige Online-Dienste einzustellen bzw. zu löschen oder inaktiv zu setzen“, so der Gemeindebund. Hintergrund ist ein aktuelles EuGH-Urteil.
Der Tiroler Gemeindeverband hat eine solche Empfehlung nicht abgegeben – schließlich betreibt er selber eine Facebook-Seite.

Osttirols Gemeinden sind generell zurückhaltend, wenn es um die Präsenz auf Facebook geht. Nur sieben Gemeinden betreiben eine eigene Seite. Darunter auch die Sonnenstadt Lienz, die mit über 10.000 Menschen verbunden ist. Seit neun Jahren ist die Stadtgemeinde registriert. Die Bürger bekommen neben aktuellen Informationen zum Stadtgeschehen auch kulturelle und historische Inhalte in ihre Timeline. „Trotzdem achten wir darauf, dass wir die Abonnenten nicht mit Informationen überschwemmen“, sagt Stadt-Sprecher Bernd Lenzer, der sich auch um die Seite kümmert.

Das EuGH-Urteil ist der Stadtgemeinde bekannt. In der Liebburg hat man es ausführlich diskutiert und auch Maßnahmen getroffen. Mit dem Datenschutzexperten Christian Schweighofer hat man einen Texthinweis für das Impressum erarbeitet. Missen möchte man in Lienz den Kanal nicht mehr – obwohl viel Arbeit dahintersteckt.

Dass das Instrument Facebook auch am Land funktioniert, beweisen die Gemeinden Kartitsch, Ainet, Dölsach, Hopfgarten und Prägraten. Informationen von Vereinen und Betrieben finden dort ebenso ihren Platz wie kommunale Informationen. 26 von 33 Osttiroler Gemeinden verzichten auf Facebook. Die Gründe sind vielseitig. Ingo Hafele, Bürgermeister von St. Jakob, sagt: „Wir betreuen unsere Homepage und den WhatsApp-Service fleißig.“ Die EuGH-Entscheidung habe in St. Jakob aber keine Rolle gespielt.

Der Bürgermeister aus Außervillgraten, Josef Mair, sagt: „Ich vermische das mit meiner privaten Facebook-Seite.“ Dort postet er auch für die Bürger relevante Informationen. Ähnlich machen es auch andere Bürgermeister: Etwa Bernhard Webhofer aus Gaimberg oder Matthias Scherer aus Obertilliach.

Daten und Fakten

Facebook. 2004 wurde das Netzwerk in den USA von Mark Zuckerberg gegründet. Der
Umsatz des Unternehmens
lag im vergangenen Jahr bei rund 40 Milliarden US-Dollar.
Gemeinden. Die meisten Osttiroler Gemeinden verzichten auf Kommunikation via Facebook. Das Unternehmen „Ploner Communications“ hat sich allerdings schon vor Jahren die Namen aller 33 Gemeinden auf Facebook gesichert. Einige Kommunen arbeiten mit der Firma zusammen.

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