Lienz„Ohne die heimische Bauern, gäbe es uns nicht mehr“

Spitzenvertreter der Landwirtschaftskammer waren zu Gast in Lienz. Dabei stand „Vernetzung“ im Mittelpunkt.

Josef Hechenberger, Andreas Ortner, Konrad Kreuzer, Helga Brunschmid und Christoph Peintner © Kasupovic
 

Landwirtschaft verbindet – Vernetzung schafft Neues“ unter diesem Jahresmotto touren die Spitzenvertreter der Landwirtschaftskammer (LK) durch die Bezirke. Am Donnerstag besuchten LK-Präsident Josef Hechenberger und Vizepräsidentin Helga Brunschmid die Metzgerei Ortner in Lienz. Der Betrieb zählt insgesamt 35 Mitarbeiter. „Seit einer Woche haben wir auch zwei neue Metzger-Lehrlinge“, sagt Geschäftsführer Andreas Ortner. Insgesamt veredelt der Betrieb jährlich 750 Tiere aus dem Bezirk, darunter Rinder, Kälber und Lämmer und ist somit ein gutes Beispiel für gelebte Vernetzung. Ein starker Partner sei die Raiffeisengenossenschaft Osttirol (RGO), die den Betrieb wöchentlich mit Ochsen und Kalbinnen beliefert, Kälber und Lämmer werden direkt von den Bauern bezogen. In zwei Bereichen hinkt Osttirol aber hinterher: beim Schweinefleisch und beim Geflügel.

Laut Ortner würden hierfür die Voraussetzungen im Bezirk fehlen. Das Schweinefleisch bezieht er daher aus Oberösterreich, einen kleinen Teil Wildgeflügel bekommt er von einem Osttiroler Bauern. „Wenn wir diese Zusammenarbeit mit den heimischen Bauern nicht hätten, dann gäbe es uns nicht mehr“, brachte es Ortner auf den Punkt. Auch LK-Bezirksobmann Konrad Kreuzer und Hechenberger lobten die Zusammenarbeit dieser gut funktionierende Partnerschaft. „Unser agrarpolititsches Herzblut schlägt für die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Wir wollen diese erhalten und wir wollen auch in Zukunft eine flächendeckend funktionierende Landwirtschaft“, sagte Hechenberger. Dafür müsse Qualität zu fairen Preise produziert und eine höhere Wertschöpfung für diese Produkte erzielt werden.

Für die Zukunft hat Ortner einen Wunsch – und zwar wenn auch „die Gastronomie verpflichtet werden würde, die Herkunft vom Fleisch klar zu kennzeichen und kontrollieren zu lassen, so wie es wir freiwillige machen. Das wäre ein großer Schritt“.

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