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InnsbruckPopulismusvorwurf bei Zug-Debatte im Landtag

Ein Dringlichkeitsantrag von Liste Fritz und SPÖ brachte das Thema Direktzug erneut in den Landtag. Keine gemeinsame Sache der Osttiroler.

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Der Direktzug fährt seit 2013 nicht mehr. Die Emotionen in der Debatte sind seitdem kaum weniger geworden © EXPA/Groder
 

In den Tagen vor dem ersten Sitzungstag standen die Zeichen auf Zusammenarbeit. Der Abgeordnete Markus Sint (Liste Fritz), auf dessen Initiative der Dringlichkeitsantrag mit dem Titel „Direktzug Lienz-Innsbruck wiedereinführen!“ erarbeitet wurde, suchte laut eigenen Angaben, im Vorfeld, parteiübergreifend Verbündete. In SPÖ-Chefin Elisabeth Blanik fand er eine Mitstreiterin. Die beiden Osttiroler Abgeordneten der Volkspartei, Martin Mayerl und Hermann Kuenz, sendeten vorab positive Signale, stimmten in der Sitzung aber gegen den Dringlichkeitsantrag.

Dieser wurde nun dem „Ausschuss für Wohnen und Verkehr“ zugewiesen und kommt im Juni-Landtag erneut auf die Agenda. Sint und Blanik bedauern diese Verschiebung. „Tragisch, aber nichts Neues. Die ÖVP verspricht vor der Wahl großzügig und will nachher nichts mehr davon wissen. Das ist schade und traurig“, zeigte sich Blanik enttäuscht.
Kuenz sieht hingegen „keine Dringlichkeit“ und wirft Sint „Populismus“ vor. „Der Antrag enthält nichts Neues. Der Direktbus funktioniert super und wird viel besser angenommen als der alte Direktzug. Ich bin jedenfalls dagegen, dass wir zig verschiedene Verbindungen haben, die halb leer oder ganz leer fahren. Dann haben wir einen Haufen Kosten und kein besseres Angebot“, sagt Kuenz. Zudem kritisiert er: „Mit mir hat nie jemand geredet. Ich bin aber jederzeit zu Gesprächen bereit.“

Sint sieht das anders: „Es gab eine schriftliche Einladung an Mayerl und Kuenz, drei Mailkontakte und zwei Telefonate. Mayerl hat mir zugesagt, dass er die Zusammenarbeit ÖVP-intern koordiniert. Dass Kuenz nun nichts davon wissen will, überrascht mich. Da muss sich die ÖVP intern besser absprechen. Das kann ich nicht übernehmen.“ Dass es zukünftig eine enge Zusammenarbeit zwischen den Osttiroler Abgeordneten geben könnte, ist nicht ausgeschlossen. „Mir ist es ernst. Ich werde weiterhin versuchen, parteiübergreifend Lösungen für Osttirol zu finden und voranzutreiben“, so Sint.

Gebi Mair von den Grünen erklärt die Ablehnung des Dringlichkeitsantrages mit fehlenden technischen Voraussetzungen, deren Schaffung erst abgeklärt werden müsse: „Die ÖBB brauchen mehr Mehrsystem-Loks und auf italienischer Seite braucht es die nötige Schienen-Infrastruktur. Wir haben bereits einen Abänderungsantrag in Arbeit. Wir wollen das im Juni ordentlich behandeln und nichts übereilen.“

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