TirolOsttiroler „Selfies“ mit Hitler

So erlebte man in Tirol den Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahr 1938: Ein neues Buch gibt zum Teil auch skurrile Einblicke ins damalige Alltagsleben in Osttirol.

Grußkarte von Osttirolerin mit Adolf Hitler © KK/TAP/SAMMLUNG TOBIAS TROST
 

"Das Datum vieler unserer Veranstaltungen ist ein Zufall. Dieses aber nicht. Vor genau 80 Jahren, in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938, überschritten deutsche Truppen die österreichische Grenze. Der Anschluss hatte begonnen.“ So begrüßte Montagabend der Direktor des Tiroler Landesarchivs, Christoph Haidacher, die Gäste der Präsentation des Buches „1938 – der Anschluss in den Bezirken Tirols“.

In dem Buch werden, wie der Titel schon sagt, die Ereignisse des Anschlusses in den Bezirken Tirols näher beleuchtet. Doch es werden nicht nur die chronologischen Ereignisse dokumentiert, es werden auch Menschen, Schicksale und Besonderheiten aufgegriffen. Landtagspräsident Herwig van Staa gefiel dieser Zugang: „Es ist wichtig, dass nicht nur die großen Zusammenhänge dargelegt werden, sondern dass man in die Tiefe geht.“

Für den Osttiroler Teil hat Martin Kofler, Leiter des Tiroler Archivs für photographische Dokumentation und Kunst (TAP), einen besonderen Blickwinkel gewählt: „Ich wollte nicht meine bisherigen Aufsätze zu diesem Thema neu zusammenfassen, sondern habe den Weg eines Foto-Essays gewählt.“ Und so finden sich im Osttirol-Kapitel über den Anschluss viele Bilder von vorher und nachher. Denn, so Kofler: „Es gibt keine Fotos über die unmittelbaren Anschlusstage.“ Jedenfalls keine, die dem Autor bisher bekannt und zugänglich waren.
Kofler hat auch versucht, mit seiner Bildauswahl einen Einblick in das Alltagsleben zu geben, aber auch ein paar Skurrilitäten zu zeigen. Etwa eine Grußkarte von Osttirolerinnen, die extra nach Klagenfurt gefahren waren, um Adolf Hitler zu sehen.

Foto © KK/TAP/SAMMLUNG TOBIAS TROST

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