Politik InternOsttiroler Politiker wirbt für russischen Honig

Nationalratsabgeordneter Gerald Hauser schmiert Fernsehpublikum Honig ums Maul. Er wirbt für Produkt aus Sibirien. Bei etlichen Osttirolern sorgt er damit für Kopfschütteln.

Aufreger: Tele-Shopping mit Gerald Hauser
Aufreger: Tele-Shopping mit Gerald Hauser © Screenshot
 

Ein Video macht seit Tagen in Osttirol die Runde. Es zeigt Nationalratsabgeordneten Gerald Hauser (FPÖ) in Rednerpose. An sich ist das nichts Ungewöhnliches. Der Parlamentarier steht öfters an einem Rednerpult und Rhetorik ist das Seine. Das Video zeigt ihn aber in einer ungewöhnlichen, für manche sogar unglaublichen, um nicht zu sagen billigen Rolle. Hauser macht Tele-Shopping auf dem „Heimatsender“ Melody TV (Melody Express).

Was preist er dem Publikum an? Es ist sibirischer Honig. Ja. Richtig gelesen: Sibirischer Honig. Pure Organic heißt das Zeug und während der freiheitliche Politiker es empfiehlt, ist am Bildschirm eingeblendet: „Pure Organic schmeckt nach vielen enthaltenen Kraftstoffen sowie Kräutern und hat eine bräunlich-cremige Konsistenz“.

Wen Hauser überzeugen kann, der kann den Honig, der ihm ums Maul geschmiert wird, auch gleich telefonisch bestellen. Dass sich der Abgeordnete für eine derartige Aktion hergibt, verwundert – vor allem auch vor dem Hintergrund, dass er selber einer ist, der sich als Verfechter der Regionalität ausgibt. Und es verwundert auch, weil Osttirols „Honigmacher“ erst kürzlich mit ihren Erzeugnissen 28 Medaillen und eine „Goldene Honigwabe“ heim holten.

Hauser sieht an seinem Werbeauftritt nichts Anstößiges. „Ich unterstütze meine russischen Freunde, die dieses Elixier aus sibirischem Honig und sibirischen Kräutern produzieren. Es ist einzigartig, deswegen geht es auch nicht gegen Regionalität“. Von dem, was er anbietet, ist der Parlamentarier überzeugt: „Das Produkt hat mir persönlich sehr geholfen“, sagt der FPÖ-Politiker.

Er möchte allen Menschen, die nach Erkrankung eine Phase der Regeneration durchmachen, mit dem Hinweis auf das Produkt helfen. Dezidiert weist er darauf hin, dass er solche Auftritte als Nationalratsabgeordneter machen darf: „Und ich mache das gratis“, hält er fest.

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