Lienz„Vordenken für Osttirol“: Weitermachen oder aufhören?

Förderperiode läuft aus. Heuer wollen die Verantwortlichen durchstarten. Dann soll über die Zukunft des Prozesses entschieden werden. Drei Themen sind dabei im Fokus.

Wilfried Kollreider, Rene Schmidpeter und Reinhard Lobenwein – sie wollen 2018 mit „Vordenken für Osttirol“ noch einmal richtig durchstarten © Michael Egger
 

Um den Prozess „Vordenken für Osttirol“ ist es ruhig geworden – zumindest offiziell. Was es gab: Zwölf gut besuchte Vorträge in den vergangenen zwei Jahren. Mit Ende 2018 läuft die dreijährige Förderperiode aus. Und dann stellt sich die Frage: Wie geht es mit dem Entwicklungsprozess für die Region weiter?

Gestern wurde das heurige Programm in den frisch renovierten Räumlichkeiten der Arbeiterkammer vorgestellt. Die Kernbotschaft: „Die Gegenwart von der Zukunft aus denken.“ Was passiert genau? Man hat sich auf drei Themenfelder festgelegt. Nach Thementagen, Workshops, Experten-Seminaren und einem Bildungs-Symposium sollen konkrete Vorschläge und Projekte feststehen. Ausgewählt wurden dafür die Themen „Ort des guten Lebens“, „Inwertsetzung der Region“ und „Zukunft der Bildung“.

Der Prozess soll lebendiger werden. Reinhard Lobenwein, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer, sagt selbstkritisch: „Es braucht vielleicht auch von unserer Seite noch mehr Engagement und Selbstverpflichtung.“ Er merkt aber an, dass Osttiroler Initiativen wegen „Vordenken“ zu Stande gekommen seien – etwa die Käserei im Tauerntal, die Innos GmbH oder die Universität in Lienz. „Es wäre aber unfair, diese Projekte zu vereinnahmen“, sagt Lobenwein dazu. „Wir können nicht das Gras aus der Erde herausziehen. Aber wir können Boden düngen“, erklärt Michael Hohenwarter vom Regionsmanagement Osttirol.

Entscheidung noch heuer

Generell habe der Prozess das Netzwerk zwischen den Institutionen verbessert. Im Laufe des heurigen Jahres will man eine Entscheidung treffen, wie es mit dem Prozess „Vordenken für Osttirol“ weitergeht. Dabei wird sich die Frage stellen: Aufhören oder weitermachen? Hohenwarter hat für sich die Frage bereits beantwortet – es soll weitergehen. „Die Frage ist eher die, wie wir weitermachen.“ Dann müsste man auch wieder um EU-Fördergeld ansuchen. „Vordenken“ hat für den Zeitraum von Ende 2015 bis Ende 2018 ein Budget von 240.000 Euro. 75 Prozent davon kommen aus dem LEADER-Topf der Europäischen Union. Dieser ist für Aktionen im ländlichen Raum gedacht.

Daten und Fakten

Wichtigste Partner. Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer, Regionsmanagement, Tourismusverband, Stadt Lienz, Standortagentur.

Veranstaltungen. Das komplette Programm gibt es auf vordenken-osttirol.at zum Download.

Prozess. „Vordenken“ wurde 2013 ins Leben gerufen.

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