LienzHochstein-Debatte: Jetzt geht es in die Zielgerade

In dieser Woche tagte die Arbeitsgruppe der Stadtgemeinde erneut. Beteiligte sprechen von gutem Klima. Tourismusverband wartet auf Studie aus der Schweiz.

Die letzten Schwünge ins Ziel: Im Frühsommer will die Arbeitsgruppe Ergebnisse präsentieren © Michael Egger
 

Recht aufgeheizt war die Stimmung vor genau einem Jahr in Lienz: Die Zukunft des Skigebiets Hochstein dominierte über Wochen die Schlagzeilen. Das Thema ist mittlerweile abgeflaut, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Die zwei Eigentümer der Lienzer Bergbahnen – der Tourismusverband Osttirol und die Stadt Lienz – wissen aber um die brisante Lage.

Die Stadtgemeinde, mit 42 Prozent an den Bergbahnen beteiligt, lotet die Möglichkeiten des Hochsteins derzeit in einer Arbeitsgruppe aus. Regelmäßig treffen sich rund 20 Leute zu Sitzungen. Erst am Montag traf man sich wieder. Die Stimmung sei gut, hört man von vielen Beteiligten. Inhalte will niemand ausplaudern – weil Vertraulichkeit vereinbart wurde. Christian Steininger (ÖVP), Gemeinderat und Befürworter des Prozesses, sagt: „Es entspricht nicht meinem Naturell, die Bürgermeisterin zu loben. Aber man merkt, dass sie einen Ton trifft, der genau passt.“ Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) sagt, man sei mittlerweile weit gekommen. Im Frühsommer soll den Mitgliedern des Gemeinderates berichtet werden. Derweil will man aber kurzfristige Maßnahmen umsetzen, etwa den Ausbau des Wegenetzes. Konkret werden die Gemeinderäte im Sommer dann drei  Entscheidungsmöglichkeiten haben: Weiterwursteln, Ausbauen oder Zusperren.

Wir hatten erst am Montag wieder eine Sitzung. Wir arbeiten intensiv und konstruktiv.

Elisabeth Blanik
Beim Mehrheitseigentümer, dem Tourismusverband, wartet man noch auf ein Papier aus der Schweiz. Auf Druck von Hotelier Pepi Kreuzer haben die Lienzer Bergbahnen eine Studie bei Roland Zegg in Auftrag gegeben. Der Tourismusberater und ehemalige Skirennläufer soll die Finanzsituation der Lienzer Bergbahnen durchleuchten. Wie viel die Studie kostet, will Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes, nicht beantworten. Laut Spekulationen legt man aber zwischen 40.000 und 60.000 Euro auf den Tisch.

Schulterschluss

Seit Jänner arbeitet Zegg an dem Papier – Ende März soll es fertig sein. Und dann will Theurl mit den Stadt-Vertretern verhandeln. Im vergangenen Jahr war die Gesprächsklima zwischen Stadt und Verband noch angespannt. Mittlerweile spricht Theurl von einem „Schulterschluss“. Gemeinderat Josef Blasisker (FPÖ) geht regelmäßig zu den Sitzungen der Hochstein-Arbeitsgruppe. Blasisker geht „anstandshalber“ hin, wie er sagt. Und er plädiert weiterhin dafür, den Hochstein an einen Investor zu verkaufen. Seine Begründung: „Weder Blanik noch Theurl verstehen es eine Bergbahn zu führen. Und ich auch nicht.“ Derweil deutet alles darauf hin, dass die Stadt und der Tourismusverband die Bergbahnen gemeinsam weiterführen. Die Frage bleibt: Wie?

Kommentare (3)

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neumond
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ich mach ihnen die kostenrechnung um 5000

normalerweise müsste theurl einen angestellten haben, der das kann.

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pepikreuzer2014
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Sehr geehrter Herr Neumond!

Ungern antworte ich auf anonyme Kommentare.
In Ihrem Fall und mit Ihrer unprofessionellen Einstellung möchte ich feststellen, dass die Lienzer Bergbahnen bis zum heutigen Tag mit Unprofessionalität, Gleichgültigkeit, verantwortungslos von ähnlichen Einstellungen ins Chaos geführt wurde.
Es tut mir leid, Ihnen nichts anderes sagen zu können.
Ich bitte Sie trotzdem, uns allen beim notwendigen Wiederaufbau unserer Bergbahnen behilflich zu sein.
Pepi Kreuzer

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pepikreuzer2014
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Unglaubwürdige Ansagen durch Lienzer Bürgermeisterin

Wie kommt es, dass vor kurzem die Bürgermeisterin von Lienz noch den Drohstock des Schließens unseres Hochsteines propagierte und plötzlich, kurz vor der Landtagswahl, ein komplett konträres Verhalten aufweist? Wir kennen ihre Aussagen seit Jahren: "Zusperren, zusperren, zusperren". Was soll diese Haltung, die niemandem nützt? Schon gar nicht der Stadt Lienz. Hoffentlich kapieren auch ihre Stammwähler diesen unwürdigen Politslalom. Dass unsere Bergbahnen dringend veränderungs- und entwicklungsentscheidende Maßnahmen treffen müssen, ist klar. Niemals darf Lienz seine Tourismuschancen aufgeben. Dies aber ohne Schaumschlägerei von verantwortlichen Personen.
Pepi Kreuzer

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