OsttirolWill jetzt auch die ÖVP den Direktzug?

Martin Mayerl formuliert Wiedereinführung als Ziel der ÖVP in der neuen Legislaturperiode. Die Opposition schießt sich darauf ein, dass es sich hier nur um Wahlkampfgetöse der Volkspartei handle.

AUT, VVT, Aus fuer Korridorzug Lienz Innsbruck
Der Direktzug Lienz-Innsbruck wurde 2013 von der schwarz-grünen Regierung abgeschafft © EXPA/Johann Groder
 

Heute stellen sie sich auf Einladung der Kleinen Zeitung der Diskussion – Osttirols Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen am 25. Februar. Und dürfte es im Festsaal des Gymnasiums Lienz ab 19 Uhr durchaus heiß hergehen. Das versprechen Themen wie der Direktzug Lienz-Innsbruck.

Die Wunde schmerzt schon lange: Vor knapp fünf Jahren wurde der Direktzug eingestellt – zum Entsetzen der Osttiroler. Es war die ÖVP, die hier kurzen Prozess machte. Vorarbeit leistete Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Steixner, bis 2013 in der Regierung. Er bestellte die Trasse ab. Und kaum war nach den Landtagswahlen 2013 Schwarz-Grün am Ruder, fiel auch der Beschluss zur Einstellung des Zuges. Direktbus-Verbindungen wurden an seiner Stelle installiert. Die Freude darüber hält sich bis heute in Grenzen.

Die Opposition forderte seit der Einstellung vehement und geschlossen die Wiedereinführung des Direktzuges als Tagesrandverbindung. Genau so lange beißt sie aber auf Granit. ÖVP und Grüne ignorieren eisern seit 2014 den Wiedereinführungs-Beschluss des Dreier-Landtages (Tirol, Südtirol, Trentino). Jetzt stehen wieder Landtagswahlen an, und – da schau her: Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) meinte in einem Interview: „Wenn die Machbarkeit gegeben ist, dann bin ich auch dafür, dass wir diesen Direktzug zustande bringen“. In dieselbe Kerbe schlägt Martin Mayerl, ÖVP-Spitzenkandidat in Osttirol. Er weiß sogar noch vom Beschluss des Dreier-Landtages. Mayerl: „Es ist das Ziel, die Einführung in der kommenden Periode zustande zu bringen“.

Die ÖVP will jetzt den Direktzug wiedereinführen? Der Wahlkampf lässt grüßen.

Josef Schett

Wasser auf die Mühlen der Opposition sind diese Ansagen aber nicht. Elisabeth Blanik (SPÖ), läuft vor allem wegen der Aussage Platters heiß: „Die Machbarkeit des Direktzuges war immer gegeben, er war schon lange auf Schiene. Die Wiedereinführung ist umzusetzen. Da braucht es nur den politischen Willen.“
Dass der Landtagswahlkampf ob der Äußerungen vonseiten der ÖVP grüßen lässt, ist für Josef Schett (impuls-Tirol) zweifelsfrei: „Was hier gesagt wird, ist eine ausgesuchte Scheinheiligkeit. Die ÖVP hatte schon lange die Möglichkeit, den Zug wieder einzuführen. Überhaupt ist es schizophren, einen Zug abzuschaffen und dafür einen stinkenden Bus zu installieren“.

Unglaubwürdig sind die Wiedereinführungs-Ankündigungen der ÖVP für Markus Sint (Liste Fritz). „Die ÖVP hat den Zug eingestellt und die Platter-Regierung hat es nicht geschafft, ihn wieder aufs Gleis zu bringen“, wettert er. Und kein gutes Haar lässt Sint an den Osttiroler ÖVP-Landtagsmandataren: „Diese ÖVP-Handlanger haben in Sachen Direktzug im Landtag immer die Osttiroler Interessen verraten“. Für Josef Blasisker (FPÖ) ist es keine Frage: „Der Zug ist wieder herzustellen“.

Dagegen bleibt Thomas Haidenberger auf der „grünen Linie“. Er redet einer Wiedereinführung nicht eindeutig das Wort und lässt den Direktbus eine gute Sache sein.

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